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Kretschmer über Corona-Politik: "Ich will Mut machen"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer geht nicht von einem zweiten Lockdown aus. Man müsse aus der Corona-Pandemie die richtigen Schlüsse ziehen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will verschärfte Corona-Regeln im Herbst vermeiden.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will verschärfte Corona-Regeln im Herbst vermeiden. © ohn Macdougall/POOL/dpa

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer setzt im Zuge der Corona-Pandemie auf weitere Lockerungen. „Wir werden jetzt ja viele Dinge auch wieder ermöglichen“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in einem Gespräch mit MDR aktuell. Dazu zählte Kretschmer unter anderem größere Sport-und Kulturveranstaltungen. Kretschmer sagte auch: „Wir wollen Messen, wir wollen Weihnachtsmärkte möglich machen.“

Damit bekräftigte Kretschmer seine Haltung, die er unter anderem mit vergleichsweise geringen Infektionszahlen in den mitteldeutschen Bundesländern begründete. In Sachsen können derzeit unter Auflagen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern stattfinden. Auch die Schulen in Sachsen sind im Regelbetrieb an den Start gegangen. Und Fußball-Bundesligist RB Leipzig darf die Saisoneröffnung am 2. September vor etwas mehr als 8.000 Zuschauern austragen.

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Kretschmer: Lockdown hätte nicht so streng sein müssen

Kretschmer beschrieb die Grundzüge seiner Corona-Politik: „Ich möchte Mut machen, weil ich mir sicher bin, dass es viele Möglichkeiten gibt Veranstaltungen zu organisieren, auch wirtschaftliches Leben zu organisieren, was ungefährlich ist, was ohne Ansteckungen daherkommt. Und das würde ich gerne ermöglichen.“ Die Erfahrungen dazu seien „sehr positiv“. Es gehe darum, aus der Pandemie zu lernen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Der Ministerpräsident teilte zudem die Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wonach mit aktuellem Kenntnisstand der Lockdown nicht so drastisch hätte ausfallen müssen. Kretschmer sagte: „Ich finde, mit dem Wissen von heute hätte man vor einigen Monaten anders entschieden.“

Spahn hatte zuvor betont, dass heute Handel und Friseure nicht mehr geschlossen und keine Besuchsverbote in Altenheimen verhängt würden. Nach Auffassung von Kretschmer muss bei den Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie „Nachjustieren immer möglich sein“. Er sprach von einer „Kultur“, in der „solche Fehler und Veränderungen“ offen diskutiert werden müssten.

"Überwiegende Teil der Sachsen" trage Maßnahmen mit

Der Regierungschef appellierte an die Bevölkerung, grundlegende Regeln zu beachten. Dazu zählte er das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes sowie die Einhaltung eines Abstandes von eineinhalb Metern. Das reiche „nach menschlichem Ermessen“ aus, um sich nicht anzustecken – „im Freien sowieso“. Der Ministerpräsident zeigte sich zuversichtlich, dass strengere Einschränkungen nicht nötig sein werden: „Ich denke, wir brauchen sie nicht wie im März und Februar - einfach deswegen, weil wir heute wissen, wie diese Krankheit übertragen wird.“

Kretschmer äußerte sich auch zu einer Studie, wonach ein Drittel der Bundesbürger glaubt, die Regierung lasse die Coronakrise größer aussehen, um eigene Ziele durchzusetzen. Offenheit sei immer wichtig sowie das Eingestehen von Fehlern, sagte der CDU-Politiker dazu. Nach seinem Eindruck trägt „der überwiegende Teil der Sachsen“ die Maßnahmen mit.

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Kretschmer hob hervor, dass es dabei unter anderem um Solidarität gehe: „Viele Menschen sind extrem gefährdet, wenn sie diese Krankheit bekommen.“ Für diese Gruppe müsse man „ein Stück solidarisch“ sein. Das Tragen einer Maske sei womöglich nicht angenehm, aber eben auch nicht so schlimm, dass es unerträglich wirke.

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