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Mewa-Bad vorerst gerettet

Die Ostritzer Einrichtung wird auch dieses Jahr öffnen. Die Arbeit der Initiativgruppe ist damit aber noch nicht getan.

© Rafael Sampedro

Von Jan Lange

Ostritz. Das Mewa-Bad in Ostritz ist gerettet – zumindest vorerst. Die Ostritzer Stadträte haben sich in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig dazu bekannt, das Freibad auch 2018 wieder zu öffnen. Das ist auch ein Erfolg der Initiativgruppe Mewa-Bad, in der sich eine Reihe von Ostritzern engagiert. Frei nach dem Motto „Machen, nicht meckern!“ Die Mewa-Retter haben in den vergangenen Monaten für die Rettung der Freizeiteinrichtung an der Schulstraße gekämpft. So sind unter anderem Spenden eingeworben worden.

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Der Spendenstand liegt aktuell bei über 7 500 Euro, wie die Ostritzer Verwaltungsleiterin Manuela Golde mitteilt. Eine größere Summe hat unter anderem die Ostritzer Feuerwehr zum Erhalt des Bades beigesteuert. Sie sei bei Ausbildungen und sportlichen Aktivitäten auf das Mewa-Bad angewiesen, so die Begründung der Feuerwehr. Auch von der Auflösung eines Ostritzer Vereins Ende 2017 profitiert die Freizeiteinrichtung: Das restliches Vermögen in Höhe von knapp 1 330 Euro ging, wie in der Vereinssatzung festgelegt, an die Stadt Ostritz und soll nach einem Beschluss des Stadtrates für das Mewa-Bad verwendet werden.

In den Vorjahren ist ebenfalls immer wieder für das Freibad gespendet worden – Gabriele Gebauer, die Nachfahrin des Badgründers, überwies der Stadt Ostritz beispielsweise jedes Jahr eine Summe von 5 000 Euro. Die Höhe der anderen Spenden schwankt jedoch von Jahr zu Jahr sehr stark. In diesem Jahr sei ein gewisses Plus an Spenden durch die Mewa-Bad-Initiative zu verzeichnen, sagt Frau Golde.

Trotz des höheren Spendenaufkommens bleibt ein Fehlbetrag, den die Stadt übernehmen muss. Dieser liegt bei gut 11 000 Euro. Die Gesamtkosten für die Betreibung des Bades belaufen sich laut Frau Golde auf etwa 24 000 Euro. Dieser Betrag bewegt sich im Rahmen der Vorjahre.

Der Fehlbetrag schwankte zuvor zwischen 8 000 und 13 000 Euro. Der Kostenanteil für die Stadt liegt demnach in Durchschnitt der vorherigen Jahre, was auch Frau Golde bestätigt. Durch mehr Spenden sollte das Defizit noch reduziert werden, lautet der Auftrag der Stadt an die Mewa-Bad-Initiative. Deren Arbeit ist also noch nicht getan. Das wissen auch die Initiatoren. Sie werben weiter für das Bad und vor allem auch den Verkauf von Jahreskarten. Über den Winter sei das Interesse an einer solchen Dauerkarte etwas mau gewesen. Nun zieht der Verkauf aber an, wie in der Stadtratssitzung berichtet wurde. Vertreter der Initiativgruppe schätzen, dass bisher gut die Hälfte der Jahreskarten verkauft worden sind. Diese Karten gibt es bei „Franzis“ auf dem Ostritzer Markt, im Café am Markt, in der Gärtnerei Junge und im Kulturbüro. Mit dem Verkauf der Jahreskarten könne die neue Saison sicherer geplant werden, heißt es vonseiten der Initiativgruppe. Die Besitzer einer Dauerkarte sind in der Regel auch immer wiederkehrende Badegäste.

Die Mewa-Retter, die sich seit September vergangenen Jahres regelmäßig treffen, haben in den zurückliegenden Monaten aber nicht nur Spenden eingeworben. Sie haben auch ehrenamtliche Helfer gewonnen – so fürs Rasenmähen, Kassendienste, Malern und Fugen, bessere Beschriftung und Öffentlichkeitsarbeit sowie andere Verschönerungen. Weitere Freiwillige seien jederzeit willkommen.

Vor allem aber wurden Rettungsschwimmer gesucht und gefunden. In der Saison 2018 wird das Team der Rettungsschwimmer um drei weitere Helfer verstärkt. Einer hat seine Ausbildung bereits abgeschlossen, die beiden anderen befinden sich „in den letzten Zügen“. Nur mit genügend Rettungsschwimmern kann der Badbetrieb abgesichert werden. Das hat die Stadt Ostritz bereits im vorigen Jahr deutlich gemacht. Gleichzeitig hatten die Stadträte ein stärkeres Engagement der Ostritzer für ihr Freibad eingefordert. Das sehen die Räte nun gegeben. Den Mitgliedern der Mewa-Bad-Initiative wurde für ihren bisherigen Einsatz gedankt.

Eröffnet werden soll die neue Badesaison im Mewa-Bad am 24. Mai, wie in der Stadtratssitzung ebenfalls informiert wurde. In der Saison 2017 hatten mehr als 3 000 Badegäste die Einrichtung besucht. Nun hoffen alle Seiten, dass auch dieses Jahr mindestens so viele kommen.

Der dauerhafte Bestand des Mewa-Bades ist damit aber noch lange nicht gesichert. Die Stadträte haben sich lediglich zur aktuellen Saison positioniert. „Jetzt muss man erst Erfahrungen mit der diesjährigen Saison sammeln und diese Erkenntnisse dann entsprechend auswerten“, erklärt Stadtrat Thomas Göttsberger (Wählervereinigung Siedlung) bei Facebook auf die Frage nach den Folgejahren.

Spendenkonto: IBAN: DE18 8559 10004573 0475 03; Kontoinhaber: Vereinshaus Ostritz e.V.; Verwendungszweck: Spende MEWA-BAD