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Meißner Krankenhaus senkt Sterberate deutlich

Besonders bei Schlaganfällen ist die Überlebenschance gestiegen. Nachholbedarf haben die anderen Häuser.

Von Peter Anderson

Zeit ist Gehirn. Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, umso geringer fallen die Schäden aus. In der Folge steigen die Überlebenschancen. Mit seiner Schlaganfall-Station hat das Meißner Haus der Elblandkliniken jetzt gezeigt, wie sich das umsetzen lässt. Vergangenes Jahr konnte die Sterberate bei Schlaganfall-Patienten verringert werden und lag bei 6,3 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 8,7 Prozent gewesen.

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Nach Aussage von Elblandkliniken-Vorstand Frank Ohi zeigen diese Zahlen, wie wichtig der Aufbau der Schlaganfall-Station 2012 war. Rund 150 000 Euro wurden dort investiert. 15 Betten umgeben von modernster Technik stehen für die Akutbehandlung in der Neurologischen Klinik von Dr. Martin Wolz bereit.

„Wir können dadurch eine speziell auf diese Patienten abgestimmte Behandlung umsetzen“, sagt der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Meißen Dr. Holger Sebastian. Auch die Patienten in Radebeul und Riesa würden davon profitieren. Die Meißner Spezialisten schalten sich in solchen Fällen direkt an das Patientenbett des anderen Standortes. Dann wird zum Beispiel entschieden, ob eine Lyse-Therapie infrage kommt, mit der unmittelbar nach einem Schlaganfall verschlossene Gefäße wieder geöffnet werden können.

Mehr Intensiv-Betten geschaffen

Die Schlaganfall-Zahlen sind Teil eines umfassenden Berichts der deutschlandweiten Initiative Qualitätsmedizin (IQM). Derzeit beteiligen sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr als 250 Krankenhäuser an diesem Verfahren. Die routinemäßig an die Krankenkassen gemeldeten Todesfälle werden dabei gesammelt und von den einzelnen Kliniken nach Diagnosen aufgeschlüsselt. Auf die örtlichen Besonderheiten angepasste Durchschnittszahlen, die sogenannten Erwartungswerte, liefern einen Vergleichsmaßstab.

Die Elblandkliniken nutzen das regelmäßig veröffentlichte Zahlenwerk, um Nachholbedarf in ihren Häusern zu entdecken. Nach oben hin abweichende Sterberaten können Hinweise darauf sein, dass Personal anders eingesetzt oder weitere Technik angeschafft werden muss. Durch Besuche von Spezialisten unterstützen sich die deutschen Kliniken gegenseitig im Bemühen, die Sterberaten möglichst weit nach unten zu bringen.

Neben dem Bereich Schlaganfälle zeigten vergangene IQM-Berichte für Meißen vor allem ein Defizit bei der Intensiv-Therapie. Auch hier hat das Unternehmen mittlerweile gehandelt und investiert. So besitzt das Haus seit März eine sogenannte Zwischenpflegestation mit insgesamt 15 Betten.

Mit der Intermediate Care (IMC) reagiert das Haus darauf, dass die Patienten immer älter werden und oft altersbedingt an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden. Dadurch ergibt sich ein höherer Bedarf an Intensiv- und Überwachungsbetten. In der Zwischenpflegestation wird mehr Personal eingesetzt, als dies auf normalen Stationen der Fall ist.

Zudem werden Schwestern und Pfleger für die besonderen Herausforderungen mit einer Weiterbildung in Intensivpflege und Anästhesie qualifiziert. Im Vergleich zur regulären Intensivstation müssen die Patienten allerdings nicht wirklich hoch intensiv überwacht und behandelt werden. So fehlt allgemein eine künstliche Beatmung. Inzwischen verfügen nach Aussagen der Elblandkliniken alle drei Häuser des Gesundheitskonzerns über eine IMC.

Keinen Nachholbedarf lässt der IQM-Bericht übrigens bei der Geburtshilfe und Frauenheilkunde erkennen. Im Gegenteil. Hier schneidet die Elblandklinik stets überdurchschnittlich gut ab. Besonders hervorzuheben sind die niedrigen Raten bei Kaiserschnittentbindungen. Bundesweit kommen knapp ein Drittel aller Kinder auf diesem Weg zu Welt. In Meißen sind es lediglich knapp ein Viertel.