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Meisterin an der Lichtpistole

Paula Nollau aus Gottschdorf schießt sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften ganz nach vorn. Ihr Kamenzer Verein ist mächtig stolz auf sie.

Paula Nollau (12) trainiert zweimal pro Woche bei der Kamenzer Schützengesellschaft. Sie ist Deutsche Jugendmeisterin an der Lichtpistole und gehört zum Landeskader des Sächsischen Schützenbundes.
Paula Nollau (12) trainiert zweimal pro Woche bei der Kamenzer Schützengesellschaft. Sie ist Deutsche Jugendmeisterin an der Lichtpistole und gehört zum Landeskader des Sächsischen Schützenbundes. © Ina Förster

Andere Zwölfjährige kleben noch schöne Bildchen ins Poesiealbum, haben gerade die Puppen weggelegt oder hängen bereits ganztags am Handy. Paula Nollau aus Gottschdorf aber geht zweimal pro Woche zum Training. Es ist ein besonderes Training im Keller-Schießstand der Schützengesellschaft Kamenz auf der Fichtestraße. Hier kommt sie nach einem anstrengenden Schultag zur Ruhe. Wenn sie ihre Lichtpistole aus dem Koffer holt, bleibt die Welt um sie herum stehen. Konzentration und los. Mit stoischer Gelassenheit zielt sie. Und trifft in der Regel. Nach zwei Jahren im Schießsport gehört sie zu den besten ihrer Altersklasse. Sie ist Deutsche Jugendmeisterin an der Lichtpistole, gehört zum Landeskader des Sächsischen Schützenbundes. Und erhielt vor ein paar Tagen die Sportehrennadel 2019 für besondere Verdienste in Dresden.

Ruhe – das ist es auch, was das Mädchen auszeichnet. Die Sechstklässlerin macht kein großes Aufheben darum, dass sie mittlerweile alle anderen übertrumpft. Darunter auch viele Jungen. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften „Lichtfaszination“ in München im August diesen Jahres holte sie sich mit immerhin 179,9 Ringen von 200 den ersten Platz. „Das ist eine wahnsinnige gute Leistung. Wir sind alle sehr stolz auf Paula“, so Thomas Reinecke, Chef der Kamenzer Schützengesellschaft. Überhaupt ist der Jugendkader momentan sehr gut aufgestellt. Sechs in der Schülertruppe, vier Schützen in der Jugend. Bis zwölf Jahre dürfen die jungen Sportschützen mit Lichtpistole oder -gewehr trainieren. Im Kamenzer Verein hat man sich auf Ersteres spezialistiert. Gewehre sind schwieriger zu händeln, müssen abgelegt werden und man benötigt ein größeres Equipment. Die gesamte Ausstattung ist kostspieliger. Jugendliche über zwölf Jahre dürfen dann schon mit echter Munition trainieren. „Das frühe Einstiegsalter in den Schießsport birgt großes Potenzial bei der Mitgliedergewinnung. Vereine können auf Stadt-, Dorf- und Schützenfesten oder bei einem Tag der offenen Tür durch das Lichtschießen auf eine besonders spannende und zugleich spielerische Weise auf den Schießsport aufmerksam machen, denn Lichtschießen ist ungefährlich und macht großen Spaß“, heißt es. Doch Paula hat bereits seit einem Jahr eine Ausnahmegenehmigung fürs scharfe Kleinkaliber. „Wir haben ein Persönlichkeitsgutachten anfertigen lassen und es wurde genehmigt“, erzählt Mama Jana Nollau. Sie selbst ist mittlerweile ebenfalls Mitglied in der Schützengesellschaft und trainiert in einer ganz starken Frauenmannschaft mit. Stammt daher vielleicht das Talent der Tochter?

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„Ich habe das mit dem Schießen einfach mal in einem Freizeitpark im Urlaub ausprobiert und war gleich ganz gut“, lacht die Zwölfjährige. Freunde, die bei der Polizei arbeiten, bescheinigten dem Mädchen eine sehr sichere und ruhige Hand. Und gaben den Rat, sie doch beim Schießsport anzumelden. Das hat sich gelohnt. Übrigens: Auch sportliche Leistungen, wie Ausdauer, Geschicklichkeit und Kraft werden im Training und bei den Meisterschaften gefordert. Paula Nollau geht deshalb auch in die Sportförderklasse der 2. Oberschule Kamenz. Nebenbei reitet das ruhige Mädchen und schwimmt gern. Und auch in die Welt der Bücher taucht sie immer wieder lange ab. Und mit Sicherheit wird man noch einiges von der jungen Schützin hören.

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