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Meißner Schwerterbrauerei rüstet auf

Die Brauerei hat eine Menge Geld in die Modernisierung der Anlagen im Gewerbegebiet Ost gesteckt. Angestrebt wird aber nicht, mehr Bier herzustellen.

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Von Harald Daßler

Noch muss es ein bisschen reifen – das neue Elbsommer-Bier. Mit dem Geschmack und der Farbe der gerade entnommenen Probe sind Schwerter-Braumeister Wilfrid Kubitz und sein Chef Eric Schäffer schon ganz zufrieden. Nicht nur die Rezepte für die einzelnen Biersorten hat der Braumeister festgelegt, sondern auch die Zeiten, in denen das Bier lagern und ausreifen muss.

Unter Laborbedingungen: Schwerter-Chef Eric Schäffer (l.) und Braumeister Wilfried Kubitz (M.) überwachen das Ausreifen des Elbsommer-Bieres, das am 21. April erstmals ausgeschenkt werden soll. Beim Verkosten dabei ist auch der angehende Schwerter-Braumei
Unter Laborbedingungen: Schwerter-Chef Eric Schäffer (l.) und Braumeister Wilfried Kubitz (M.) überwachen das Ausreifen des Elbsommer-Bieres, das am 21. April erstmals ausgeschenkt werden soll. Beim Verkosten dabei ist auch der angehende Schwerter-Braumei

Die aus einer obergärigen Hefe, Hopfen und Sommergerste aus dem Meißner Elbland hergestellte Spezialität dieses Jahrgangs entsteht in einem neuen und gerade erst installierten Tank. Insgesamt vier dieser jeweils 30 000 Liter fassenden Edelstahlbehälter sind hier aufgestellt worden. Der erweiterte Gär- und Lagerkeller ist nur ein Ergebnis zahlreicher Umbau-Maßnahmen, die in Sachsens ältester Privatbrauerei auf dem Werksgelände im Gewerbegebiet im Laufe des zurückliegenden Jahres stattfanden.

Neu ist die Technik in der Schroterei – dort, wo das Bierbrauen mit der Auswahl der Braumalz-Sorten und dem Aufbrechen des Malzes beginnt. Auch für die weiteren Verarbeitungsschritte im Sudhaus und im Filterkeller wurde allerhand neue Technik angeschafft und installiert. „Dabei ging es vor allem um das bessere Ausnutzen der Energie in den Prozessen“, berichtet Eric Schäffer. Er beziffert die Investitionen in die Anlagen der Meißner Schwerter Brauerei auf „eine siebenstellige Summe“.

„Für mich steht nicht die Menge des Bierausstoßes an erster Stelle“, sagt der Pfälzer, der als Inhaber der Oppacher Mineralquellen die Meißner Schwerter Brauerei im Jahr 2009 aus der Insolvenz heraus erworben hatte. Er will die „Liebe zum Produkt“ vertiefen, die sich auch in der Nachfrage nach den Meißener Bieren zeigt und die ihm zum Modernisieren des Brauerei-Betriebs an der Ziegelstraße ermutigte. Dass die Belegschaft in den vergangenen vier Jahren von 19 auf derzeit 42 Mitarbeiter wuchs, wie Erich Schäffer stolz verkündet, spricht für den Erfolg.

Nein, es gehe ihm nicht um die Menge des in Meißen hergestellten Bieres. Vielmehr um die Qualität dieses regionalen Produkts. Die mit derzeit 553 Jahren älteste private Brauerei in Sachsen zu sein, darin sehen Eric Schäffer und seine Leute in Meißen einen besonderen Anspruch. Er wolle das regionale Angebot pflegen.

Deshalb soll es auch bei den derzeit vier Standard- und drei saisonalen Biersorten bleiben. Eine neue Spezial-Kreation sei vielleicht denkbar zum nächsten Jubiläum, dem 555-jährigen Bestehen der Schwerter Brauerei im Jahr 2015, sagt Eric Schäffer. Vielleicht nehmen sich Braumeister Wilfried Kubitz und sein angehender Nachfolger Robert Kaeßler dann eines der überlieferten Meißner Porter-Rezepte vor.

Die Um- und Anbauten in der Brauerei sind nun im wesentlichen vollendet. In der nächsten Woche soll in der neuen Lagerhalle noch der Werksverkauf völlig neu eingerichtet werden. Hier bietet Schwerter seine Standard-Sorten ebenso an wie die saisonalen Spezialitäten, den Maibock, das Elbsommer, das ab 21. April auf den Markt kommt, und im Herbst das Bennator Bockbier.

Neue Fass-Abfüllanlage

Im Werksverkauf gibt es auch Fässer mit 30 oder 50 Litern Bier, wofür die Abfüllanlage jetzt erneuert wurde. Gefragt ist auch das Keggi – eine Art Minifass, das neben zwölfeinhalb Litern Bier auch eine Gaspatrone enthält und das besonders gekühlt ist, so dass es sofort angezapft werden kann. Aber auch Flaschenbier und einen Teil des Oppacher Sortiments an alkoholfreien Getränken gibt es hier ebenfalls.

Um den Platz dafür zu erhalten, wurde die bislang hier untergebrachte Schanktechnik zum Vermieten nach Sörnewitz ausgelagert, wie Eric Schäffer informiert.

Die Kabel, die aus der noch nackten Wand in der neuen Halle herausragen, müssen nun mit dem Kassen-System verbunden werden. Eine richtige Ladentheke soll hier in den nächsten Tagen entstehen. Dann können die Meißner Schwerter-Brauer im Werksverkauf auch auf besondere Aktionen oder ein „Produkt des Monats“ verweisen. Ein Versandbüro wird noch eingerichtet.

Die verbleibende Hoffläche, auf der auch Kundenparkplätze eingerichtet wurden, soll auch für Aktionen genutzt werden.

Den Auftakt dazu gibt es am 21. April. An diesem Tag stellt Schwerter sein Elbsommer-Bier des Jahrgangs 2013 erstmals der Öffentlichkeit vor. Zur Feier dieses Anlasses ist ein offizieller Fassanstich vorgesehen. Auch ein Angrillen soll es geben.