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Döbeln

Mehr Verkehrstote in Mittelsachsen

2017 ereigneten sich weniger Unfälle, aber es gab mehr Verletzte. Die Statistik verrät Ursachen dafür.

Der tragische Unfall zwischen Meinsberg und Ziegra war im vergangenen Jahr einer von insgesamt 19 tödlichen Zusammenstößen in Mittelsachsen.
Der tragische Unfall zwischen Meinsberg und Ziegra war im vergangenen Jahr einer von insgesamt 19 tödlichen Zusammenstößen in Mittelsachsen. © Dietmar Thomas

Döbeln/Freiberg. Es passierte an einem Dienstagnachmittag im Oktober vergangenen Jahres. Ein zehnjähriger Junge war vor seinem Elternhaus bei einer Kollision mit einem Ford so schwer verletzt worden, dass er noch am Unfallort verstarb. Als er die Kreisstraße zwischen Meinsberg und Ziegra überqueren wollte, um nach Hause zu gelangen, erfasste der Pkw den Jungen auf der Fahrbahn. Am Steuer saß eine 48-jährige Frau, die aus Ziegra kommend in Richtung Waldheim unterwegs war.

Der tragische Unfall zwischen Meinsberg und Ziegra war im vergangenen Jahr einer von insgesamt 19 tödlichen Zusammenstößen in Mittelsachsen. Das sind sechs mehr Todesopfer im Straßenverkehr als 2017. Obwohl im Landkreis die Gesamtzahl aller Unfälle (7 336) im Vergleich zum Vorjahr (7 414) gesunken ist, wurden mehr Fahrer und Insassen verletzt. 

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Waren es 2017 noch 978 Verletzte, mussten im vergangenen Jahr 119 mehr Menschen nach einem Unfall ärztlich versorgt werden. Das ist das Ergebnis der jährlichen Auswertung der Verkehrsunfälle im Direktionsbereich der Polizei Chemnitz. Diesen Trend stellt die Polizei aber nicht nur in der hiesigen Region fest, Zahlen wie diese gebe es für den gesamten Direktionsbereich Chemnitz sowie in ganz Sachsen.

„Nach einem Rückgang im Jahr 2017 ist in diesem Jahr ein merklicher Anstieg bei Verkehrsunfällen mit verletzten Personen in unserem Zuständigkeitsbereich zu verzeichnen“, so das Resümee von Polizeirat Stefan Auge Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Chemnitz. Er betrachtet diese Entwicklung als kritisch. „Gerade mit Blick auf die immer besser werdenden technischen Schutzeinrichtungen von Fahrzeugen wäre hier eher ein Rückgang der Verletzten und tödlich Verunglückten zu erwarten“, sagte er.

Die Hauptunfallursachen waren flächendeckend ungenügender Sicherheitsabstand und unangepasste Geschwindigkeit. „Gerade hier ist die Polizei gefordert, um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken“, so Auge weiter. Verkehrskontrollen würden daher nicht dazu dienen, Verkehrsteilnehmer zu ärgern oder das „Staatssäckel“ aufzufüllen, machte er deutlich. „Sie sind eine staatliche Aufgabe und dienen dem Schutz des Lebens und der Gesundheit aller Verkehrsteilnehmer. Die Polizeireviere und Inspektionen der Polizeidirektion werden deshalb auch in diesem Jahr entsprechende Verkehrskontrollen durchführen“, kündigte er an. 

Dass das besonders notwendig ist, zeigt auch die Zahl der Alkoholfahrten. Bei 114 Verkehrsunfällen in Mittelsachsen stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel. 298 Fahrzeugführer, die im Landkreis alkoholisiert unterwegs waren, konnten von Beamten bei einer Kontrolle aus dem Verkehr gezogen werden, bevor es zum Unfall kam.

Einen deutlichen Anstieg ermittelten die Beamten auch bei den Unfallfluchten. In jedem fünften Fall (insgesamt 1 407 Fällen/19,2 Prozent) entfernten sich Unfallbeteiligte pflichtwidrig vom Unfallort. Das sind 89 Unfallfluchten mehr als 2017. Dabei konnte die Polizei in weniger als der Hälfte aller Fälle den Verursacher ausfindig machen. Die Aufklärungsquote liegt bei 41,6 Prozent, das heißt, 585 Unfallfluchten konnten aufgeklärt werden. Im Jahr davor lag die Quote noch bei 46, 9 Prozent.

1.428 Autobahnunfälle

Im Jahr 2018 wurden im gesamten Bereich der Polizeidirektion Chemnitz 24 196 Verkehrsunfälle erfasst. Das sind 555 Unfälle (-2,2 Prozent) weniger als 2017 und entspricht dem landesweiten Trend.

Auf 132,1 Kilometern auf den Abschnitten der A 4 und der A 72 ereigneten sich im vergangenen Jahr 1 428 Verkehrsunfälle (2017: 1 318). Dabei wurde ein Verkehrsteilnehmer (4) getötet und 280 verletzt (303),

334 Menschen (2017: 288) erlitten in Mittelsachsen schwere und 763 Menschen (2017: 690) leichte Verletzungen. 

Quelle: Polizeidirektion Chemnitz

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