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Millionenschwere Frischkur für den Bahnhof Hagenwerder

Gestern wurde der erste Spatenstich für eine neue Bus-Bahn-Haltestelle ausgeführt. Bis 2013 wird alles neu werden.

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Von Sebastian Beutlerund Christine Marakanow

Den Steuerknüppel auf dem Bagger wollte Joachim Paulick gestern Mittag gar nicht wieder loslassen. Der Görlitzer Oberbürgermeister startete mit dem ersten Baggeraushub symbolisch den Bau der neuen Bus-Bahn-Haltestelle am Bahnhof Hagenwerder. Jahrelang wurde um dieses Projekt gekämpft, am Ende hing alles am Ankauf des Geländes, auf dem die Gebäude der früheren Bäuerlichen Handelsgenossenschaft standen. Sie sollen Platz machen für die neue Verknüpfungsstelle, die aus einer Buswendeschleife und drei Bus-Haltestellen bestehen wird. Zudem sind zwölf Auto-Parkplätze, darunter zwei Behindertenstellplätze, und Ständer für 30 Fahrräder vorgesehen. Schon im November soll alles fertig sein.

Der regionale Verkehrsverbund Zvon fördert den Bau mit 575000 Euro, mindestens 100000 Euro kommen vom Freistaat, die Stadt ist nur mit 50000 Euro beteiligt. Da fand selbst OB Paulick: „Die Stadt ist dabei gut weggekommen.“

Gerade dem Zvon sind diese modernen Übergangsstellen von Bus zu Bahn aber wichtig. 17 hat er in den vergangenen Jahren in seinem Gebiet, das die Landkreise Bautzen und Görlitz umfasst, für 18 Millionen Euro errichtet. Sechs Millionen davon trug der Verkehrsverbund allein. „Und diese Investitionen lohnen sich“, sagt der scheidende Zvon-Geschäftsführer Georg Janetzki. „Beim Schienennahverkehr verbuchen wir 25 bis 30 Prozent mehr Fahrgäste in den letzten Jahren.“ Vor allem Pendler nutzen die Strecken. „Das trifft auch auf die Neißetalbahn zu, an der Hagenwerder liegt“, sagt Janetzki.

Mittlerweile ist deren Gleis auf der Strecke zwischen Görlitz und Zittau vollständig saniert. Die Reisezeit verringerte sich von 54 auf 33 Minuten. Entlang der Strecke hat der Zvon bereits am Zittauer Bahnhof, in Hirschfelde und Ostritz solche Verknüpfungsstellen errichtet, wie sie jetzt auch in Hagenwerder entsteht und für den Görlitzer Bahnhof im kommenden Jahr geplant ist.

Eine attraktive Neißetalbahn ist auch für den Berzdorfer See wichtig. Daher ist auch weiterhin geplant, im früheren Deutsch Ossig einen Halt einzurichten. Nach Angaben von Zvon-Mitarbeiter Klaus Maciejewski soll der Zughalt möglichst nahe an den zukünftigen Freizeiteinrichtungen liegen. Weil sie aber noch nicht feststehen, ist die Planung zunächst einmal ausgesetzt worden. Wenn Klarheit darüber herrscht, dauert es wegen der nötigen Genehmigungen schätzungsweise zwei Jahre, bis der Halt eröffnet werden kann.

Das ist genauso noch Zukunftsmusik wie auch der zweite Bauabschnitt am Bahnhof Hagenwerder. Er sieht vor, dass die Deutsche Bahn 2013 für 850 000 Euro die beiden Bahnsteige mit stufenfreien Zugängen ausbaut – und eine Verbindung an den Berzdorfer See errichtet.