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Mehr Radler in Riesa unterwegs

Eine neue Studie zeigt, dass der Anteil der Radfahrer zugenommen hat - aber längst nicht so stark wie in einer Nachbarstadt.

Zum Einkauf mit dem Rad? Das geht sogar in Corona-Zeiten. Seit 2013 hat der Anteil des Radverkehrs in Riesa um sieben Prozent zugenommen. Hier ein Eindruck von der Alleestraße.
Zum Einkauf mit dem Rad? Das geht sogar in Corona-Zeiten. Seit 2013 hat der Anteil des Radverkehrs in Riesa um sieben Prozent zugenommen. Hier ein Eindruck von der Alleestraße. © Archivfoto: Sebastian Schultz

Riesa. Mancher fährt Auto, mancher geht zu Fuß - aber jeder siebte Weg in Riesa wird mit dem Rad zurückgelegt, genau 14 Prozent. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie, mit der die TU Dresden alle fünf Jahre das Verkehrsverhalten in deutschen Städten erhebt. 

2013 lag der Radverkehrsanteil in Riesa laut der Studie "System repräsentativer Verkehrserhebung" (SRV) noch bei 13 Prozent. Damit verzeichnet Riesa einen Radverkehrszuwachs von sieben Prozent.

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Drei von vier Riesaer Radlern fühlen sich gefährdet

Janek Mücksch, Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, freut sich über die wachsende Popularität des Rades: „Wenn mehr Menschen Rad fahren, ist es in der Stadt weniger laut, die Luft wird sauberer, die Menschen gesünder und es gibt weniger Staus." Riesa müsse den Veränderungen gerecht werden und dem Rad mehr Platz einräumen.

Dennoch befindet sich Riesa, was die Nutzung des Fahrrads angeht, aktuell nur im sächsischen Mittelfeld. In anderen sächsischen Städten konnte der ADFC noch deutlich höhere Steigerungen beim Radverkehr beobachten. "In Meißen erhöhte sich der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege beispielsweise um 63 Prozent und in Bautzen sogar um 90 Prozent", sagt Mücksch. 

Riesas Stadtverwaltung müsse nun weitere Maßnahmen ergreifen, damit die Wege der Riesaer mit dem Rad komfortabler, einfacher und sicherer werden. Beim Fahrradklima-Test des ADFC im gleichen Jahr hatten drei Viertel der Teilnehmer gesagt, dass sie sich auf dem Rad gefährdet fühlen. Ebenfalls drei Viertel wünschen sich eine engagiertere Förderung des Radverkehrs.

Jeder vierte Riesaer fährt nie Rad

Die aktuelle Studie zeigt, wie wichtig das Fortbewegungsmittel Fahrrad in Riesa ist: Fast jeder zweite Riesaer gibt an, mindestens einmal pro Woche mit dem Rad zu fahren. 18 Prozent, also  fast jeder Fünfte, nutzen es sogar täglich. 26 Prozent der Riesaer fahren dagegen nie mit dem Rad.

Ein durchschnittlicher Riesaer Haushalt verfügt über exakt 1,75 Fahrräder und 0,99 Autos. 4,4 Prozent der Fahrräder in Riesa haben inzwischen eine elektrische Unterstützung. Die Zahl der Elektroräder wird sich in den kommenden Jahren weiterhin rasant erhöhen, prognostiziert der ADFC.

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Das SRV-Studie ist ein bereits seit 1972 laufendes Forschungsprojekt der Technischen Universität Dresden und die älteste Zeitreihe zum Verkehrsverhalten in deutschen Städten. Für die Erhebung im Jahr 2018 wurden 500 zufällig ausgewählte Riesaer zu ihrer privaten Mobilität an einem normalen Werktag in Riesa befragt. Sachsenweit waren fast 22.000 Menschen in 25 Städten an der Studie beteiligt. (SZ)

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