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Pirna

Wenn Mietstundung keine Alternative ist

Drei Monate können Mieten ausgesetzt werden. Doch vor allem junge Leute wählen bei der WVH in Heidenau einen anderen Weg.

Der größte Vermieter in Heidenau: die städtische Wohnungsgesellschaft WVH.
Der größte Vermieter in Heidenau: die städtische Wohnungsgesellschaft WVH. © Daniel Schäfer

Keine Arbeit, kein Geld, keine Miete - keine Wohnung: So weit soll es nicht kommen. Wer zwischen April und Juni dieses Jahres seine Miete nicht zahlen kann, darf deshalb nicht gekündigt werden. Bei Heidenaus städtischer  Wohnungsgesellschaft WVH liegen aktuell drei Anträge auf Stundung der Miete vor. Außerdem gab es einzelne Kündigungen. Die Mieter hätten Angst vor Schulden. Denn die Miete für die drei Monate wird nicht erlassen und muss später nachgezahlt werden. Dafür ist jedoch bis Ende Juni 2022 Zeit. Diese bundesweite Regelung gilt für alle Miet- und Pachtverhältnisse.

In Heidenau haben bisher vor allem junge Leute ihre Wohnung bei der WVH gekündigt. Das sind insbesondere Studenten und Auszubildende, die zu den Eltern zurückziehen. Damit wollen sie vermeiden, dass sie die gestundeten Mieten belasten. 

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Die WVH will für jeden betroffenen Mieter eine Lösung finden. Das heißt, sie bietet neben den zeitlich befristeten Stundungen auch moderate und individuelle Ratenzahlungen an. Als größter Vermieter in Heidenau ist es im ureigensten Interesse der WVH, Mieter auch zu halten. Vermieter insgesamt wollen ihre Mieter halten. Leere Wohnungen oder Gewerberäume bringen schließlich niemandem etwas.

Sanierungen verschoben

Fragen werden weiterhin per E-Mail oder Telefon beantwortet. Da jeder WVH-Mitarbeiter ein eigenes Büro hat, arbeiten viele auch nach wie vor im Firmensitz. Die größten Einschränkungen verursacht die Kontaktsperre im Hausmeisterbereich und bei  Modernisierungen. "Die Mitarbeiter und Handwerker können nicht oder nur unter Auflagen in bewohnte Wohnungen, sodass beispielsweise geplante Badsanierungen vertagt werden müssen", sagt Marketing-Verantwortliche Claudia Lehnigk. Auch kleine Reparaturen und Wartungen in den Wohnungen sind verschoben. "Havariefälle werden natürlich wie gehabt sofort bearbeitet." Ansonsten kümmern sich die Hausmeister um die Außenanlagen und die Instandhaltung, das Hausreinigungsteam ist ebenfalls im Einsatz. 

Alle Mitarbeiter werden natürlich immer wieder angesprochen, gefragt. Es gibt viele Fragen, aber auch Aufmunterung und Hilfe. "Im Moment bleibt uns nur, allen Ängsten und Sorgen unserer Kunden mit Beruhigung, Verständnis und Zuversicht zu begegnen", sagt Claudia Lehnigk.

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