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Pirna

Millionenversprechen für den Malerwinkel

Die Bienermühle in Königstein soll ein Kulturzentrum werden. Ideen gibt es dazu genug und nun offenbar auch Geld.

Vier Millionen Euro wollen Freistaat und Bund in den Malerwinkel in Königstein investieren. Andrea Hoppe vom Verein Malerwinkel und Projektplaner Jörg Richter haben mit dem Gebäudekomplex viel vor.
Vier Millionen Euro wollen Freistaat und Bund in den Malerwinkel in Königstein investieren. Andrea Hoppe vom Verein Malerwinkel und Projektplaner Jörg Richter haben mit dem Gebäudekomplex viel vor. © Marko Förster

Es soll das neue kulturelle Zentrum in Königstein werden – neben dem alten Kino und der Werkstatt 26. Die Rede ist von der Bienermühle im Malerwinkel, die fast 30 Jahre im Dornröschenschlaf verharrte. Bis jetzt. 

Dafür sorgt der Verein Malerwinkel. Andrea Hoppe und die weiteren Vereinsmitglieder setzten sich seit fast genau zwei Jahren dafür ein, dass neues Leben in das historische Gebäude zieht. Der Anfang ist gemacht. Mehr als 20 Veranstaltungen fanden in der Bienermühle schon statt. Das Großprojekt wurde zudem im Aktionsplan zur Belebung der Königsteiner Innenstadt verankert. Jetzt ist der Verein Malerwinkel noch einen Schritt weiter. Es gibt Fördermittel.

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Zumindest ein Millionenversprechen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Denn jeweils zwei Millionen Euro sollen von Bund und Land nach Königstein fließen. Das verkündete Kretschmer bei einem Grillabend in der Bienermühle am vergangenen Donnerstagabend. Die Stadt Königstein und der Malerwinkel-Verein hatten Kretschmer eingeladen, um ihm die fertigen Fördermittelanträge zu überreichen. Für Sachsens Landesvater war es der dritte Besuch in der Festungsstadt innerhalb von acht Monaten. Im Dezember schenkte Kretschmer bei einem privaten Besuch auf der Festung Königstein Glühwein auf dem historisch-romantischen Weihnachtsmarkt aus. Im Januar tauchte er beim Neujahrsempfang auf. Nun folgte der dritte Termin.

Warum? „Weil Königstein eine kleine, aufstrebende Stadt ist“, sagte Kretschmer. Schon als Student sei er gern mit der S-Bahn zum Wandern in die Sächsische Schweiz gekommen. Auch als Politiker wolle er weiter auf den ländlichen Raum setzen. Hier sei es im Vergleich zu den Großstädten jedoch wichtiger denn je, dass es mutige Menschen gäbe, die sich für das Gemeinschaftswohl einsetzen. Der Malerwinkel-Verein sei für Michael Kretschmer so ein Beispiel. Und das soll unterstützt werden – nicht zuletzt finanziell. Noch vor der Landtagswahl am 1. September soll der Fördermittelantrag vom Land bewilligt werden. Und auch die Bundesmittel seien so gut wie genehmigt, deutete er an.

Rund 4,5 Millionen sind insgesamt nötig, um den Gebäudekomplex zu sanieren, allein 2,5 Millionen für die Bienermühle. Die versprochenen vier Millionen Euro an Fördermitteln decken damit den Löwenanteil der Kosten ab. Der Rest soll über Eigenmittel der Stadt Königstein und Spenden finanziert werden. Das Geld fließt allerdings nicht in die Bienermühle, die einmal als Brettschneidemühle fungierte, allein. Zum Malerwinkel gehört auch das Meisterhaus und die Vogtei, das älteste Gebäude Königsteins. Hier lebte damals der Vogt, der immer pünktlich die Steuern eintrieb. Ein Teil des Hauses wurde als Gefängnis genutzt.

Nach der Sanierung soll der Malerwinkel ein multifunktionaler Veranstaltungsort sein. Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen sollen hier einmal stattfinden können. „Wir wollen vor allem heimischen Künstlern hier eine Plattform bieten“, sagt Andrea Hoppe. Es gäbe etliche Künstler in der Sächsischen Schweiz, die man auf diesem Weg fördern müsse. Zudem soll in der Bienermühle, der Vogtei und dem Meisterhaus Platz für Gastronomie geschaffen werden. Nicht nur in den historischen Mauern, sondern auch davor. Zum Beispiel in einem Gästegarten. 

Platz gibt es auf dem rund 1.700 Quadratmeter großen Außenareal genug. Der Malerwinkel-Verein hat all seine Ideen in einem Nutzungs- und Betriebskonzept gebündelt. „Innerhalb von nur zwei Wochen wurde es gestrickt“, erzählt Andrea Hoppe. Sie ist froh, dass es innerhalb des Vereins so viele Experten gäbe, die ihr Fachwissen einfließen lassen – kostenlos. Das sei in den vergangenen Jahren eine große Hilfe gewesen. Gemeinsam mit der Aktivierungsgruppe Innenstadt, der Stadt Königstein als Eigentümer des Grundstücks und dem künftigen Innenstadt- und Kulturmanagement wird nun weiter an der Sanierung gefeilt – wenn der Ministerpräsident sein Millionenversprechen hält.

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