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Mehr Prävention gegen Missbrauch

Die Striesener Einrichtung verschärft ihre Maßnahmen zur Vorbeugung von körperlicher und sexueller Gewalt. Ein heikler Fall liegt zwei Jahre zurück.

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Von Tobias Winzer

Nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche hat das Dresdner Jugendhilfezentrum seine Maßnahmen zur Vorbeugung solcher Übergriffe verschärft. Die Striesener Einrichtung gehört seit 1999 der Caritas, dem Sozialverband der katholischen Kirche. Die Leiterin des Zentrums, Steffi Menzel, hat besorgt reagiert, als zu Beginn des Jahres immer mehr Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche bekannt wurden. „Das hat den Blick für die eigenen Reihen geschärft“, sagt sie.

Die Konsequenz ist, dass es seit Kurzem einen Notfallplan gibt. Dieser greift dann, wenn in der Einrichtung Verdachtsmomente für körperlichen oder sexuellen Missbrauch vorliegen. Der Plan sieht unter anderem eine Verpflichtung zur Meldung von Missbrauchsfällen vor. Dieser Fall muss dann nach festgelegten Kriterien dokumentiert werden. Steffi Menzel betont jedoch, dass man sich im Jugendhilfezentrum, in dem zurzeit 25 Kinder und Jugendliche betreut werden, nur „ganz selten“ mit solchen Verdachtsmomenten befasse. „Wir sind eine sehr kleine Einrichtung. Hier kennt jeder jeden.“

Zugleich räumt Steffi Menzel ein, dass es vor zwei Jahren einen heiklen Fall in dem Haus gegeben habe. Eine Pädagogin sei damals von einem Bewohner des Heims angegriffen worden. Die Mitarbeiterin habe sich gegen die Attacke gewehrt.

Sie betonte, dass der Fall mit den Eltern des Bewohners und dem Jugendamt besprochen wurde. Die Sozialpädagogin erhielt eine Verwarnung und entschuldigte sich bei dem Jugendlichen. „Ich denke, dass keine Einrichtung, ob katholisch oder nicht, vor solchen Fällen gefeit ist.“