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Metallbauer mit großen Zielen

Die Firma Rime weihte gestern mit 200 Gästen die neue Produktionshalle ein – und sucht noch immer Mitarbeiter.

Von Jens Ostrowski und Stefan Lehmann

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Zwölf Meter hoch, vierzig Meter breit, siebzig Meter lang: Metallbau Rime eröffnete gestern feierlich seine neue Produktionshalle und gab sogleich die Marschrichtung vor: „Wir wollen Deutschlands bester Blechverarbeiter werden“, sagte Geschäftsführer Frans Tollenaar. Der sieht mit der Erweiterung auch beste Voraussetzungen dafür. „Wir haben nicht nur die modernsten Maschinen, sondern auch großartige 75 Mitarbeiter, mit denen wir dieses Ziel erreichen können. Davon bin ich fest überzeugt.“

Nach nur einem Dreivierteljahr Bauzeit wird die Halle seit Anfang des Monats bereits in vollem Umfang genutzt – auch, wenn ein Großteil der Lagerfläche gestern für rund 200 Gäste noch mal freigeräumt wurde. Prunkstück ist der riesige gelbe Kran an der Eingangsseite. Metallteile mit bis zu 50 Tonnen Gewicht kann er heben. Bisher konnte Rime nur Teile bewegen, die bis zu 16 Tonnen wiegen. Zu wenig für die ambitionierten Ziele des Unternehmens, das seit 2007 zur niederländischen Tollenaar-Gruppe gehört. „Wir wollen künftig auch in der Lage sein, noch größere Teile zu fertigen, wenn unsere Kunden das wünschen“, erklärt der Geschäftsführer. In diese Kategorie würde dann beispielsweise der Wasserbau fallen, etwa die mehrere Meter langen Teile für Off-Shore-Technik.

Doch schon jetzt kann Rime seinen etwa 600 Kunden sonderangefertigte Metallbleche bieten, die in Deutschland sonst kaum jemand bauen kann. Und das wirkt. Dank der technischen Erweiterung der vergangenen Jahre – darunter ein Laser-Automat, der Bleche in der Größe von 16 mal vier Metern schneiden kann – exportiert Rime mittlerweile seine Sonderanfertigungen bis nach Bolivien, betont Betriebsleiter Stefan Wätzig. Und das Unternehmen will weiter wachsen. Letztes Jahr wurden 15 neue Mitarbeiter eingestellt, dieses Jahr bereits drei. Sieben weitere sollen in den nächsten Monaten noch dazu kommen. Doch das gestaltet sich schwierig. „Durch den Fachkräftemangel ist es gar nicht so einfach, gute Leute zu finden“, sagt Frans Tollenaar. Eigentlich sei er auf der Suche nach Konstruktionsmechanikern für Feinblechtechnik. Es könnten sich aber auch Industriemechaniker oder Elektromonteure bewerben. „Uns ist es neben der Qualifizierung ohnehin sehr wichtig, Mitarbeiter zu finden, die Selbstdenker sind. Solche Leute brauchen wir“, sagt Tollenaar. Deshalb würden Bewerber neben dem Vorstellungsgespräch auch zu einem Probearbeiten eingeladen.

Betriebsleiter Stefan Wätzig lobte in seiner Rede gestern ausdrücklich das schnelle Handeln der Stadt. „Wir brauchten die Baugenehmigung im letzten Jahr innerhalb weniger Wochen, weil wir sonst eine Frist verpasst hätten, um Fördermittel zu beantragen. Die Stadt hat wirklich alles möglich gemacht und es auch geschafft.“ Das hörte Baubürgermeister Tilo Lindner gerne. Der lobte Rimes mutige unternehmerische Bereitschaft und durfte anschließend zur Feier des Tages eine Flasche Sekt gegen einen Stützpfeiler werfen. Geschäftsführer Frans Tollenaar hielt sich lieber zurück, weil die Flasche beim letzten Mal beim ersten Wurf nicht gleich zersprang.

Der Bau der neuen Halle auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände brachte aber auch Schwierigkeiten mit sich. So konnte beim Spatenstich im April noch niemand ahnen, dass sich unter dem Boden noch große Betonfundamente von den alten Stahlwerksgebäuden befinden. Überhaupt musste der Boden aufgrund seiner historischen Nutzung von Experten auf Kontaminierung untersucht werden. „Aber wir haben alle Probleme beseitigt und können jetzt nach vorne schauen“, sagte Tollenaar.

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