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Kauft Sachsen das Kornhaus?

Der Skandal um die Immobilie auf dem Burgberg Meißen könnte noch ein glückliches Ende nehmen.

Das Kornhaus ist das letzte unsanierte Objekt auf dem Meißner Burgberg. Seit gut einem Dutzend Jahren befindet es sich im Besitz der von italienischen Gesellschaftern gegründeten Venere GmbH.
Das Kornhaus ist das letzte unsanierte Objekt auf dem Meißner Burgberg. Seit gut einem Dutzend Jahren befindet es sich im Besitz der von italienischen Gesellschaftern gegründeten Venere GmbH. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der Freistaat Sachsen erwägt möglicherweise den Erwerb des Meißner Kornhauses. Dies habe eine Kleine Anfrage an die Staatsregierung ergeben, so der Meißner Landtagsabgeordnete Thomas Kirste (AfD). „Weil die Willensbildung der Staatsregierung in dieser Frage nicht abgeschlossen ist“, betonte der sächsische Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt (CDU), könnten allerdings keine Angaben zur konkreten Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes auf dem Meißner Burgberg mitgeteilt werden.

Die Frage berühre „den Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung“, so der Minister. Eine zum heutigen Zeitpunkt eindeutige Positionierung des Freistaats „würde den lnitiativ- bzw. Beratungsbereich der Staatsregierung ausforschen und das notwendige Maß an Unbefangenheit der am Entscheidungsprozess Beteiligten einschränken.“

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„Als kulturelles Erbe von uns Meißnern gehört das Kornhaus endlich wieder in Besitz entweder der Stadt Meißen oder aber des Freistaats Sachsen“, sagt Kirste. Ein Verkauf an „zwielichtige Investoren und Spekulanten“ hätte niemals in Betracht gezogen werden dürfen. Um das Kornhaus nicht weiter dem Verfall zu überlassen, stehe der Freistaat in der Pflicht, dieses historische Gebäude umgehend zu erwerben. 

Ähnliche Forderungen hatte es in den letzten Jahren immer wieder gegeben, so vom früheren Meißner ULM-Stadtrat Wofgang Tücks. Kirste zufolge sollte neben dem aktuellen Marktwert des Objektes bei einem Rückkauf zwingend der damalige Verkaufspreis berücksichtigt werden. Spekulanten dürften keinen Gewinn aus den Fehlern der Vergangenheit schlagen.

Seit gut einem Dutzend Jahren befindet sich das Denkmal im Besitz der von italienischen Gesellschaftern gegründeten Venere GmbH. Diese sollen es von der Meißner Wohnungsgesellschaft Seeg damals für eine halbe Millionen Euro erworben haben, allerdings ohne Rückkaufklausel.

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