merken
PLUS

Millionenrisiko am Ferdinandplatz

Das neue Verwaltungszentrum könnte deutlich teurer werden. Am Bau wird aber festgehalten.

© Visualisierung: Barcode Architects

Von Andreas Weller

Anzeige
Akrobatik auf dem Eis

HOLIDAY ON ICE kommt mit dem neuen Programm SHOWTIME nach Dresden.

„Die 162 Millionen Euro seien nur Grobkosten“, teilte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) nun mit. Das neue Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz soll mal Platz für rund 1 600 Mitarbeiter der Stadt bieten, ein modernes Rathaus werden, das vor allem für die Bürger da ist“, betont der Bürgermeister. Noch ist es aber nur eine Idee, die bis 2024 umgesetzt sein soll, um die Verwaltung im Zentrum zu konzentrieren.

Nun hat Schmidt-Lamontain die Kostenrisiken aufgeschlüsselt. Danach kann es bis zu 41 Millionen Euro teurer werden. Auf rund 4,2 Millionen Euro wird das Risiko eingeschätzt, dass bei der Erkundung des Geländes der Boden teure Überraschungen birgt, ein teurer Hochwasser- oder Lärmschutz notwendig wird. Bei den Planungen können Mehrkosten von knapp zehn Millionen Euro entstehen, weil unter anderem behördliche Auflagen, technische Lösungen und der Bauprozess noch nicht absehbar sind. Die sogenannten Grundlagenrisiken liegen bei rund 13 Millionen Euro. Denn es sei gut möglich, dass bei den Planungen zusätzliche Leistungen notwendig werden, das Projekt modifiziert wird und sich am Ende die Bauzeit verlängert. Auf weitere vier Millionen Euro schätzt der Bürgermeister das Risiko, dass Altlasten entdeckt oder zusätzliche Gutachter benötigt werden. Das macht zusammen knapp 31 Millionen Euro an Risiken.

Dazu kommt, dass in der ersten Kalkulation zwar zwei Prozent Steigerung bei den Baukosten eingerechnet wurden. Steigen diese aber um drei Prozent in der Zeit bis zur Vergabe der Aufträge, könnten die Kosten um weitere zehn Millionen Euro steigen. Das alles sei „möglich“.

Auch auf die Folgekosten verweist Schmidt-Lamontain. Diese liegen pro Jahr bei rund 5,5 Millionen Euro. „Aber auch die anderen Lösungen sind teuer“, so Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD). Denn bleibt die Verwaltung in ihren gemieteten Büros, wird es wahrscheinlich teurer. Derzeit werden dafür knapp 5,9 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben.

„Wir wollen das Vorhaben jetzt auf den Weg bringen. Es wird ja ein Marathon. Irgendwann muss man mal loslaufen“, sagt SPD-Stadtrat Thomas Blümel. „Ich finde es gut, dass wir vorher zusätzliche Informationen über mögliche Kostenrisiken haben.“ Diese habe es früher so genau von der Verwaltung nicht gegeben. „Das ist für mich aber kein Grund, das Projekt aufzuhalten“, betont Blümel.