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Meißens Geschäfte stehen unter Druck

Weniger Touristen in der Altstadt: Das hat negative Auswirkungen für den Handel. Trotz erlaubter Eröffnung gibt es Probleme.

Mittlerweile ist es alltäglich, Mund- und Nasenschutz in Geschäften zu tragen. So wie Silke Greulich, Filialleiterin der Meißner Thalia-Buchhandlung.
Mittlerweile ist es alltäglich, Mund- und Nasenschutz in Geschäften zu tragen. So wie Silke Greulich, Filialleiterin der Meißner Thalia-Buchhandlung. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Meißner Geschäfte haben in der Altstadt geöffnet, doch die Straßen sind leer. Der große Marktplatz, sonst überfüllt mit Menschen, die in den Kneipen sitzen oder flanieren, wirkt trist. Zwar haben Läden geöffnet, doch die Kundschaft lässt auf sich warten.

Silke Greulich ist trotzdem motiviert: "Unsere Kunden sind begeistert, dass wir wieder geöffnet haben", sagt die Filialleiterin von Thalia in Meißen. Die Buchhandlung ist seit vergangener Woche wieder durchgehend geöffnet, davor konnte man Bücher nur so bestellen: per Telefon, online oder über die App. "Viele Kunden haben uns jetzt aber schon angerufen." Das freut Silke Greulich.

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Der Bedarf an Büchern sei groß, erklärt sie. Das äußere sich zum einen in der positiven Resonanz der Kunden. Zum anderen seien gerade am Wochenende zum Grünen Markt viele vorbeigekommen, um zu stöbern oder Bücher zu kaufen. Und trotzdem fehle etwas. " Den Wegfall der Touristen merken wir deutlich." Greulich musste deshalb ihre fünf Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Auch jetzt hat die Thalia-Filiale nur verkürzt geöffnet.

Im Weinladen auf der Elbestraße fehlen ebenso die Kunden. Denn der Ausschank ist bis auf Weiteres ausgesetzt, auch wenn vereinzelt Wein angeboten wird, so wie zum Grünen Markt am ersten Maiwochenende. "Unsere Stammkunden warten schon ungeduldig, wann es denn endlich losgeht", sagt Inhaberin Claudia Beyer und bleibt zuversichtlich: "Bald geht es wieder weiter. Ich hoffe auf Mitte Mai."

Der Tourismus steht still

Die sächsische Regierung hat  jedoch keine genauen Angaben dazu gemacht, wann Gastronomien endgültig wiedereröffnen dürfen. Ende Mai  ist im Gespräch. Das heißt, dass Claudia Beyer bis dahin nur Getränke zum Mitnehmen anbieten kann. Dafür bekommen die Kunden entweder einen Plastikbecher oder bringen ihr eigenes Glas mit. Schade sei aber, dass in den vergangenen Wochen keine Weinproben möglich waren.

So konnte Claudia Beyer bisher nur eine Jungweinprobe ausrichten. Diese sei oft wichtig, um die Weinauswahl für das laufende Jahr zu treffen. "Für die Winzer ist die Probe verkaufsfördernd, und wir können uns einen Marktüberblick verschaffen." Das fällt wegen Corona nun aus. 

"Zum Glück sind aber die meisten Weine qualitativ sehr stabil. Deswegen ist der Ausfall für uns noch unproblematisch, da wir wissen, welche wir ins Sortiment aufnehmen können." Wenngleich die Inhaberin optimistisch bleibt – die Kunden bleiben aus, egal ob der Weinladen geöffnet oder geschlossen ist. Das liegt vor allem am fehlenden Tourismus.

Denn dieser steht seit März im Landkreis still. Rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz hat die Branche in den vergangenen zwei Monaten verloren, erklärt der Landestourismusverband Sachsen in seinem Konzept der schrittweisen Öffnung des Tourismus. Laut diesem sollen schon ab 20. Mai erste Lockerungen kommen. Andreas Herr, 2. Beigeordnete des Landkreises, unterstützt diese Forderung. Unter der Voraussetzung, dass der Infektionsschutz strikt eingehalten wird.

"Wir brauchen die Gastronomie"

Ebenso die Goldschmiede Seurig bemerkt den Wegfall der Touristen deutlich. Das Geschäft befindet sich auf dem Markt, direkt neben der Tourist-Information. Inhaberin Kerstin Seurig merkt das daran, dass keine Gäste mehr aus Dresden oder Berlin kommen. "Denn die gehen gern in der Meißner Altstadt essen, trinken einen Wein und wollen dann shoppen. Auch bei uns", erzählt sie. "Wir brauchen die Gastronomie. Ich hoffe, dass die Wirte bald wieder ausschenken dürfen."

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Doch vergleichsweise gehe es dem Schmuckgeschäft gut. Viele wollen nach wie vor ihren Liebsten Schmuck schenken, meint Kerstin Seurig. "Zudem ist an unser Geschäft noch eine Werkstatt angeschlossen. Die läuft weiterhin, da wir laufende Aufträge bearbeiten." Oder die Meißner kommen vorbei, um ihren Schmuck reparieren oder anpassen zu lassen. Das Geschäft habe demnach noch genügend Arbeit, auch wenn die Mitarbeiter alle in Kurzarbeit sind.

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