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Millionenprojekt Turnhalle

Kreba-Neudorf baut nicht nur das Gebäude neu . Auch der Sportplatz kommt dran. Unwägbarkeiten gibt es aber noch.

© Zeichnung: Ingenieurbüro Ussath

Von Carla Mattern

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Die eigenen vier Wände sind eines der größten Projekte im Leben. Am 16. November können Interessenten die vier entstehenden Doppelhäuser auf der Landheimstraße besichtigen.

Auf dem Papier existiert die neue Turnhalle in Kreba-Neudorf bereits. Nicht futuristisch aus Glas und Stahl stellen sich die Kreba-Neudorfer das neue Gebäude vor. „Es soll zum Schloss und zum Schlosspark passen. Deshalb haben wir uns für einen Gelbton bei der Fassade und ein Ziegeldach entschieden“, sagt der Kreba-Neudorfer Bürgermeister Dirk Naumburger. Nur wenige Wochen zurückliegt die Meldung, dass die 900-Seelen-Gemeinde 1,925 Millionen Euro für ihr Projekt an Fördermitteln einplanen kann. Zuvor kam allerdings eine Quasi-Kehrtwende. Denn von den Plänen, die bestehende Turnhalle zu sanieren, hat man sich verabschiedet. Ein Neubau steht nunmehr an.

Und was für einer! Innerhalb der regulären Abmaße einer sogenannten Einfelder-Turnhalle gewinnen die Kreba-Neudorfer schon mal mehr Platz für den reinen Sport-Innenraum. Die Gerätschaften bekommen einen eigenen größeren Raum. Was aber vor allem zählt: Im Erdgeschoss gibt es künftig Toiletten und Umkleideräume. Die können auch beim großen Sommer-, Sport- und Parkfest genutzt werden. Weitere Umkleiden mit Duschräumen im Obergeschoss erlauben auch bei Turnieren der Fußballer mehr Komfort, wenn mehr als zwei Mannschaften am Start sind. Die Sportgemeinschaft Kreba-Neudorf erhält einen Vereinsraum. Die jungen Leute vom Jugendclub „Verreckerkeller“ haben endlich gute Räume. Sie haben schon angekündigt, dass sie gerne eine Terrasse anbauen wollen – in Eigeninitiative, berichtet Bürgermeister Dirk Naumburger. Und sogar für den Vereinsbus der Sportler der SG Kreba-Neudorf ist eine Garage geplant.

Das neue Haus wird aller Wahrscheinlichkeit nach trotz der beachtlichen Bausumme von 2,3 Millionen Euro zirka 100 000 Euro preiswerter als ein Umbau. Jetzt müssen aber erst einmal die Fachplaner ran. Mit der Neubauplanung ist das Krauschwitzer Ingenieurbüro Ussath beauftragt. Beim Bereich Heizung, Lüftung und Sanitär ist das Cottbuser Ingenieurbüro Systemplan GmbH in der Verantwortung; für die Elektrotechnik und Fernmeldetechnik die Firma Steinigeweg Planungs GmbH aus Krauschwitz und für die Tragwerksplanung das Ingenieurbüro Bau- und Tragwerksplanung aus Krauschwitz. Ein Cottbuser Ingenieurbüro für Bauphysik ist für die energetische Planung zuständig und ein Dresdener Landschaftsarchitekt kümmert sich um die Landschaftsplanung. Bisherige Planungen für das Projekt stammen bereits von 2015. Mitte Februar soll der Bauantrag gestellt werden, kündigt Bürgermeister Naumburger an. Bevor es eine Genehmigung gibt, müssen Stellungnahmen von Behörden und Institutionen eingeholt werden. Größte Unbekannte sei die Aussage der Denkmalschutzbehörde, so Dirk Naumburger. Denn ein angestrebter Termin mit einer Fachfrau dazu kam bisher nicht zustande. Deren Aussage sei wichtig, weil der Schlosspark als schutzwürdig eingestuft ist und der Sporthallenneubau im Park an Stelle der alten, in den Fünfzigerjahren erbauten Turnhalle entsteht.

Für die Gemeinde Kreba-Neudorf steht fest, wie es mit der Turnhalle weitergehen soll: Nach der Baugenehmigung sollen die Aufträge ausgeschrieben werden. Nach dem Sommer-, Sport- und Parkfest Ende Juli wird die alte Halle abgerissen und mit dem Rohbau begonnen. „Ein reichliches Jahr wird gebaut“, so der Bürgermeister. Ende 2019 werde die Eröffnung gefeiert – wenn alles läuft, wie gewünscht.

Die Zeit ohne Turnhalle wollen die Mitglieder der Sportgemeinschaft Kreba-Neudorf nutzen, um den Sportplatz auf Vordermann zu bringen. Denn beispielsweise die Fußballer müssen dann auf andere Sportplätze ausweichen. Dass sich das organisieren lässt, da sind sie zuversichtlich. Schließlich pflegen die Kreba-Neudorfer viele Spielgemeinschaften mit Fußballklubs der Nachbarorte. „Wir haben ein Angebot von einer renommierten Firma, die schon mehrfach Sportplätze saniert hat“, sagt Antje Wierick, die Vorstandsvorsitzende der SG Kreba-Neudorf. Bei dem Treffen mit der Fachfirma waren auch Bürgermeister Dirk Naumburger und Sportler dabei.

Auch dieses Projekt ist anspruchsvoll. Immerhin wird mit Kosten von etwa 100 000 Euro gerechnet, so Antje Wierick. Um das stemmen zu können, plant die Sportgemeinschaft auch Eigenleistungen ein. Außerdem rechnet der Sportverein fest mit Fördermitteln. Beispielsweise gibt es eine Sportförderrichtlinie, die Vereinsprojekte mit Geldern in Höhe von bis 125 000 Euro unterstützt.

Vorgesehen ist, den Rasen auf dem Sportplatz zu erneuern. Außerdem soll eine Lösung gefunden werden für das Bewässern des Areals. Bevor hier der Sportplatz angelegt wurde, gehörte die Fläche zum Park, floss der Schöps in einem Arm über das Gelände. Das ist noch immer spürbar; es gibt einerseits feuchte Stellen, andererseits sehr trockene. Um die Kosten fürs Bewässern zu senken, soll ein Brunnen gebohrt werden. Aus dem soll das Wasser in heißen Sommern kommen, wenn der Schöps als Wasserquelle nicht nutzbar ist.