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Mick im Auto von Papa Michael

Vater Schumacher löste einst einen Formel-1-Boom in Deutschland aus, nun soll der Sohn den Glanz aufpolieren.

Michael Schumachers Sohn Mick soll das Rahmenprogramm mit Demorunden aufpolieren. Der Ferrari-Zögling und Formel-2-Pilot wird sich vor der Qualifikation am Samstag und vor dem Rennen am Sonntag ans Steuer des F2004 der Scuderia setzen.
Michael Schumachers Sohn Mick soll das Rahmenprogramm mit Demorunden aufpolieren. Der Ferrari-Zögling und Formel-2-Pilot wird sich vor der Qualifikation am Samstag und vor dem Rennen am Sonntag ans Steuer des F2004 der Scuderia setzen. © Hassan Ammar/AP/dpa (Archiv)

Es könnte das letzte Mal sein, zumindest 2020 dürfte die Formel 1 einen Bogen um Hockenheim machen. Der Große Preis von Deutschland am Wochenende konnte erst durch den Einsatz von Mercedes, der als Titelsponsor einsprang und seine Silberpfeile mit einer Sonderlackierung versehen hat, gerettet werden. Andere Rennstrecken werden staatlich bezuschusst, haben einfach mehr Geld. Mit dem Nürburgring ging dagegen 2014 ein Traditionskurs in die Insolvenz, auch die Veranstalter des Hockenheimrings können mit dem Grand Prix kein Geld mehr verdienen.

Nach dem Abebben des Booms um Rekordweltmeister Michael Schumacher, der hier im Juli 1995 für den ersten deutschen Heimsieg überhaupt gesorgt hatte, summierten sich für die Betreiber die Verluste. „Wir sind heute in der Lage, das Nötigste instandzuhalten, das Nötigste zu investieren, können aber aufgrund der Schuldenlast – das sind rund 28 Millionen Euro – derzeit keine größeren Investitionen leisten“, erzählte Geschäftsführer Georg Seiler.

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In Zeiten von „Schumania“ musste sich Michael Schumacher in Hockenheim schon mal eine Perücke aufsetzen oder im Kofferraum eines Wagens Platz nehmen. Nur inkognito konnte sich der Formel-1-Lokalheld vorbei an den stürmischen Fans seinen Weg bahnen. Mitte der 1990er-Jahre war das, als „Schumi“ einen einzigartigen PS-Boom in Deutschland auslöste und den Traditionskurs in Nordbaden zum Motorsport-Mekka machte.

Die Zeiten haben sich geändert. Der siebenmalige Weltmeister und Rekordchampion Schumacher fährt lange nicht mehr. Die Gänsehautstimmung ist verschwunden. Und der Hockenheimring kämpft um seine Daseinsberechtigung im Rennkalender der Königsklasse des Motorsports. Am vielleicht letzten Formel-1-Wochenende in Hockenheim unternehmen die Veranstalter jedoch noch mal eine Zeitreise.

Mitte der 1990er-Jahre war das, als Michael Schumacher einen einzigartigen PS-Boom in Deutschland auslöste und den Traditionskurs in Nordbaden zum Motorsport-Mekka machte.
Mitte der 1990er-Jahre war das, als Michael Schumacher einen einzigartigen PS-Boom in Deutschland auslöste und den Traditionskurs in Nordbaden zum Motorsport-Mekka machte. © David-Wolfgang Ebener/dpa

Michael Schumachers Sohn Mick soll das Rahmenprogramm mit Demorunden aufpolieren. Der Ferrari-Zögling und Formel-2-Pilot wird sich vor der Qualifikation am Samstag und vor dem Rennen am Sonntag ans Steuer des F2004 der Scuderia setzen. Es ist jener rote Renner, mit dem sein Papa 2004 seinen letzten von sieben WM-Titeln errang. Vergangenheit trifft Zukunft. „Der F2004 ist ein Symbol für die großartigen Zeiten der Formel 1 in Deutschland, und ich kann mir vorstellen, dass sich einige der Zuschauer in diese Zeiten zurückversetzt fühlen werden“, meinte der 20-jährige Schumacher junior im Vorfeld des elften Grand Prix der Saison. „Ich werde mein Bestes tun, um diese guten Erinnerungen wieder zu entfachen und versuchen, dass jeder eine tolle Zeit hat.“

Nostalgie ist ein nicht zu unterschätzendes Gut in der Formel 1. Mick Schumacher durfte schließlich schon als 18-Jähriger den Benetton Ford B194-5 seines Vaters auf dem Circuit de Spa-Francorchamps ausfahren. Im Sommer 2017 war das, als sich der erste Formel-1-Sieg seines Vaters zum 25. Mal jährte. Der Sohn hat es auch auf Jahrestage abgesehen, will den Sprung in die Königsklasse des Motorsports schaffen. In die Ferrari-Nachwuchsakademie wurde der Formel-3-Europameister schon aufgenommen und durfte bereits sein Scuderia-Testdebüt in der Formel 1 geben. In seiner ersten Saison in der Formel 2 sammelt er 2019 indes noch wertvolle Erfahrungen.

Eine Sitzprobe, dann geht’s los

„Jeder muss diesen Weg gehen und schwere Zeiten durchleben“, sagte der Junior, der in der Gesamtwertung der Nachwuchsserie nur auf Platz 14 liegt. „Hoffentlich wird es bald soweit sein, dass ich in die Formel 1 aufsteigen kann. Wann, das kann man schwierig beantworten. Man muss auch ein bisschen Glück haben, dass ein Sitz frei wird. Man muss ein bisschen abwarten, die Leistung bringen und sich selbst die Daumen drücken.“

Seinem Heimauftritt fiebert Mick Schumacher aber schon jetzt entgegen. „Es wird aufregend, die Kraft des Motors zu spüren zu bekommen“, meinte der Prema-Pilot, der 2018 auf dem Hockenheimring die Formel-3-EM perfekt gemacht hatte. Mick also im Wagen von Michael. „Das ist der Sound der Vergangenheit, das ist schon etwas Bewegendes“, sagte Hockenheimring-Geschäftsführer Seiler vor dem Auftritt des jungen Schumachers.

Zeit zur Eingewöhnung in dem F2004 seines seit einem schweren Skiunfall von der Öffentlichkeit abgeschirmten Vaters bleibt Mick Schumacher jedoch im Grunde nicht. „Wir machen eine Sitzprobe am Samstagmorgen des Rennwochenendes“, sagte er, „ich bin mir aber sicher, dass es gut gehen wird.“ (dpa)

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