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Mieten oder kaufen?

Im Kreis Meißen gibt es ganz unterschiedliche Antworten darauf. Entscheidend ist meist die Nähe zu Arbeitsplätzen.

Mehrfamilienhaus oder Eigenheim? Die Bewohner des neuen Meißner Baugebiets An der alten Ziegelei haben sich schon entschieden.
Mehrfamilienhaus oder Eigenheim? Die Bewohner des neuen Meißner Baugebiets An der alten Ziegelei haben sich schon entschieden. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Landkreis. Die Mietpreise steigen und steigen – jedenfalls in Dresden und dessen mit Nahverkehr gut erreichbarer Umgebung. Zugleich sind die Bauzinsen niedrig, noch. Viele Familien im Alter zwischen 30 und 50 Jahren mit solidem Einkommen stellen sich die Frage: Zahlen wir weiter Miete, oder kaufen wir uns eine Wohnung oder bauen gar ein Eigenheim?

Die Postbank hat gerade ihre Marktforscher an das Thema gesetzt und nach Antworten und Ratschlägen gesucht. Mit Ergebnissen nicht nur für die großen Metropolen München, Hamburg und Berlin, sonder auch für Dresden und den Kreis Meißen. Für die Studie haben die Forscher Miet- und Kaufpreisdaten des Dienstleisters empirica verwendet, der über umfangreiche Datenbanken zum Thema verfügt.

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Um die monatlichen Finanzierungskosten für einen Immobilienkredit zu berechnen, wurde angenommen, dass der Käufer den Kredit innerhalb von 20 Jahren tilgen kann und 20 Prozent des Kaufpreises mit Eigenkapital bezahlt. Bei einer 70-Quadratmeter-Bestandswohnung in München, die laut den Daten im Schnitt 391 000 Euro kosten würde, wären das schon rund 78 000 Euro (siehe Zeitschrift Spiegel). In München ist, trotz Quadratmeterpreisen für die Miete von 14 bis 17 Euro Kauf immer noch um ein Fünftel teurer.

Dagegen sind Dresden und Radebeul mit ihren ebenfalls in den letzten Jahren drastisch gestiegenen Miet- und Kaufpreisen noch verträglich. Die Postbank-Experten geben hier knapp 2 400 Euro als Quadartmeterpreis beim Kauf und knapp acht Euro als Mietpreis an. Durchschnittswert – aber was ist schon Durchschnitt?

Für Dresden und dessen nahe Umgebung, also Radebeul und auch Moritzburg, findet man vergleichbare 70 Quadratmeter große Wohnungen nur spärlich auf den offiziellen Portalen wie immowelt und immoscout. Die Kaltmietpreise liegen dann bei acht bis zehn Euro je Quadratmeter. Die Kaufpreise sind aktuell – selbst bei gebrauchten Immobilien – zwischen 2 500 und über 3 000 Euro je Quadratmeter. Die Situation ist also nahezu identisch mit Dresden. Kauf ist etwas teurer als Miete.

Also weiter aufs Land und dort suchen. Die Angebote von Coswig bis Weinböhla und selbst in Meißen sind ebenfalls gering. Allerdings zeigt sich hier schon der Unterschied: 75 Quadratmeter zum Kauf gibt es in Meißen für 183 500 Euro, die Miete in einer ähnlichen Wohnung würde reichlich 400 Euro kosten. Hier lohnt sich mieten.

In Coswig und Weinböhla – soweit es überhaupt etwas auf dem Kauf- und Mietmarkt gibt – sind die Unterschiede riesig. Die Lage entscheidet zwischen rund 1 000 Euro je Quadratmeter und 2 500 Euro bei Kauf. Coswig bietet zur Miete vor allem sanierte Plattenbauwohnungen an. Mietpreis für die Wohnungsgröße um die 70 Quadratmeter: zwischen 400 und 500 Euro kalt. Die bessere Variante ist also Mieten. Aktuell noch, denn mit mehr Suchenden steigen die Preise.

Wer bereit ist, noch weiter aufs Land zu ziehen oder dort schon wohnt und überlegt, bekommt in Nossen und Lommatzsch in etwa ähnliche Bedingungen für Miete und Kauf wie in Meißen. In dieser Preisklasse findet sich auch das Angebot in Radeburg, mit allerdings steigender Tendenz. Die gute Autobahnanbindung nach Dresden zählt.

In Riesa ist es schwierig, in der Größe um 70 Quadratmeter überhaupt eine Wohnung zu finden. In Großenhain bieten sich einige wenige Angebote. Direkt in der Stadt würde eine solche Wohnung dort um die 400 Euro Kaltmiete kosten. Wer kaufen möchte, müsste reichlich 1 000 Euro je Quadratmeter für eine sanierte Wohnung dieser Größe aufbringen. Fazit: Mieten oder Kaufen, beides lohnt sich hier.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch die Fachleute nach der Erhebung im Auftrag der Postbank. Während über die 20 Jahre gerechnet die Miete in Dresden ein Fünftel günstiger wäre als der Kauf, ist es im Landkreis Meißen anders.

Hier haben die Experten errechnet, dass sich über den gesamten Kreis berechnet Mieten und Kaufen die Waage halten. Mit einer minimalen Mehrbelastung beim Kauf von 0,7 Prozent, bei eben 20 Prozent Eigenkapital. Ausgerechnet wurde ein durchschnittlicher Mietpreis von 5,75 Euro kalt auf den Quadratmeter und ein Kaufpreis von 1 415 Euro je Quadratmeter.

Allerdings: Alles nur Durchschnittswerte, die jetzt zumindest die aktuelle Lage widerspiegeln. Im Artikel der Zeitschrift Spiegel haben dazu über 5 000 Leser abgestimmt, was ihnen am liebsten wäre: 60 Prozent nennen Eigenheim, 22 Prozent Eigentumswohnung und 18 Prozent wollen Mieter bleiben.

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