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Messe mit Rekordumsatz

Die Konzerthalle wird gut angenommen, sodass die Einnahmen steigen. Nun kommt das Bayerische Fernsehen.

© Sven Ellger

Von Bettina Klemm

Die Freude war nur von kurzer Dauer: Im Februar 2013 hatte die Messe eine Gedenkwand im Keller der Messehalle 1 übergeben. Vier Monate später war das Kunstwerk hin, das Juni-Hochwasser hatte es zerstört. Jetzt zeigt Messe-Chef Ulrich Finger eine neue Wand. „Wir haben sie nun auch an einer besser sichtbaren Stelle positioniert“, sagt er. In jenem Keller waren 1945 amerikanische Kriegsgefangene. Einer von ihnen, Kurt Vonnegut, hatte seine Erinnerungen in dem Buch „Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug“ festgehalten. Der Dresdner Künstler Ruarí O‘ Brien wiederum setzte sich für seine Gedenkwand mit diesem Thema auseinander.

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Die Wand steht auch symbolisch für die aktuelle Situation der Messe Dresden. „Wir haben 2013 das beste Ergebnis seit Bestehen der Messe erzielt. Der Umsatz betrug 6,6 Millionen Euro, das waren 1,4 Millionen mehr als im Jahr zuvor“, sagt Ulrich Finger. Rechnet man das Ergebnis vom Schloss Albrechtsberg hinzu, kommen sieben Millionen Euro zusammen.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar hat die Messe mehr Fläche vermietet und dafür auch mehr Geld eingenommen, aber statt 139 Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr nur 128. Das lag beispielsweise daran, dass Messeveranstalter TMS nur noch seinen Reisemarkt in den Messehallen veranstaltet. Zunehmend weicht die TMS jetzt in die Eventhallen hinter der Messe aus. So entsteht Wettbewerb auf engstem Raum. In die Messe Dresden kamen im vergangenen Jahr 444 900 Besucher, das waren 23 700 weniger als 2012.

Im eigentlichen Veranstaltungsgeschäft erwirtschaftet die Messe ein leichtes Plus. Das wird aber aufgefressen, weil die Messe jährlich 2,5 Millionen Euro Abschreibungen für den Bau der Hallen im Ostragehege bezahlen muss. Da sie dies nicht aus eigener Kraft schaffen kann, zahlt die Stadt einen Betrag dazu. 2012 waren es 1,2 Millionen Euro. Wie viel es für 2013 wird, kann Finger noch nicht einschätzen, denn die Rechnungsprüfer seien noch am Werk.

Neben dem Verkauf von Veranstaltungsfläche und der Organisation von Messen, sind Ulrich Finger und sein Team auch Bauleute. 450 000 Euro betrugen allein die Hochwasserschäden. Glücklicherweise war die Messe versichert. Gebaut wird aber auch im Schloss Albrechtsberg. Dort wurden im vergangenen Jahr im Festsaal Tontechnik und Heizungen erneuert. In diesem Jahr soll das Parkett im Kronsaal komplett ausgetauscht werden. Das Schloss werde gut vermietet. Um es Hochzeitspaaren zu erleichtern, will das Schloss künftig die letzten Trauungstermine am Sonnabend selbst vergeben.

Bei allem Optimismus wird es nach dem Rekordumsatz im vergangenen Jahr nicht leicht sein, wieder so gute Ergebnisse zu erzielen. Die Voraussetzungen sind deutlich schlechter. So gab es im vergangenen Jahr zwei große Medizin-Kongresse, die Messen Sachsenback, Pieta und Semicon, die es in diesem Jahr nicht geben wird. „Unser Ziel ist es, diese Lücken mit kleineren Veranstaltungen zu füllen. Bisher ist es uns gut gelungen. Mit Stand April haben wir etwa den gleichen Buchungsstand wie im Jahr zuvor“, sagt Finger. Auch die Politik sorgt für volle Hallen. So fand am vergangenen Wochenende der 65. Bundesparteitag der FDP in der Messe statt. Zuvor nutzten die Grünen die Hallen im Ostragehege. Zu den großen Veranstaltungen in diesem Jahr zählen Fahrzeugpräsentationen von Volkswagen, ein Kongress der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sowie eine internationale Tagung zur Glasbeschichtung. Zudem gab es die großen Gastmessen wie Karrierestart und Haus 2014. Die Brandschutzbranche lädt zur Florian ein. Zudem gibt es die Saxxess-Mittelstandsmesse und als kleinen Ersatz für die Halbleitermesse Semicon den Silicon Saxony Day.

Gut gelaufen seien die eigenen Messen wie Room+Style und Dresdner Ostern mit der Orchideenschau. Auf die Verbrauchermesse Herbst/Winter will Finger künftig verzichten. Die Messe konzentriert sich nun auf Spiele. So soll der Bausteineproduzent Lego wieder sein Angebot präsentieren, parallel dazu wird es „Games for family“ geben. An Bedeutung soll die Messe Schriftgut gewinnen. „Wir sind auch gern bereit, anderen Veranstaltern wie Galerien und dem Künstlerbund eine Plattform für eine Kunstmesse zu bieten“, sagt Finger.

Kunst & Krempel gibt es bereits vom 27. bis 29. Juni. Dann zeichnet das Bayerische Fernsehen im Tagungszentrum Börse seine beliebte Sendung auf. Dazu können die Dresdner am 27. Juni Porzellan, Schmuck und Silber, am 28. Juni Design und Möbel sowie am 29. Juni Gemälde und Spielzeug vorstellen und von Experten bewerten lassen. Wer seinen Familienschatz vorstellen und von Experten begutachten lassen will, sollte sich beim Bayerischen Rundfunk oder über die Internetseite von Kunst & Krempel anmelden.