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Milde Strafe für vermeintlichen Drogenkurier

Ein Pirnaer verstößt zum dritten Mal gegen Bewährungsauflagen und hat nun noch mal Glück.

Von Stephan Klingbeil

Schon zum dritten Mal während seiner Bewährungszeit musste sich ein 34-jähriger Pirnaer vor Gericht verantworten. Der deutschstämmige Kasache K. war bei einer nächtlichen Polizeikontrolle am 12. Oktober vorigen Jahres mit Drogen erwischt worden. Der Vater von drei Kindern war mit seinem Rad auf der Dippoldiswalder Straße in Pirna unterwegs. Im Gepäck hatte er eine Tasche, die einer seiner früheren Freunde an einer Haustreppe stehengelassen hätte. Er wollte sie ihm vorbeibringen.

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Das beteuerte der Angeklagte vorgestern vor dem Amtsgericht Pirna. Er wäre damals zunächst am Ernst-Thälmann-Platz gewesen, hätte sich dort mit Freunden getroffen. „Mit den falschen Freunden“, wie er heute klagt. Dass sich in der Tasche, mit der er damals durch Pirna fuhr, nicht nur Spritze, Löffel und Penisring befanden, sondern auch geringe Mengen an Crystal – insgesamt 0,7 Gramm –, sei dem Angeklagten klar gewesen. Als er jedenfalls bei seiner Fahrt die Polizisten bemerkte, schmiss er die Tasche schnell weg. Leugnen konnte er das Ganze allerdings nicht, da die Polizisten ihn die ganze Zeit beobachtet hatten.

Nun stand der 34-Jährige wieder vor Gericht. Er musste von Polizisten vorgeführt werden, nachdem er seinen Termin vor dem Strafrichter am frühen Morgen sprichwörtlich verpennt hatte. „Ich hatte meine zwei kleinen Kinder zur Kita gebracht, bin danach noch mal eingeschlafen“, versucht er zu erklären. Er wisse, dass es jetzt für ihn eng wird. Denn der gelernte Gas- und Elektro-Schweißer war noch auf Bewährung.

1998 war er nach Deutschland gekommen. Seither habe er ab und zu Arbeit gefunden, jedoch nie länger als ein Jahr. „Das Problem ist, dass die Chefs mich nie langfristig eingestellt haben, weil ich mein Visum immer verlängern musste“, erklärt K. „Es war nie ganz klar, wie lange ich bleiben darf.“ Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er ob seiner Vorstrafen und schlechten Schreibkenntnisse gar nicht erst beantragt.

Milde Strafe wegen Kindern

Nach Geld- und Bewährungsstrafen wegen Diebstahls, Waffenbesitzes und Drogen hatte der Pirnaer einige der Sozialstunden geschwänzt, die ihm 2012 vor Gericht als Bewährungsauflage aufgebrummt wurden. Deshalb musste der Mann Ende 2013 für fünf Monate ins Gefängnis, wo er dann mal – unwissentlich, wie er sagt – als Drogenkurier für einen Mithäftling fungierte. Nun die Sache mit dem Crystal: Eine erneute Bewährungsstrafe war eigentlich kaum möglich. Doch das Gericht zeigt Milde, attestiert K. eine günstige Sozialprognose.

Da seine Partnerin seit Weihnachten eine sechsmonatige Ersatzfreiheitsstrafe hinter Gittern absitzt, kümmert sich der Angeklagte mit der Oma um die zwei kleinen Kinder. Auch müsse er damit rechnen, dass sein Visum wegen der Straftaten womöglich mal nicht verlängert werde. Das Gericht verurteilt ihn zu vier Monaten Haft auf Bewährung und zu 30 Arbeitsstunden.

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