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Metallbauer auf neuen Wegen

Burkau. Eine andere Vertriebsschiene und der Bau von Behältern sollen der Firma CS-Metallbau aus der Krise helfen.

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Von Helga Koch

Als „unschön, aber nicht hoffnungslos“ beschreibt Max Keller, Geschäftsführer der in Burkau ansässigen Firma CS-Metallbau GmbH, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Seit reichlich einem halben Jahr ruht die Produktion der selbst kühlenden Bierfässer. Für die 25 Mitarbeiter ist Kurzarbeit angemeldet worden. Eine schottische Brauerei habe einen Auftrag storniert, mit dem die Metallbaufirma ein Jahr ausgelastet gewesen wäre. Auch die Japaner hätten einen Rückzieher gemacht. Als Ursachen, dass die so genannten CoolKegs nicht den geplanten Absatz auf dem Markt finden, sieht Max Keller das bisherige Vermarktungskonzept und den daraus resultierenden Verkaufspreis.

Das regenerierbare CoolKeg sei technisch ausgereift, betont Keller. Nachdem bisher nur 20-Liter-Fässer auf dem Markt waren, gibt es nun auch welche mit sieben, zehn, zwölf und 14 Litern. „Wir brauchen eine neue Vermarktungsstrategie, um dem Kunden den Nutzen des selbst kühlenden Fasses, also das Preis-Leistungs-Verhältnis, zu vermitteln. Der Einkaufspreis ist für eine Brauerei um das Zwei- bis Zweieinhalbfache höher als für ein Standardfass. Damit es sich amortisiert, muss die zwei- bis zweieinhalbfache Menge Bier im vergleichbaren Zeitraum umgesetzt werden.“ Eine mögliche Lösung sieht Max Keller darin, mit einem namhaften Logistiker einen Haus-Liefer-Service aufzubauen. Binnen 48 Stunden könnten die Fässer geliefert und nach zwei Wochen abgeholt werden. Für den Kunden kämen zum Preis fürs Standardbierfass rund 3,50 Euro für die integrierte Kühlung und fünf Euro für den Lieferservice hinzu.

Der Chef ist überzeugt, dass sich das CoolKeg durchsetzen wird. „Wir haben alle nationalen und internationalen Preise für innovative Verpackungen gewonnen. Jeder, der das Fass mal verwendet hat, ist begeistert.“ Ein halbes Dutzend Mitarbeiter hat inzwischen verschiedene Modelle attraktiver Zapftheken für Gartenpartys, Stammtische, Biergärten und Firmenfeiern entwickelt. Foyertheken könnten passend zu Mobiliar oder Fußboden gebaut werden und vielleicht sogar in der Semper-Oper gut ankommen, schwebt dem Chef vor. Für den Straßenverkauf wurde eine mobile Verkaufstheke entwickelt.

Das Burkauer Unternehmen versucht die Zwangspause auch in anderer Hinsicht zu nutzen. Voriges Jahr wurde das Firmengelände erweitert. Auf dem Nachbargrundstück sollen künftig Edelstahlbehälter gebaut werden, beispielsweise für die Pharmazie, Feinchemie und den Lebensmittelbereich, jedoch in geringeren Stückzahlen. „Wir werden die Durststrecke ganz sicher durchstehen“, sagt der Chef zuversichtlich.