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Melania Mrema Kyando spricht vor Gymnasiasten über ihr Leben in Tansania und über Aids

Der Gast der Herrnhuter Missionshilfe wirbt auch für ein Buch mit Schicksalen afrikanischer Frauen.

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Von Cornelia Mai

Für die Schüler der 8.Klasse des Zinzendorfgymnasiums nahm der Religionsunterricht gestern eine unerwartete Wendung. Die Klassenarbeit zum Islam fiel aus. Dafür erzählte ihnen eine kleine, hohlwangige Afrikanerin über das Leben der Frauen in Tansania. Und sie sprach über Aids: „Wenn euch bisher noch kein Aidskranker begegnet ist, dann ist das jetzt vorbei. Denn ich habe diese Krankheit“, sagte Melania Mrema Kyando.

Die 47-jährige Frau aus Tansania weilt derzeit auf Einladung der Herrnhuter Missionshilfe in der Oberlausitz. Im Süden ihres Landes leitet sie die Frauen- und Kinderarbeit der Brüder-Unität. Deshalb macht sich die Witwe für Frauen und Kinder besonders stark. Ihr Mann starb 2004 an Aids. 2005 brach die Krankheit bei ihr aus. Darüber sprechen konnte sie erst 2007. Seitdem nimmt sie Medikamente, ernährt sich besonders gesund. Sie hat aidskranke Kinder in ihr Haus geholt – Waisen, die sie betreut. Sie hilft und klärt auf. „Das hat mir neuen Mut gegeben, macht mich stark“, sagt die zierliche Frau.

Begleitet wurde sie gestern von Luise Plock. Die Pfarrerin der Brüder-Unität hat 15Jahre in Tansania gearbeitet. Sie skizzierte für die Schüler kurz Land, Leute und Kirche und fungierte anschließend als Dolmetscherin. Beide Frauen stellten während ihres Besuches auch ein Buch vor: „Zukunft braucht Erinnerung – Frauenleben in Tansania“ entstand in einer Schreibwerkstatt. Die Kapitel „Stark im Glauben“ und „Leben mit Aids“ hat Melania Mrema Kyando geschrieben.