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Riesa

Millionen für Riesas Hallenbad

Die Sanierung beginnt ein Jahr später als geplant. Aber das könnte sogar Vorteile bringen. 

Staatssekretär Günther Schneider (2.v.l.) überreichte die Bescheinigung über die 1,8-Millionen-Euro-Förderung an Stadtwerke-Chef René Röthig (l.). OB Marco Müller und Landtagspolitiker Geert Mackenroth (v.l.) freuen sich.
Staatssekretär Günther Schneider (2.v.l.) überreichte die Bescheinigung über die 1,8-Millionen-Euro-Förderung an Stadtwerke-Chef René Röthig (l.). OB Marco Müller und Landtagspolitiker Geert Mackenroth (v.l.) freuen sich. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Anzug und Krawatte sind nicht gerade die ideale Kleidung für das Hallenbad. Vor allem, wenn es schon draußen gut 30 Grad Celsius sind. Aber die vier Herren sind ja auch nicht zum Baden in die Anlage an der Sachsenarena gekommen: Tatsächlich bekam der Stadtwerke-Chef als Hausherr dort am Mittwoch einen Förderbescheid überreicht. Gut 1,8 Millionen Euro Steuergeld überweist der Freistaat für die Sanierung des Riesaer Hallenbads.

Eigentlich waren die Bauarbeiten schon für den diesjährigen Sommer vorgesehen – aber die Zusage für die Förderung hatte sich zuletzt um ein Jahr verzögert und insgesamt anderthalb Jahre gebraucht. Das hatte seinen Grund, sagt Innenstaatssekretär Günther Schneider, der den Bescheid mitgebracht hatte. 

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„Wir haben zum 1. März die Sportförderrichtlinie im Freistaat verändert und den Fördersatz auf 50 Prozent vereinheitlicht.“ Und so erhalte Riesa jetzt mit dem Zuschuss von 1,8 Millionen Euro einen der größten Einzelposten aus dem dieses Jahr insgesamt 23 Millionen Euro umfassenden Topf für den Sportstättenbau. „Riesa spielt für Sachsen eine wichtige Rolle im Breiten- und Spitzensport“, sagt Schneider.

Und es könnte noch einen weiteren Vorteil durch die Verzögerung um ein Jahr geben. „Wir hoffen, dass sich bis dahin die Preise auf dem Bau wieder beruhigen“, sagt Stadtwerke-Chef René Röthig. Denn durch den derzeitigen Bauboom waren die Kosten für Baumaßnahmen durch die Decke gegangen, wie so manche Kommune zuletzt erfahren musste. Ob das beim Riesaer Hallenbad schon wieder anders ist, wird sich bald zeigen. „Mit dem Förderbescheid können wir jetzt an die Ausschreibungen gehen“, sagt Röthig.

2020 soll das Hallenbad saniert werden.
2020 soll das Hallenbad saniert werden. ©  Sebastian Schultz

Andere Farbe für die Fassade

Doch was ist da eigentlich zu machen? Auf den normalen Badbesucher wirkt das 1977 erstmals eröffnete Bad mit seiner Zehn-Meter-Sprunganlage und dem 50-Meter-Schwimmerbecken ziemlich zeitgemäß. 

Schließlich war es Ende der 90er umfangreich saniert, umgebaut und erweitert worden. Tatsächlich versteckt sich der größte Sanierungsbedarf im Untergrund: Vor allem die Sanitär- und Lüftungstechnik ist mittlerweile in die Jahre gekommen.

Weil sich die Standards geändert haben, genügt es aber nicht, die Pumpen durch baugleiche neue Aggregate zu ersetzen. Die heutzutage geforderte Technik ist größer, weshalb man bei den Stadtwerken gleich auch noch neue Anbauten für die Badtechnik plant. 

In den geschätzten Sanierungskosten von 4,6 Millionen Euro ist aber auch ein Vorrichten der Fassade enthalten. Zeigt sich das Riesaer Bad derzeit noch türkis, wird es künftig wohl eher orange-grau gestaltet – das sind die aktuellen Farben des Hauseigentümers, der Stadtwerke Riesa.

Die für den Sommer 2020 geplanten Bauarbeiten dürften einige Monate dauern. Die Schließzeit des Bades allerdings soll so kurz wie möglich gehalten werden. „Unser Ziel ist es, die nächste Sommerschließphase für die Sanierung zu nutzen“, sagt Röthig. Das wären die sechs Wochen der Sommerferien 2020. 

Möglicherweise könnte die Schließung auch noch zwei Wochen länger dauern, die würde man dann entweder vor oder nach den Ferien dranhängen – je nachdem, wie die Firmen verfügbar sind. „Wir wollen den Sport- und Schulschwimmbetrieb möglichst wenig beeinträchtigen.“ In Riesa lernen nicht nur Kinder aus der Stadt selbst das Schwimmen, sondern auch von Schulen aus den Umlandgemeinden.

In der Umkleide geht’s schneller

Weil Analysen ergeben haben, dass das Hallenbad deutlich öfter als anfangs gedacht von Gruppen genutzt wird, sollen bei der Gelegenheit auch mehr Gruppen-Umkleidekabinen geschaffen werden. Das dürfte die Abläufe im Bad deutlich beschleunigen. Die Herren in Anzug und Krawatte benutzten die Umkleiden am Mittwoch allerdings gar nicht: Die Krawatten blieben dran.