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Millionen für den Meißner Münzschatz

Die wertvolle Sammlung des Kaufmanns Ernst Otto Horn wird jetzt verkauft. Zuvor gab es ein Verwirrspiel.

Von Peter Anderson

Stolz schwingt mit in der Stimme von Auktionshauschef Ulrich Künker. „Es ist sehr spannend und eine Ehre für uns, diese einmalige Privatsammlung aus Sachsen versteigern zu dürfen“, sagt der Geschäftsmann aus Osnabrück. Der ursprünglich 65 000 Münzen umfassende Schatz des Meißner Kaufmanns und Kunstliebhabers Otto Ernst Horn gehörte vor 1945 zu den deutschlandweit größten und wertvollsten Kollektionen auf diesem Gebiet. Am 7. Oktober wird Künker die immer noch bedeutenden Reste im Auftrag der Hornschen Stiftung Meißen zum Verkauf anbieten.

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Seltene Münzen aus Meißen wie der halbe Guldengroschen von 1513 oben rechts kommen am 7. Oktober im Osnabrücker Auktionshaus Künker zur Versteigerung. Das sehr seltene Stück wird auf 5000Euro geschätzt. Die gleiche Taxe gilt für den unten abgebildeten hal
Seltene Münzen aus Meißen wie der halbe Guldengroschen von 1513 oben rechts kommen am 7. Oktober im Osnabrücker Auktionshaus Künker zur Versteigerung. Das sehr seltene Stück wird auf 5000Euro geschätzt. Die gleiche Taxe gilt für den unten abgebildeten hal
Seltene Münzen aus Meißen wie der halbe Guldengroschen von 1513 oben rechts kommen am 7. Oktober im Osnabrücker Auktionshaus Künker zur Versteigerung. Das sehr seltene Stück wird auf 5000Euro geschätzt. Die gleiche Taxe gilt für den unten abgebildeten hal
Seltene Münzen aus Meißen wie der halbe Guldengroschen von 1513 oben rechts kommen am 7. Oktober im Osnabrücker Auktionshaus Künker zur Versteigerung. Das sehr seltene Stück wird auf 5000Euro geschätzt. Die gleiche Taxe gilt für den unten abgebildeten hal
Seltene Münzen aus Meißen wie der halbe Guldengroschen von 1513 oben rechts kommen am 7. Oktober im Osnabrücker Auktionshaus Künker zur Versteigerung. Das sehr seltene Stück wird auf 5000Euro geschätzt. Die gleiche Taxe gilt für den unten abgebildeten hal
Seltene Münzen aus Meißen wie der halbe Guldengroschen von 1513 oben rechts kommen am 7. Oktober im Osnabrücker Auktionshaus Künker zur Versteigerung. Das sehr seltene Stück wird auf 5000Euro geschätzt. Die gleiche Taxe gilt für den unten abgebildeten hal

SZ-Informationen zufolge sollte der geschätzte Erlös bei insgesamt mindestens einer halben Million Euro liegen. Der erste Teil in Form von europäischen Münzen und Medaillen aus dem Mittelalter und der Neuzeit ist in 700 Lose aufgeteilt. Weitere Stücke sollen in kommenden Auktionen folgen. Genauere Angaben dazu will Ulrich Künker nicht machen, um die Sache spannend zu halten.

Der Termin in Osnabrück setzt den Schlusspunkt unter ein Verwirrspiel, das mit dem selbst gewählten Tod Ernst Otto Horns vor knapp 70 Jahren begann. Bestens bescheid über die Geschichte weiß Meißens Stadtarchivar Tom Lauerwald. Er verwaltet seit mehreren Jahren die Otto-und-Emma-Horn-Stiftung. Nach Lauerwalds Angaben legte Horn die Gründung der seinen Eltern gewidmeten Stiftung in seinem 1943 verfassten Testament fest. Am 7. Mai 1945 schied der Meißner Geschäftsmann zusammen mit seiner Haushälterin freiwillig aus dem Leben. Horn-Kenner Lauerwald geht davon aus, dass der wohlhabende Sammler den absehbaren radikalen Umbruch in seiner geliebten Heimatstadt nicht miterleben wollte. Ein Nazi sei er nicht gewesen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass er auch nur einmal mit ‚Heil Hitler’ unterschrieben hätte“, sagt Lauerwald.

Wie berechtigt die Ängste des Kunstliebhabers waren, zeigte sich schnell. In den Nachkriegswirren gingen Tausende Münzen verloren. Die junge DDR ordnete die verbleibenden 45 000 Stück letztendlich dem Dresdner Münzkabinett zu. Erst nach der Friedlichen Revolution konnte die Stiftung eingerichtet werden. Jahrelange Rechtsstreitigkeiten und komplizierte Verhandlungen wurden nötig, um die Münzen sowie Hunderte mittelalterliche Skulpturen, wertvolle Uhren, Grafiken und Fotografien wieder in den Besitz der Stiftung zu bringen. Mit 70 Jahren Verspätung kann Lauerwald jetzt den Letzten Willen Ernst Otto Horns erfüllen. Dieser wollte mit seinem Vermögen die Stadt verschönern, Stadtmuseum und Geschichtsverein fördern, sowie bedürftige ältere Bürger, Schüler und Studenten unterstützen. Für eben diese Zwecke hofft der Stiftungsverwalter auf rund 1,6 Millionen Euro an Einnahmen aus dem Verkauf der rund 45 000 Münzen. Rund 20 Prozent davon hat sich für 1,1 Millionen Euro bereits das Dresdner Münzkabinett gesichert. Direktor Rainer Grund konnte dadurch eigenen Angaben zufolge Lücken füllen, die zum Beispiel bei sächsischen Prägungen der Albertiner und Ernestiner bestanden. Zudem hat das Münzkabinett den gesamten Hornschen Bestand digital erfasst und katalogisiert.

Im Gegensatz zu den bei Künker versteigerten Resten werden die Glanzstücke aus Horns Sammlung zudem in Kürze öffentlich zu sehen sein. Ab 18. Oktober stellt das Münzkabinett im Dresdner Schloss die Kollektion vor. Kabinetts-Direktor Rainer Grund spricht stolz vom „letzten Zeugnis der einstmals in Sachsen vorhandenen Universalmünzsammlungen in Privathand“.