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Millionen-Investition für neue Jobs

Bischofswerda erweitert das Gewerbe- und Industriegebiet an der Bautzener Straße. Interessenten gibt es bereits.

Die Zufahrt zum Gewerbe- und Industriegebiet an der Bautzener Straße in Bischofswerda: Auf der Fläche links hinter den Pappeln will die Stadt reichlich zehn Hektar für die Ansiedlung von Firmen erschließen.
Die Zufahrt zum Gewerbe- und Industriegebiet an der Bautzener Straße in Bischofswerda: Auf der Fläche links hinter den Pappeln will die Stadt reichlich zehn Hektar für die Ansiedlung von Firmen erschließen. © Steffen Unger

Bischofswerda. Im Gewerbe- und Industriegebiet Bischofswerda Nord 2 an der Bautzener Straße sollen weitere reichlich zehn Hektar für die Ansiedlung von Firmen erschlossen werden. Zwei Unternehmen bekundeten bisher ihr Interesse, Flächen zu erwerben. Er gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren Arbeitsplätze „im dreistelligen Bereich“ neu geschaffen werden, sagte Oberbürgermeister Holm Große (parteilos) kürzlich in einem SZ-Gespräch. Nach dem Zeitplan der Stadt soll das Gebiet im kommenden Jahr überplant und im Jahr 2021 erschlossen werden. „Wir hoffen, dass im Herbst 2021 die ersten Firmen selbst bauen können“, sagte Sascha Hache, Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, jetzt auf Anfrage der SZ.

Die Stadt rechnet mit Erschließungskosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Bis zu 85 Prozent der investiven Maßnahmen können gefördert werden. Firmen, die Land kaufen, sollen an den Erschließungskosten beteiligt werden. Aufgrund der Größe der vorgesehenen Investition musste die Stadt die Planungsleistungen europaweit ausschreiben. Der Stadtrat stimmte am Dienstag zu, das Büro IPROconsult aus Dresden mit der Planung zu beauftragen. Rund 333.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer sind für die Planungen vorgesehen.

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Finanzieller Aufwand noch unklar

Bereits im Frühjahr hatte die Stadt einen Planungsauftrag an ein Bischofswerdaer Ingenieurbüro vergeben. Damals war sie von Erschließungskosten unter einer Million Euro ausgegangen. Auf die Frage von Dr. Bernd Grüber, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, wie sich die Differenz erklärt, sagte OB Holm Große, man sei ursprünglich davon ausgegangen, dass die Kosten für die öffentlichen und privaten Flächen im Gewerbegebiet teilbar seien. Dies sei aber nicht der Fall. Das Gebiet müsse als Ganzes erschlossen und finanziert werden. Wie hoch der Aufwand im Einzelnen ist, werden die Planungen zeigen. Neben dem Straßenbau, der Verlegung sämtlicher Medien und der Geländeregulierung zur Schaffung von ebenen Ansiedlungsparzellen sind auch umfangreiche landschaftspflegerische Maßnahmen notwendig. Auch Anlagen zur Regenwasserrückhaltung sind Teil der Erschließung.

Rund 200.000 Euro hatte die Stadt bisher für die Planungen vorgesehen. Nun sind zusätzliche Gelder notwendig. Die Stadt nutzt dafür einen Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von Geschäftsanteilen der Info-Kabel GmbH an den Energieversorger Enso sowie aus der Gewinnausschüttung des Kabelnetzbetreibers 2018. Außerdem stellt sie mehrere Investitionen zurück: die kürzlich beschlossene Sanierung der Straßendecke am Mühlteich und am Schillerpark sowie die Erneuerung von zwei Fußgängerbrücken über die Wesenitz nahe des Wiesengrundes. Die Straßenbaumaßnahme am Mühlteich werde nur zeitlich zurückgestellt; am Ziel, diese Straße zu sanieren, halte man fest, heißt es im Rathaus.

Das Gewerbegebiet Bischofswerda Nord 2.
Das Gewerbegebiet Bischofswerda Nord 2. © SZ-Grafik/Romy Thiel

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Für die Gewerbeflächen an der Bautzener Straße gibt es bisher zwei Interessenten. Im Jahr 2021 könnten sie bauen.

Für die Entwicklung Bischofswerdas sei die Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebietes von zentraler Bedeutung, sagte Holm Große. Das Gebiet soll in Richtung Carl-Maria-von-Weber-Straße wachsen. Bereits seit Beginn dieses Jahres besteht Baurecht. Der Stadtrat hat es geschaffen, indem er im Januar einen Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan beschloss. Zu der Fläche, die jetzt erschlossen werden soll, gehört nicht das Land, das bereits der bayerische Unternehmer Max Aicher kaufte – ursprünglich im Bestreben, in Bischofswerda eine Elektrodenfabrik für die Stahlindustrie zu errichten. Momentan gibt es drei Firmen im Gebiet: den Online-Händler B & W, den Ausstellungsbau Wemme und die Straßenmeister des Kreises.

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