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Meißner Märkte reagieren auf Hamsterer

In einige Regalen klaffen große Lücken. Die Marktleiter steuern jetzt gegen.

Große Lücken sind in den Regalen mit Konserven in einem Berliner Supermarkt zu sehen. Die Angst vor dem Coronavirus sorgt für Hamsterkäufe.
Große Lücken sind in den Regalen mit Konserven in einem Berliner Supermarkt zu sehen. Die Angst vor dem Coronavirus sorgt für Hamsterkäufe. © Paul Zinken/dpa

Meißen. Spitzen-Langkornreis im Kochbeutel ist im Kaufland auf der Niederauer Straße in den letzten Tagen sehr gefragt gewesen. Dort, wo er laut Label im Regal stehen sollte, herrscht gähnende Leere. Ähnlich verhält es sich mit der Backmischung für Roggen-Vollkornbrot. Gegenüber in der Pasta-Abteilung bepacken zwei Männer ihren Einkaufswagen gerade mit großen Beuteln voll preiswerter Nudeln.

Für Marktleiter Andreas Otto ist der Montag sein erster Tag als neuer Chef im rechtselbischen Meißner Kaufland. Bislang verantwortete er den Mark im Meißner Triebischtal. Die SZ erwischt ihn am Vormittag gerade bei der Übergabe im Büro. „Ich muss mir erstmal einen Überblick verschaffen“, sagt Otto.

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Auf der anderen Elbseite bestätigt Rewe-Chefin Ines Hoppe den im Kaufland an der Niederauer Straße gewonnenen Eindruck. Haltbare Nährmittel wie Mehl, Reis und Nudeln würden von den Kunden in ungewöhnlich großen Mengen gekauft. Auch Desinfektionsmittel sei der Renner.

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Nach Angaben von Ines Hoppe gehen die Verbraucher ganz gezielt vor. Möglicherweise arbeiten einige von ihnen Ratgeber wie die Checkliste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz ab. Dieses empfiehlt zum Beispiel einen Zehn-Tages-Vorrat von 3,5 Kilogramm an Grundnahrungsmitteln wie Getreideprodukten, Kartoffeln, Nudeln und Reis. Nach Angaben von Ines Hoppe sind in den Rewe-Märkten als Reaktion auf die Großeinkäufe die Prognosen angehoben worden. „Wir werden jetzt häufiger beliefert“, sagt sie. 

Einer der größten Rewe-Märkte in der Region ist der Markt im Löma an der Grenze zwischen Radebeul und Coswig. Marktbetreiber Björn Keyser: „Seit letzten Dienstag haben die Kunden bestimmte Dinge wirklich wie noch nie in der Menge gekauft.“ Vor allem haltbare Grundnahrungsmittel, also Knäckebrot, Nudeln, Reis, Wurstkonserven und Fertiggerichte, aber auch Hygieneartikel wie Toilettenpapier seien in großen Mengen rausgegangen. „Einige Regale sind fast leer“, sagt Keyser. Er bemühe sich schnellstmöglich um Nachschub, aber manches sei nicht innerhalb von ein oder zwei Tagen nachzuliefern.

Im Radebeuler Kaufland berichtet Leiter Lars Mai von Umsätzen wie sonst nur Weihnachten und Ostern. „Mehl Zucker, Brotbackmischungen, Toilettenpapier, Küchentücher, Desinfektionsmittel haben die Leute gekauft.“Die Lager von Kaufland reagieren. In zwei bis drei Tagen sei alles wieder aufgefüllt. Auf Handdesinfektionsmittel habe das Zentrallager bereits vorige Woche reagiert. Davon sei genug vorrätig.

Der Hausleiter wolle sich zugleich bei seinen Mitarbeitern wie auch den Kunden bedanken. Erstere, weil sie den Ansturm mit Bravour bewältigt haben. Mai: „Zur eigenen Sicherheit hat jeder Mitarbeiter ein Desinfektionsspray, etwa an der Kasse und im Aufenthaltsraum.“ Den Kunden wolle er für die Geduld danken, dass es zu keinen bösen Worten für etwas längeres Warten gegeben habe.

„Aufgrund unseres großen Sortiments ist die Warenversorgung grundsätzlich gewährleistet. Gemeinsam mit unseren Lieferanten arbeiten wir daran, diese auch weiterhin sicherzustellen“, heißt es aus der Kaufland-Pressestelle.

Direkt von der Palette verkauft

Ausnahmezustand herrscht seit Freitag in den Filialen von Edeka-Scheller. „Ich hatte vorsorglich noch Tomaten- und Instantsuppen zusätzlich geordert, nachdem ich am Donnerstagabend im Fernsehen selbst den Aufruf gehört hatte, dass die Bevölkerung für zehn Tage vorsorgen soll“, sagt John Scheller, Betreiber dreier Märkte in Dresden, Radeberg und Großenhain. Eine gute Entscheidung, denn bis zum Sonnabend hätten die Kunden tatsächlich gekauft, was die Regale hergegeben hätten. Konserven, Nudeln, Fertiggerichte, Toilettenpapier, Wasser sowie besagte Suppen und Soßen wären Objekte der Begierde gewesen. Selbst der Kohleanzünder wäre in Großenhain ausverkauft.

„Und die nachträglich bestellten Produkte mussten unsere Mitarbeiter gar nicht mehr erst einsortieren. Sie wurden gleich vom Rollwagen runtergenommen“, verrät John Scheller. Der Unternehmer macht keinen Hehl daraus, dass die Abrechnungen an beiden Tagen wirtschaftlich große Freude bei ihm ausgelöst hätten. Die Umsätze bescherten immerhin ein zusätzliches Weihnachtsgeschäft.

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Die Fotos von leeren Tiefkühltruhen, Regalen und Gemüsekisten aus Supermärkten im Landkreis sorgen auf Facebook für Diskussionen. Die meisten Kommentatoren haben für Hamsterkäufe kein Verständnis, bezeichnen es als Panikmache. Andere sind sauer, dass Kartoffeln, Toast und Eier alle waren. Manche befürchten, dass dadurch der Handel die Preise wieder anziehen werden.

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