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Wird der Restaurantbesuch billiger?

Gastwirte in Meißen müssen weniger Mehrwertsteuer zahlen. Großer Spielraum entsteht dadurch nicht.

Der Dresdner Luisenhof.
Der Dresdner Luisenhof. © SZ

Elbland. Die Corona-Krise hat die Gastronomie hart getroffen. Ihr soll die Reduzierung der Mehrwertsteuer nun helfen. Zum 1. Juli wird die Mehrwertsteuer für Cafés und Restaurants von 19 auf sieben Prozent herabgesetzt, gültig für ein Jahr bis Ende Juni 2021. Dies gilt nur für Speisen, nicht für Getränke. Damit will die Bundesregierung den gebeutelten Wirten helfen.

Prinzipiell richtig findet das der Chef der Meißner Müller-Restaurants Karsten Müller. Viele Gastronomen auch in Meißen hatten bei der Aktion Leere Stühle um diese Lösung gerungen. „Wir haben in der Corona-Schließzeit acht Wochen keinen Umsatz erzielt und dadurch hohe Verluste zu verzeichnen“, so der Rats- und Domkeller-Wirt. In der Folge liefen Stundungen auf, Kredite wurden aufgenommen und Mitarbeiter befinden sich noch in Kurzarbeit. Die Kürzung der Mehrwertsteuer gebe der Branche die Möglichkeit, Liquidität aufzubauen und die Krise zu meistern. Die massiven Umsatzausfälle könnten auf diese Weise zumindest teilweise kompensiert werden, so der Unternehmer. Für Preissenkungen gebe es jedoch keinen Spielraum.

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Verschärfend kommt Müller zufolge dazu, dass weiter Abstandsregeln gültig seien und niemand wisse, wie viele Plätze ab Herbst in geschlossenen Räumen wirklich genutzt werden dürften und welcher Umsatz damit erzielt werden könnte.

Direktorin Astrid Metzig vom Goldenen Löwen in Meißen verweist ergänzend auf die nach wie vor verhaltene Nachfrage. Es gebe weiterhin Stornierungen, da Reisende Angst oder auch keine Lust hätten, sich aufgrund der Auflagen einzuschränken. Der Goldene Löwe habe daher im Mai zunächst nur eines der beiden Hotels geöffnet sowie das Café und das Restaurant.

Durch die Hygiene-Regeln entsteht dem Betrieb Astrid Metzig zufolge allein beim Hotel-Frühstück in Küche und Service ein doppelter Personalaufwand. Dazu kommen erhöhte Kosten durch Kleinstabpackungen, etwa von Salz, Pfeffer, Zucker und so weiter. Statt strahlend weißer Tischwäsche gebe es nur noch Papierläufer. Nach jedem Gast wanderten diese in den Müll. Darüber hinaus musste das Hotel größere Mengen an Desinfektionsmittel und Spender anschaffen. Zum Glück hätten die meisten Gäste Verständnis für all die Regeln und Einschränkungen.

Nur 65 Prozent der Plätze

Nicht viel anders als in Meißen, sieht es in der Landeshauptstadt aus. „Da wir durch die Corona-Auflagen einen aberwitzigen Mehraufwand betreiben, geben wir das nicht weiter. Ist aber auch nicht Sinn der Sache“, sagt Tourismuschef und Hotelier Johannes Lohmeyer. Die Senkung sei für ihn und seine Kollegen sehr wichtig. „Es hilft derzeit jeder Mehrerlös, das Unternehmen zu halten.“ Gleichzeitig sei das Entgegenkommen aber nur ein kleines Puzzlesteinchen im Überlebenskampf der Branche. „Über kurz oder lang muss es, um eine Klage- oder Pleitewelle zu vermeiden, zu Entschädigungen kommen“, betont Lohmeyer die Forderung aus der Gastronomie.

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Luisenhof-Wirt Carsten Rühle begrüßt die Senkung ebenfalls. „Wir haben in den acht Wochen, in denen wir den Luisenhof coronabedingt schließen mussten, einen sechsstelligen Verlust gemacht.“ Grund dafür seien laufende Kosten, die trotz Schließung und null Umsatz angefallen sind. Und auch jetzt nach dem Neustart habe das Restaurant wegen der Abstandsregeln nur 65 Prozent der Plätze zur Verfügung.

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