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Millionen für Übernachtungen und Wassersport

Vom Seenland bis ins Zittauer Gebirge wird 2018 kräftig investiert für den Tourismus der Ober- und Niederlausitz.

© Wittchen, Rehle, Schmidt, Ullmann, Bonss

Von Irmela Hennig

Oberlausitz. Wasser wird nicht sprudeln aus dem Sorbischen Brunnen, der in diesem Jahr auf dem Hof der Schwarzkollmer Krabatmühle errichtet werden soll. Die Bauarbeiten laufen. Und am Ende steht der Brunnen, mit Schwengel zwar, aber trocken, erzählt Krabatmühlen-Chef Tobias Zschieschick. Dafür ziert die Skulptur einer Kantorka, einer sorbischen Sängerin, den Bau. Daneben steht ein Automat. Wer dort Geld einwirft, dem spielt und singt der Brunnen sorbische Lieder vor. Rund 20000 Euro kostet das Projekt. Für einen Teil ist ein Sponsor gefunden, weitere Spender und Sponsoren werden gesucht. – Immer wieder sind es neben den üppigen die kleinen Projekte, die für Sahnehäubchen im Urlaubsland Lausitz sorgen. Aber es gibt auch die großen Vorhaben. Die SZ stellt einige vor.

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Das sind einige der Vorhaben

Schippern durch drei Seen dank des Barbarakanals


2019 ist es so weit, das hofft Dana Hüttner vom Zweckverband Lausitzer Seenland in Brandenburg. Dann fahren Boote und das Fahrgastschiff vom Senftenberger See aus durch den Koschener Kanal in den Geierswalder See und dann weiter über den Barbarakanal in den Partwitzer See. Die letzten Bauarbeiten dafür laufen, lässt der Bergbausanierer LMBV wissen. Es werden unter anderem Wartestellen für Schiffe angelegt. Danach können Sport- und Freizeitschiffe mit bis zu 1,20 Meter Tiefgang durch die künstliche Wasserstraße fahren. Zu den Kosten könne man noch keine Angaben machen, heißt es von der LMBV.

Schwimmstege, Radwege, Infotafeln und ein Segelsportzentrum kommen

Eines der großen Bauvorhaben im Lausitzer Seenland wächst am Geierswalder See. Dort entsteht für rund 900000 Euro das Segel- und Inklusionszentrum des 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland. Im Werden ist ein barrierefreies Vereinsgebäude. Es soll Ende 2018 fertiggestellt werden. Mit dem Neubau auf 900 Quadratmetern wird ein Leistungszentrum für den sächsischen Segelsport aufgebaut – auch geeignet für Menschen mit Handicap. Bisher müssen die Athleten mit Behinderung zum Training nach Berlin an den Müggelsee fahren. Daneben soll bis 2020 ein Wasserwanderrastplatz gebaut werden, unter anderem mit Zeltplatz, Wohnmobilstellplatz und einem Domizil für die Wasserschutzpolizei. Die Kosten liegen bei knapp 1,6 Millionen Euro. Der Zweckverband Lausitzer Seenland in Sachsen stellt derzeit 90 neue Infotafeln in der Region auf. An 34 Plätzen mit je zwei bis drei Tafeln bieten sie eine Übersichtskarte, Näheres zum Standort und Wissenswertes zur Umgebung. Über einen QR-Code, ein kleines mit Smartphone lesbares Piktogramm, gibt es die Texte auch auf Englisch, Sorbisch und Tschechisch. Eine Tafel koste 1000 Euro, die Planungsarbeit sei da nicht mitgerechnet. Auch am Radwegenetz in der Region wird gearbeitet. Die LMBV verlängert den drei Meter breiten, überregionalen Radweg „Schwarze Elster – Elbmündung“ um 750 Meter. Er wird am Wehr Neuwiese an einen bestehenden Abschnitt angeschlossen, der zwischen dem Klärwerk Bergen und dem Neuwieser Wehr liegt.

Verschobener Start für das Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See

Am Bärwalder See entsteht am Hafen Klitten ein Funktionsgebäude für Wassersportler. Es soll laut dem Bergbausanierer LMBV im Sommer 2019 fertig sein. Im Gebäude befinden sich dann unter anderem Toiletten, Duschen und ein Aufenthaltsraum. Schon fertig sind neue Schwimmsteganlagen mit 93 Bootsliegeplätzen. Insgesamt sind in das Projekt bislang rund 4,5 Millionen Euro geflossen. Verzögern wird sich der Start für das geplante Fahrgastschiff auf dem See. Bis es so weit ist, sind noch Baumaßnahmen nötig. Unter anderem müsse eine sogenannte Helling entstehen, eine Anlage, um Schiffe ins Wasser lassen oder herausheben zu können.

Neue Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel, Baumhaus, Pilgerhäusel


Noch läuft das neue Waldstrand-Hotel des Großschönauer Trixi-Ferienparks in einer Art Probebetrieb. Am 15. Juni soll es richtig losgehen für den Vier-Sterne-Bau mit 30 Doppelzimmern, Empfangsgebäude und einem Café, das inklusive Terrasse 60 bis 70 Plätze bietet. Rund 4,5 Millionen Euro sind dafür geflossen. Gäste können die Zimmer schon buchen. Für die Zukunft sei die Modernisierung und Renovierung des Feriendorfes geplant. Auch auf der Kulturinsel Einsiedel in Zentendorf nördlich von Görlitz entstehen neue Schlafmöglichkeiten. Und zwar zwei Fassbaumhäuser sowie eine Schamanenschaluppe. Außerdem wurde der Zeltplatz auf polnischer Seite neu gestaltet. In Weißenberg ist die Stiftung Umgebindeland fast fertig damit, ein Umgebindehaus zum Pilgerhaus umzugestalten. Es soll dann von einem Pächter betrieben werden und wenige Schlafplätze bieten.

Besuchermagnete sanieren und neue Angebote schaffen

Rund 2,5 Millionen Euro an Investitionen sollen 2018 in den Muskauer Park fließen. Damit wird unter anderem der historische Teil der ehemaligen Brauerei gesichert. Wie der einmal genutzt wird, ist noch nicht geklärt. Am 26. Mai um 19 Uhr gibt es dort aber schon Musiktheater. Geld fließt auch in den einstigen Badepark mit der Villa Bellevue. Dort soll eine Ausstellung Platz finden. Beim denkmalgeschützten Haus Schminke in Löbau läuft die Sanierung. Risse im Außenputz und Schäden am Dach werden beseitigt und die Terrassenflächen abgedichtet. Dafür fließen Fördermittel in Höhe von 165400 Euro. Der Architekt Hans Scharoun hatte das Haus 1930 für den Löbauer Nudelfabrikanten Fritz Schminke entworfen. Auf der Kulturinsel Einsiedel entsteht derzeit ein ganz neuer Park, das Hochzeitslabyrinth, sagt Inselgründer Jürgen Bergmann – und will, wie oft, noch nicht so viel verraten. Bis 2020 werde auf etwa vier Hektar gebaut. Besucher könnten sich dann entscheiden, ob sie den neuen Park, den schon seit Jahren bestehenden oder beide besuchen wollen.

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