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Militärhubschrauber über Mittelsachsen

Anfang April wunderten sich viele Anwohner über Flugzeugkrach über dem Landkreis. Grund dafür waren Militärstreitkräfte.

Symbolbild
Symbolbild © Andy Dunaway

Mittelsachsen. Vom 6. bis 10. April war es in der Luft über Mittelsachsen oftmals sehr laut. Mehrere Flugzeuge von Militärstreitkräften sollen über dem Landkreis unterwegs gewesen sein. Das berichteten zumindest mehrere Leser und wunderten sich. Die Flugmanöver sollen dem ein oder anderen Mittelsachsen auch Angst eingejagt haben.

Ein Leser schreibt: "Seit einigen Tagen sind im sächsischen Luftraum immer wieder Überflüge der US-Streitkräfte zu beobachten. Mehrmals täglich kommen im Verband Hubschrauber vom Typ 'Black Hawk' und 'Chinook' quer über Mittelsachsen hinweg. Viele Bürger sind verunsichert und in meinem Umkreis wird auch sehr viel darüber spekuliert."

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Grund für die Überflüge ist die lang geplante Militärübung "Defender Europe 20", die von den USA angeführt wird. Sie ist als die größte Verlegeübung der US-Streitkräfte seit 25 Jahren angelegt gewesen. Nach bisherigen Planungen sollten insgesamt 20.000 Soldaten über den Atlantik geschickt werden. Insgesamt waren 37.000 Teilnehmer vorgesehen.

Ursprünglich sollten sich ab Mitte März und nach Ostern 3.000 amerikanische Soldaten mit rund 1.500 Fahrzeugen durch Sachsen bewegen. Ab der 12. Kalenderwoche sollte der erste Teil von ihnen auf dem als Servicepunkt eingerichteten Truppenübungsplatz Oberlausitz rasten und übernachten. Ein Rastraum für Betankungen ist ebenfalls in der Bundeswehrkaserne Frankenberg vorgesehen, so das Sächsische Staatsministerium des Innern.

Rückzug aller Streitkräfte nach Defender-Absage

Doch dazwischen kam das Coronavirus. Aufgrund der Pandemie musste die Militärübung kontrolliert eingestellt werden. "Nach meiner Kenntnis ist die Entscheidung seitens der Amerikaner gefallen, jetzt geordnet diese Übung zu beenden", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am 16. März in Berlin.

Nach seinen Angaben seien maximal 5.500 US-Soldaten über Deutschland eingereist. Schiffe auf dem Weg nach Deutschland seien umgelenkt worden. Abgesagt seien von deutscher Seite "alle aktiven Übungsanteile". Die Bundeswehr leiste nun logistische Unterstützung dabei, die US-Kräfte geordnet zurückzuführen.

Dazu zählt auch, dass mehrere Flugzeuge von "Defender Europe 20" zurück auf die amerikanischen Stützpunkte müssten, so eine Sprecherin des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. "Am 6. April konnten wir sechs Hubschrauber der amerikanischen Streitkräfte vom Typ H-64 Apache auf dem Radar erkennen", erklärte sie auf Anfrage von Sächsische.de. "Diese flogen im Rahmen eines Überführungsfluges auch über den Bereich Mittelsachsen."

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Jedoch sei die Überführung normale Praxis und Bewohner müssten davor keine Angst haben. Auch in den kommenden Tagen könnten weitere Flüge von Militärstreitkräften über Mittelsachsen auftreten. Weitere Angaben konnte die Sprecherin jedoch nicht machen. (mit SZ)

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