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Meißen im Leserausch

Trotz der Hitze kamen über Pfingsten 14 000 Besucher zum Literaturfest. Nächstes Jahr wird es eine Veränderung geben.

Mit einer Lesung von Bundesminister Thomas de Maizière (CDU) ist gestern auf dem Marktplatz das Literaturfest Meißen zu Ende gegangen. „Es war das heißeste Literaturfest aller Zeiten – neben Büchern waren kühle Gewölbekeller als Leseorte, Sonnencreme und Eis gefragt“, so das Fazit von Sven Mücklich, Sprecher des Literaturfest Meißen. Über 280 eintrittsfreie Lesungen, Theaterinszenierungen und Literaturaktionen standen vom 5. bis 9. Juni zur Auswahl.

„14 000 Besucher kamen trotz der hohen Temperaturen zu Deutschlands größtem eintrittsfreien Open-Air-Lesefest. Mit dieser Resonanz sind wir sehr zufrieden“, so Sven Mücklich und fügt hinzu: „Wir haben mit weniger Besuchern gerechnet. Denn neben der Hitze hatten wir von vielen die Rückmeldung erhalten, dass sie aufgrund der Bilder von der Schlammlawine im Triebischtal nicht anreisen wollten.“

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Neben der Krimilesenacht gab es in diesem Jahr eine Fantasy-Lesereihe und die Lange Lesenacht auf der Albrechtsburg. „Diese Lesereihen sind von den Besuchern sehr gut angenommen worden“, betont Sven Mücklich. „Der Besucherandrang war zum Teil überwältigend. Bei der Fantasy-Lesenacht mussten wir sogar viele Besucher zu anderen Veranstaltungen verweisen, da der Leseort schlichtweg überfüllt war.“

Zusätzlich zu den Lesenächten gab es gleich zwei Poetry-Slam-Veranstaltungen beim Literaturfest. „Ursprünglich hatten wir nur einen Dichterwettstreit am Sonnabend geplant“, berichtet Sven Mücklich. „Nachdem dieser einen sehr hohen Zuspruch von den Besuchern erfahren hatte, wurde spontan für Sonntagabend in der Beachbar mit Schülern des Afra-Gymnasiums ein zweiter Poetry Slam organisiert.“

Fast 60 Leseorte luden zum Entdecken, Verweilen und Zuhören ein. Lesungen gab es nicht nur in den Gassen und auf den Plätzen, sondern auch in privaten Höfen und Gebäuden sowie in Kirchen und Schlössern. Zusätzlich wurden Lesungen in den Weinbergen um Meißen und Stadtführungen durch die Domstadt organisiert.

Gemeinsam mit der Sparkasse Meißen haben die Literaturfest-Organisatoren in diesem Jahr den dritten Schreibwettbewerb für Schulklassen und Nachwuchsautoren ausgelobt. Die Gewinner 2014 kamen aus Riesa und Leipzig. Rolf Schlagloth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meißen, übergab mit Anja Stephan von der Dresdner Bildungsagentur die Preise. Zusätzlich werden die Gewinnerbeiträge im nächsten Jahr im Karrasburg-Museum Coswig im Rahmen der Elbe-Ausstellung mit dem Titel „Kilometer 73“ präsentiert.

Im kommenden Jahr werde vom 11. bis 14. Juni das sechste Literaturfest Meißen veranstaltet, sagt Walter Hannot. Er ist Vorsitzender des im April gegründeten Meißener Kulturvereins, der zukünftig das Lesefest organisieren wird.

„Die traditionellen Schwerpunktthemen Mittelalter, Renaissance und Fantasy werden bestehenbleiben. Konzeptionelle Veränderungen wird es 2015 höchstwahrscheinlich am Marktplatz geben“, betont Hannot. „Als Zumutung wurde von den Vorlesern und Zuhörern der Straßenverkehr um den Marktplatz empfunden. Insbesondere, wenn Autos mit Musik und Motorräder den Platz an drei Seiten umfuhren. Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Stadtverwaltung seit Jahren diesen Lärm nicht unterbindet“, so Hannot.