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Mini-Kirchen an Mini-Straßen

Noch ist der Weg zum Miniaturenpark in der polnischen Kleinstadt Kowary nicht leicht zu finden. Erst unmittelbar vor dem Eingang zum Textilbetrieb weisen handgemalte Schilder darauf hin. Auch durch die noch unbefestigte Einfahrt sollte man sich nicht beirren lassen.

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Von Rolf Ullmann

Noch ist der Weg zum Miniaturenpark in der polnischen Kleinstadt Kowary nicht leicht zu finden. Erst unmittelbar vor dem Eingang zum Textilbetrieb weisen handgemalte Schilder darauf hin. Auch durch die noch unbefestigte Einfahrt sollte man sich nicht beirren lassen.

Marian Piasecki, der geistige Vater des Miniaturenparkes, kennt die Probleme und verspricht Besserung. Doch er ist mit seinen Modellen beschäftigt, die bald noch mehr Besucher in die kleine Stadt am Rande des Riesengebirges locken sollen. Marian Piasecki und seine sieben Mitarbeiter haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie wollen berühmte Bauwerke aus dem Riesengebirge und anderen Orten Niederschlesiens im Maßstab 1:25 so originalgetreu wie möglich nachbilden. Mit der Kirche von Erdmannsdorf (Myslakowice) haben sie begonnen. Die Nachbildung des Schlosses im gleichen Ort war das zweite Projekt. Zwölf Modellbauer arbeiteten rund drei Monate daran. Einst diente das Bauwerk der preußischen Königsfamilie als Sommerresidenz. Der Architekt Friedrich von Schinkel leitete den Bau der Residenz bis zu ihrer Vollendung im Jahr 1842. Das Modell vermittelt eindrucksvoll die baulichen Details und den großartigen Gesamteindruck des Schlosses. Jetzt sind das Wohnhaus des Dichters Gerhart Hauptmann in Jagniatkow (Agnetendorf) sowie eine Straßenzeile des Stadtzentrums von Jelenia Gora (Hirschberg) hinzu gekommen. Natürlich darf auch das Modell der Stabholzkirche Wang nicht fehlen. Das wohl bekannteste Gebäude des polnischen Teils des Riesengebirges wurde erst vor wenigen Tagen fertig gestellt. Wenige Schritte entfernt steht ein Mini-Berg mit der charakteristischen Form der Schneekoppe. Ein Teil der Gipfelgebäude ist bereits fertig. Marian Piasecki erfüllte sich mit dem Bau des Miniaturenparks einen Traum. Schon sein ganzes Leben liebt er den Modellbau. Nun investierte der Ingenieur einen großen Teil seines Vermögens in den Bau des Parks. Für sein Engagement in Kowary wurde er vor zwei Wochen mit einer Auszeichnung des Landratsamtes von Jelenia Gora für die Entwicklung des Tourismus geehrt.

Miniaturenpark Kowary: Täglich zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet, Führung durch die Außenanlagen und Werkstatt auf Anfrage.