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Mehr Wohnmobil-Plätze im Oberland

Für Caravan-Touristen gibt es bisher wenig Angebote. Das soll sich bald ändern.

© Marius Becker/dpa

Von G. Lachnit und K. Schäfer

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Ebersbach/Kottmarsdorf. Mit Wohnmobil oder Camping-Anhänger erkunden immer mehr Touristen das Oberland. Zum Übernachten müssen sie aber noch zu oft nach geeigneten Plätzen suchen. Das soll sich in manchen Orten bald ändern. In Ebersbach dagegen sind bereits jetzt am Freibad an der Kottmarsdorfer Straße feste Flächen auf dem Parkplatz ausgewiesen. Dort können die Camper frisches Wasser erhalten und sie finden einen Stromanschluss vor. Allerdings hat die Sache zwei Haken: Die Stellplätze sind zur Nutzung von April bis Oktober ausgeschrieben. Auf dem Hinweisschild, das kundtut, wo sich die Camper hinstellen können, ist mit Handschrift ergänzt, dass man sich im Freibad melden solle. Das aber öffnet voraussichtlich erst Mitte Mai. Also ist derzeit niemand als Ansprechpartner vor Ort da. Dennoch müsse niemand abgewiesen werden, heißt es aus dem Fremdenverkehrsbüro in der Weberstraße. Die Mitarbeiter dort sind Campern behilflich, wenn sie sich anmelden. „Wir informieren die Mitarbeiter im Bauamt der Stadtverwaltung, wenn sich Touristen mit Wohnmobil für die Ankunft außerhalb der Öffnungszeit des Freibades anmelden. Dort wird dann alles organisiert“, sagt Eva-Maria Graf vom Fremdenverkehrsbüro. Wer aber spontan mit Caravan auf den Stellplatz kommt, erfährt nicht, dass er sich im Fremdenverkehrsbüro wegen der Schlüssel für Wasser und Strom melden soll. 2016 wurden auf dem Ebersbacher Wohnmobil-Stellplatz insgesamt 120 Übernachtungen gezählt, bei denen 1 065 Euro an Einnahmen erzielt wurden. Dort haben sowohl Durchreisende übernachtet als auch Urlauber, die ein paar Tage länger geblieben und von Ebersbach aus auf Entdeckungsreise durch die Oberlausitz gestartet sind.

Ausgeschildert ist der Wohnmobil-Parkplatz recht gut. Schon am Spree-Eck in Ebersbach weist direkt an der B 96 ein Hinweisschild den Weg zum Stellplatz. Am Abzweig zur Kottmarsdorfer Straße gibt es erneut einen Hinweis. Profi-Camper benötigen diese Schilder nicht. In einschlägigen Prospekten sind nicht nur Übersichten zu Caravan-Plätzen in der jeweiligen Region zu finden. Oftmals gibt es Eintragungen mit den entsprechenden GPS-Daten.

Wer mit Caravan das Oberland besuchen möchte, hat außer in Ebersbach noch in Kottmarsdorf am Parkplatz an der Bockwindmühle und in der Nähe des Autohauses an der S 148 die Möglichkeit, mit dem Gefährt dort zu übernachten. In Beiersdorf wurde erst im letzten Jahr am Wanderweg zum Bieleboh eine Fläche für Wohnmobile geschaffen. In Neusalza-Spremberg besteht die Möglichkeit, das Campingmobil im Wald- und Erlebnisbad in der Lindenstraße abzustellen. „Bei den Kosten gilt die Entgeltordnung des Freibades“, informiert Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU). Die komfortabelsten – aber auch teuersten – Abstellplätze bietet Großschönau im Trixi-Park. Dort stehen im Ferienpark 60 Plätze zur Verfügung. Sie bieten Frischwasser, Strom, Entsorgungsmöglichkeiten, alles ist behindertengerecht ausgebaut. Auch Hunde sind erlaubt. Das Angebot dort ist das ganze Jahr über nutzbar.

Auch für andere Orte im Oberland ist die Einrichtung von Wohnmobilstellplätzen ein Thema. „Die Nachfrage wird immer größer“, sagt Heiko Harig, Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft Oberlausitzer Bergland. Ein Grund dafür sei, dass viele Holländer mit Wohnmobil oder Wohnwagen-Anhänger Zwischenstation in der Oberlausitz machen, bevor sie nach Tschechien oder in andere Länder weiterfahren. Früher seien sie meist schon in Dresden „abgebogen“.