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Mehrheit ist für den Bau von McDonalds an der A 4 bei Ottendorf

Ein Investor plant an der Autobahn ein Schnellrestaurant. Nach einigem Hin und Her scheint nun alles klar zu sein.

Von Marleen Hollenbach

Wenn der kleine Hunger kommt, dann lockt der große Buchstabe eines bekannten Schnellrestaurants. Burger, Pommes, Salate – alles gibt es hier in wenigen Minuten. Dieses Angebot könnten die Bewohner der Region Pulsnitz- und Rödertal bald in ihrer Nähe nutzen. Ein Investor hat sich bei der Gemeinde Ottendorf-Okrilla gemeldet. Er möchte an der Autobahnabfahrt der A 4 (Ottendorf) ein Schnellrestaurant und eine Tankstelle errichten. Die Pläne hat er den Mitgliedern des Technischen Ausschusses bereits vorgestellt. Am Ende sprachen sie sich mehrheitlich für das Projekt aus. Noch in diesem Jahr könnten die Bauarbeiten an der Radeberger Straße in Ottendorf-Okrilla beginnen, das Schnellrestaurant und die Tankstelle stehen. So zumindest hatte sich das die Ottendorfer Gemeindeverwaltung vorgestellt. Bürgermeister Michael Langwald wähnte die Gemeinderatsmitglieder im Rücken. Um den Investor nicht zu verlieren, wollte er das Projekt jetzt beschleunigen. Jetzt sollten sich die Gemeindevertreter noch einmal dafür aussprechen und den Bebauungsplan beschließen. Dann hätte einer flotten Umsetzung nichts mehr im Weg gestanden.

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Doch auch wenn es um das Schnellrestaurant McDonald's geht, treffen die Gemeinderatsmitglieder keine eilige Entscheidung. Viele hatten auf einmal Bedenken gegen dieses Vorhaben. Im Fokus der Kritik stand die Rodung der Waldfläche, die mit dem Bauprojekt einhergeht. So wollte Grünbergs Ortsvorsteherin Heike Gaum (CDU) zum Beispiel wissen, welche Vorteile das Projekt der Gemeinde bringt. „Derzeit sehe ich nämlich keinen Sinn darin, den Wald dafür zu opfern“, sagte sie. Dem stimmte auch Gemeinderätin Birgit Pfützner (FDP) zu und fragte nach den Ausgleichsflächen. Bauamtsleiter Andreas Jäpel konnte aufklären. „Der Investor hat schon mit dem Sachsenforst gesprochen. Es wird eine Ausgleichsmaßnahme geben.“

Lärmschutz ist sensibles Thema

Die Waldrodung war nicht der einzige Kritikpunkt. Eine weitere Befürchtung plagte die Gemeindevertreter. „Was ist, wenn an dieser Stelle dann noch ein Autohof entsteht?“, fragte René Edelmann (Linke) besorgt. Zwar konnte Bauamtsleiter Andreas Jäpel gleich beruhigen, den Gemeindemitgliedern mitteilen, dass das gar nicht geplant sei. Doch das reichte nicht. Auch Anwohner erklärten, dass viele Ottendorfer dem Projekt grundsätzlich sehr skeptisch gegenüberstehen würden. Einzig Gemeinderätin Ute Reichenauer (Linke) wusste noch, warum der Technische Ausschuss sich damals für dieses Projekt entschieden hatte. „Ein Schnellrestaurant und eine Tankstelle bringen Arbeitsplätze. Außerdem müssen wir hier auch an unsere Jugend denken, die sich über ein solches Angebot sicherlich freuen würde“, sagte sie.

Die Entscheidung muss vertagt werden. Der Ortschaftsrat von Ottendorf sollte es richten. Der sagte jetzt Ja zu den Bauplänen an der A 4-Abfahrt. Gemeinsam mit den anwesenden Bürgern wurde über das Projekt kontrovers diskutiert. Am Ende war klar: Der Ortschaftsrat lehnt die Pläne des Investors nicht gänzlich ab. Eine eindeutige Zustimmung gab es aber auch nicht. Stattdessen formulierten die Mitglieder des Ortschaftsrates einige Hinweise, welche sie den Gemeinderatsmitgliedern bei der Entscheidung mit auf den Weg geben wollen. Eine wichtige Rolle spielt auch der Lärmschutz. Für die Ottendorfer ist das ein ganz sensibles Thema. Die Autobahn allein verursacht schon großen Lärm. Deshalb regt der Ortschaftsrat an, überprüfen zu lassen, ob das Bauprojekt für die Anwohner eine zusätzliche Lärmbelastung bedeuten würde. Insgesamt zeigte sich in dieser Runde aber auch, dass viele Ottendorfer den Bauplänen sehr positiv gegenüberstehen.

Im Gespräch war ein solches Restaurant bereits 2010, aber ein paar Kilometer weiter östlich, bei Lichtenberg. Dort, wo die geplante S 177 von Radeberg kommend auf die Autobahn 4 treffen wird. Für den Standort dürft es jetzt schlecht aussehen.