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Meißen baut Radwege aus

Verkehr. Das Streckennetz soll ab kommendem Jahr komplettiert und beschildert werden.

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Von Ulrike Körber

Die Wittes von der Herberge Orange an der Siebeneichener Straße werden aufatmen. Sie hatten mit ihrer Radfahrer-Herberge den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Unter anderem, weil es Pläne gab, auch linkselbisch den Radweg auszubauen. Seit Jahren wurde von diesem Konzept schon gesprochen. Getan hat sich bislang nichts.

Jetzt gibt es wieder Grund zum Hoffen. Im Bauausschuss stellte Roland Dittmann vom Ordnungsamt der Stadt den Radwegeplan für Meißen vor. Der linkselbische Fahrstreifen vor Wittes Herberge ist mit dabei. „Ich glaube aber erst daran, wenn ich die Arbeiter und Maschinen dort sehe“, sagt Herbergsinhaberin Katrin Witte.

Sorgen macht die Brücke

„2007, mit dem Bau an der B 6, soll der Ausbau des linkselbischen Radweges begonnen werden“, verspricht Dittmann. In diesem Zusammenhang kommen auch neue Schilder an den Weg, der dann von Scharfenberg nach Meißen und durch die Porzellanstadt hindurch führt. Fördermittel wurden beantragt, so Dittmann.

Das gesamte innerstädtische, linkselbische Radwegkonzept soll im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Viele ausgebaute Wege gibt es schon, nur noch nicht überall Schilder, so Dittmann. Für die Radwegbeschilderung hat die Stadt 4 500 Euro eingeplant. „Das umfasst alle schon angebrachten und noch zu ergänzenden Hinweise“, so Dittmann.

„Wenn der Ausbau beginnt, würde uns das riesig freuen. Vor allem die Strecke von Scharfenberg nach Meißen ist wichtig“, so Maria Braune vom Tourismusverein der Stadt. Sie ist allerdings auch davon begeistert, dass unter anderem eine Verbindung vom Elberadweg zu den Fernradwegen nach Nossen und Freiberg ausgewiesen werden soll. „Das ist eine Bereicherung für die Fahrradtouristen“, sagt sie.

Die Touristenstrecken stehen ganz oben auf der Dringlichkeitsliste. Nur für eine, für die Verbindung des rechten mit dem linken Elberadweg, sieht Dittmann zurzeit keine schnelle Lösung. Der Weg über die Eisenbahnbrücke ist momentan für Radler gesperrt. Zu gefährlich ist die Buckelpiste. Große Blasen wirft der Belag dort. Wenn ein Radfahrer darüber stürzt, hat der nicht nur aufgeschrammte Knie, sondern fliegt womöglich übers Brückengeländer. Der Weg ist unzumutbar, so Dittmann.

Sicherheit geht vor

Wann er repariert werden kann, ist unklar. Ebenso wie der Ausbau des kurzen Stückes Radweg auf der Großenhainer Straße, der von der Kreuzung Dresdner Straße in Richtung Beyerleinplatz führen soll. „Diesen haben wir wegen der derzeitigen Umleitungsstrecke vernachlässigt. Wir wollen aber den Streifen, der auf der Fahrbahn für Radler gekennzeichnet ist, wieder deutlich markieren. Wenn die Arbeiten an der B 6 beendet sind und die Großenhainer Straße so vom Verkehr entlastet wird, können Radler dort sicherer fahren“, so Dittmann.

Er teilt das Radwegkonzept in zwei Teile: In die Hauptstrecken, die in erster Linie touristisch genutzt werden, und in diverse Nebenstrecken, die die Einheimischen befahren. „Etwa zehn Prozent aller Meißner Verkehrsteilnehmer sind mit dem Fahrrad unterwegs“, so Dittmann.

Geht es bei den Touristenstrecken um attraktive Wege und die Anbindungen an andere Radrundwege, so steht bei den Nebenstrecken die Verkehrssicherheit an oberster Stelle. In diesem Zusammenhang plant die Stadt auch einen Radweg am Knotenpunkt Moritzburger Platz in Meißen-Cölln. Ein Kreisverkehr könnte nach jüngsten Vorschlägen des Planungsbüros Arnold Consult dort entstehen. „Das ist reell, denn wir müssen den Autofahrern, die den Weg über die Zaschendorfer Straße nehmen, eine Lösung anbieten“, so Dittmann.

Der Kreuzungsausbau ist zwingend nötig. Und er zieht eine Lösung für die Radler nach. Am Moritzburger Platz legt 2007 aber noch kein Straßenbauer Hand an. Nicht vor 2008 rechnet man im Bauamt damit.