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Hoyerswerda

Minerale entführen in bezaubernde Welten 

Beim Tag der Mineralogie konnten Jung und Alt gemeinsam viel entdecken.

Wilfried Sauer
(in Rot) und Michael Leh betrachten einen großen
Amethyst.
Wilfried Sauer (in Rot) und Michael Leh betrachten einen großen Amethyst. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Vielfältige Farben und Formen von Calziten, Rauchquarzen oder Amethysten begeistern Mineralogen und deshalb kamen diese am Wochenende zum 27. Tag der Mineralogie ins Bürgerzentrum Braugasse 1. Die Sammler aus Hoyerswerda, Ostsachsen und Freiberg genossen die Atmosphäre und den fachlichen Austausch auf der Veranstaltung, die wie immer das Naturwissenschaftlich-Technische Kinder- und Jugendzentrum (Natz) und die Bezirksgruppe Ostsachsen der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e.V. (VFMG) unter Leitung von Peter Hildebrandt organisiert hatten.

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Der Vorsitzende der Fachgruppe Mineralogie/Geologie Bautzen der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz Michael Leh ging mit dem Stellvertreter der VFMG-Bezirksgruppe Reinhard Sauer durch die Ausstellung und sagte: „Das sind Farbe und Form, die faszinieren.“ Schon als Kind habe er an Mineralen Gefallen gefunden, sich später fachliches Wissen darüber angeeignet und nun interessiert ihn auch die Lausitzer Industriegeschichte.

Die Seniorin Andrea Frister aus Bretnig unterstützt seit Neuestem den in Dresden ansässigen Verein Bernstein, der Schülern Schönheit und Nutzungsmöglichkeiten von Mineralen und alte Handwerke nahebringt. Sie gehört auch zur VFMG-Bezirksgruppe Ostsachsen und verkaufte im Bürgerzentrum Minerale. Ihr Interesse an Mineralogie begann als Jugendliche, weil sie von dem mächtigen Meteoriteneinschlag vor 15 Millionen Jahren auf die heutige Schwäbische Alb gehört hatte. Durch die starke Hitzeeinwirkung war damals Gestein aufgeschmolzen und dieses gelangte bis nach Budweis (Tschechische Republik), erklärte die 65-jährige Chemielehrerin. Eines der durch den Einschlag neu entstandenen Minerale war Moldavit, also natürliches, in verschiedenen Grüntönen schillerndes Glas. „Seitdem will ich so ein Stück finden“, sagte Andrea Frister, die dieses als DDR-Bürgerin bis 1989 nur von Fotos kannte. 1991 sah sie Moldavit erstmals im RiesKraterMuseum in Nördlingen bei Stuttgart. Bei einem Fachvortrag im Elementarium Kamenz konnte sie es berühren. Selbst gefunden hat Andrea Frister das Mineral noch nicht. Vielleicht gelingt ihr das ja bei der nächsten Exkursion mit den Freunden von der VFMG.

Damit Kinder Freude am systematischen Sammeln und fachgerechten Bearbeiten von Mineralen finden, leitet Peter Hildebrandt die Arbeitsgemeinschaft Mineralogie im Natz, für die er immer Nachwuchs sucht. Er hatte zwar die AG-Räume geöffnet, damit Kinder aus Edeltsteinen Schmuckstücke anfertigen konnten, doch die Resonanz war wegen der Ansteckungsgefahr, die vom Coronavirus ausgeht, gering. Trotzdem bereitet Peter Hildebrandt für die erste Sommerferienwoche Exkursionen vor. Wer zum Beispiel Calzit im Grauwackesteinbruch Oßling oder Bernstein in einer Kiesgrube bei Berlin finden und im Natz bearbeiten möchte, muss sich bis 30. Juni bei dem Verein melden.