SZ +
Merken

Meißen nimmt einen Kindergarten zurück

Dadurch sollen Kosten gespart werden. Der Neubau des DRK ist bereits viel teurer als geplant.

Teilen
Folgen

Von Harald Daßler

Für den Neubau der Kita „Knirpsenland“ im Heiligen Grund übernimmt jetzt die Stadt die Bauherrschaft. Das beschlossen die Stadträte in dieser Woche mit 21 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme.

Eigentlich sollte das Deutsche Rote Kreuz als künftiger Träger der Kita der Bauherr sein. Der Wechsel soll vor allem Kosten sparen helfen, denn im Zuge der weiteren Planungen hatte sich herausgestellt, dass die neue Kita im Heiligen Grund für 1,3 Millionen Euro wie ursprünglich grob geschätzt nicht zu bauen ist. Die detaillierten Planungen, die jetzt für die Baugenehmigung angefertigt wurden, gehen von 1,6 Millionen Euro aus.

Der Geschäftsführer der DRK Senioren- und Sozialdienst gGmbH Dresdner Umland Frank Sipply nennt den Anschluss an die Fernwärme sowie einen höheren Aufwand zum Gestalten der Außenanlagen auf dem 10000 Quadratmeter umfassenden Gelände als Gründe für die Kostensteigerungen. Auch deshalb einigten sich DRK und Stadt auf den Wechsel der Bauträgerschaft. Somit bleibt das Grundstück in städtischem Besitz.

Der Verkauf für einen symbolischen Euro, dem die Stadträte im Sommer zugestimmt hatten, wird mit dem neuen Beschluss aufgehoben. So lässt sich ausschließen, dass Fördermittel, die hier in den 90er Jahren in die Altlastensanierung flossen, beim Eigentumswechsel an den Freistaat zurückgezahlt werden müssen.

1,2Millionen aus dem Haushalt

Der Wechsel der Trägerschaft wirkt sich auch auf die Vergabe der Bauarbeiten aus. Die Stadt kann die Aufträge an Bau- und Handwerksbetriebe in Meißen und der unmittelbaren Umgebung vergeben.

Nach dem jetzt gefassten Beschluss der Stadträte beträgt der städtische Eigenanteil an den Baukosten 1,2 Millionen Euro. Im Haushalt für das kommenden Jahr, den die Stadträte am Mittwoch ebenfalls beschlossen, ist diese Summe bei den Ausgaben enthalten. Schließlich gehören Kindergärten – trotz Trägervielfalt – zu den Pflichtaufgaben der Kommune. Für das Projekt gibt es einen Zuschuss von 414000 Euro aus Fördermitteln des Landes. Als Träger und künftiger Mieter beteiligt sich das DRK an den Kosten: Es übernimmt die Finanzierung der Ausstattung sowie für das Gestalten der Spielflächen im Außenbereich der neuen Kindertagesstätte. An den konkreten Planungen wirkt der Elternrat der Kita mit.

Wie berichtet, soll der neue Kindergarten insgesamt 105 Kindern Platz bieten. Geplant wird für 48 Krippen- und 57 Kindergarten-Kinder. Wie das „Knirpsenland“ in der Mannfeld-Straße soll der neue Kindergarten auch einige Kinder mit Behinderungen betreuen. Insgesamt entstehen 17 Plätze mehr, als derzeit in der Mannfeld-Straße vorhanden sind.

Die von den Dresdner Architekten Angelika von Olberg und Jan Deusch erarbeiteten Baupläne sehen mehrere eingeschossige Bauten vor, die in zwei Reihen hintereinander angeordnet sind. Sie sind so aufgeteilt, dass Räume für vier Krippen-Gruppen mit je zwölf Kindern und vier Kita-Gruppen mit je 14 bzw. 15 Kindern entstehen.

Mannfeld-Straße schließt

Bevor die Bauarbeiten ausgeschrieben werden können, bedarf es noch der Baugenehmigung. Frank Sipply hofft dass sie im Januar vorliegt. Dann sei es möglich, dass das neue „Knirpsenland“ Ende nächsten Jahres eröffnet werden kann. Die Kita in der Mannfeld-Straße, wo das „Knirpsenland“ noch untergebracht ist, soll dann endgültig schließen.