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Mehr Platz für die Rote Weißeritz

Die Arbeiten zum Hochwasserschutz in Hainsberg sind beendet. Dabei ist auch ein neues Biotop entstanden.

Mehr Platz für den Fluss: Projektleiter Christoph Rauch an dem hochwassersicher abgebauten Weißeritzabschnitt im Rabenauer Grund.
Mehr Platz für den Fluss: Projektleiter Christoph Rauch an dem hochwassersicher abgebauten Weißeritzabschnitt im Rabenauer Grund. © Karl-Ludwig Oberthür

Es rauscht nicht mehr im Rabenauer Grund. Stattdessen plätschert der Fluss sanft dahin, murmelt über Steine und schwappt an Kleingärten vorbei. Dass eine gewisse Stille an der Roten Weißeritz in Hainsberg eingekehrt ist, liegt nicht nur am niedrigen Wasserstand. Vielmehr ist das zwei Meter hohe Wehr der Walzenmühle verschwunden.

Es ist nicht die einzige Veränderung am Unterlauf des Gewässers. Zwei Jahre lang haben Wasserbauer im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung (LTV) den Fluss mit schwerem Gerät bearbeitet. Auf einer Länge von 1,2 Kilometern hat er nun mehr Platz bekommen und ist damit auch sicherer gegen Hochwasser geworden.

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Christoph Rauch steht auf der Holzbrücke, die von Hainsberg in den Rabenauer Grund führt. Der Projektleiter der LTV schaut flussabwärts. Noch sieht es aus, als fließe die Rote Weißeritz durch eine steinerne Halbwüste. Es fehlt das Grün. „Nicht mehr lange“, verspricht Rauch und zeigt auf die Uferbereiche. Dort haben sich schon die ersten Pflanzen in den Spalten der Steine festgesetzt. „In einem Jahr ist hier alles grün. Da sieht man von der Baustelle nichts mehr“, ist sich Rauch sicher.

Um den Fluss besser gegen Hochwasser zu wappnen, haben die Experten ihm ab der Holzbrücke bis zur Überführung an der Hainsberger Straße ein breiteres Bett gegeben. Dafür wurden nach dem Abriss des Wehrs und eines auf Höhe der Kleingärten vorgelagerten Betonriegels das Gefälle ausgeglichen, die Ausspülungen mehrerer Hochwasser beseitigt und die Uferbereiche neu gestaltet.

Die Mündung des Somsdorfer Baches wurde neu gestaltet. Bevor das Nebengewässer in die Weißeritz fließt, durchquert es noch ein Biotop.
Die Mündung des Somsdorfer Baches wurde neu gestaltet. Bevor das Nebengewässer in die Weißeritz fließt, durchquert es noch ein Biotop. © Karl-Ludwig Oberthür

So ist in Hainsberg eine sogenannte Niedrigwasserrinne entstanden. Das ist ein etwa in Flussmitte verlaufender tiefer Graben, durch den das Wasser auch bei lange anhaltender Trockenheit noch mit einer ausreichenden Tiefe und Geschwindigkeit fließen kann – wie derzeit. So wird gewährleistet, dass Fische und andere Flussbettbewohner genügend Rückzugsräume haben. „Auch die Wassertemperatur heizt sich nicht so sehr auf, wie wenn das Wasser fast zum Stillstand kommt“, erklärt Christoph Rauch. Der Flussgrund – Fachleute sprechen von Sohle – sowie die Böschungen mussten aufwendig neu gestaltet werden. Dafür wurden Tonnen von großen, schweren Steinen eingebaut und mit Schwemmmaterial aus der Weißeritz unterfüttert und aufgefüllt. Die Steinsätze sollen verhindern, dass ein nächstes Hochwasser abermals große Schäden anrichtet und den Fluss umwühlt.

Zudem wurden die Uferbereiche „geweitet“. Auf Höhe der Kleingärten sind die vor Jahrzehnten entstandenen Ufermauern abgerissen worden. Stattdessen wurden Böschungen angelegt, die in einem schrägen Winkel in Richtung Fluss abfallen. Zweites Kernstück der Arbeiten war die Erneuerung der Böschungsmauer gegenüber dem Weißeritzpark.

Die Mauer direkt an dem Einkaufszentrum war 2005 neu gebaut worden. Nun wurde ihr Gegenüber auf der anderen Flussseite abgetragen und um einen Meter nach hinten versetzt neu aufgebaut. Somit kann bei einer Flut mehr Wasser diesen Bereich passieren – bis zu 93 Kubikmeter oder 93 000 Liter Wasser pro Sekunde. Im Durchschnitt passieren 1,7 Kubikmeter Wasser oder 1 700 Liter pro Sekunde den Flussabschnitt in Hainsberg vor dem Zusammenfluss mit der Wilden Weißeritz.

35 neue Bäume

Quasi nebenbei ist gegenüber dem Weißeritzpark auch noch ein kleines Biotop entstanden. Christoph Rauch führt zu einem kleinen Teich, der vom Somsdorfer Bach gespeist wird, bevor dieser in die Weißeritz mündet. Eine Entenfamilie hat den Teich-Neubau bereits für sich entdeckt und flüchtet etwas aufgeregt ans andere Ufer. Das Gewässer ist Teil der Ausgleichsmaßnahmen, die für die Eingriffe in die Natur angelegt werden mussten. Dazu gehört auch eine Reihe Bäume – rund 35 Stück –, die auf einer Wiese neben den Kleingärten gepflanzt wurden. Sie sind der Ersatz für all die Ahornbäume, Erlen und Buchen, die für die Bauarbeiten gefällt worden waren.


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