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Sachsen

Freiheit für den Minifanten

Das Elefantenbaby, das von der Mutter abgelehnt wird, macht im Leipziger Zoo seine ersten Schritte in die Sonne. Das Video.

© dpa/Sebastian Willnow

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Kurz nach 14 Uhr kommt der Minifant ins Gehege getrottet, vorsichtig, im Schatten der asiatischen Elefantenkühe Rani und Don Chung. Gemächlich trabt er auf und ab, schaut sich neugierig um, beschnüffelt den Sandboden. Seit diesem Freitag, acht Wochen nach seiner Geburt, darf das Elefantenbaby erstmals die Freianlage des Elefantentempels im Leipziger Zoo erkunden. 

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Zumindest stundenweise kann der kleine Bulle jetzt an die frische Luft, wenn Wetter, Gesundheit und Gruppensituation es erlauben – und nur in Begleitung von mehreren Pflegern. „Es ist ein großer Tag, auf den wir alle gewartet haben“, sagt Zoodirektor Jörg Junhold. „Das UV-Licht der Sonne ist wichtig für seine weitere Entwicklung.“ Das gute Wetter und der stabile Zustand hätten das Pflegerteam ermutig, den Jungen an diesem Tag nach draußen zu lassen. Der Schritt helfe auch der Fitness und dem Zusammenwachsen der Gruppe.

Entwarnung könne er jedoch nicht geben, betont Junhold: „Wir sind noch nicht über den Berg.“ Auch mit seinen jetzt 105 Kilogramm liege der kleine Bulle noch immer drei Kilo unter seinem Geburtsgewicht. Außerdem müsse er wegen eines festgestellten Nabelbruchs in den kommenden Wochen operiert werden.

Mama Hoa ist bei dem Ausflug ihres Kalbes allerdings nicht dabei – sie könnte ihrem Jungen noch immer gefährlich werden. Die 33 Jahre alte Elefantenmutter, die seit 1987 in Leipzig lebt, hatte schon zwei Nachkommen verstoßen, beide starben dabei. Ihrem neuen Kalb hatte sie zwar vorübergehend etwas Milch gegeben, doch ansonsten weigert sie sich, sich um ihr Sorgenkind zu kümmern und zeigt deutliche Ablehnung.

Dafür hatte der Zoo-Chef noch eine andere freudige Botschaft: Auch die neunjährige Elefantenkuh Rani ist schwanger. Im Frühjahr 2020 sei mit der Geburt ihres Babys zu rechnen. Dass sie sich derzeit um den einsamen Minifanten kümmere, sei eine gute Schule für den zukünftigen Umgang mit dem eigenen Kind, sagt Junhold.

Der am 25. Januar geborene Elefantenjunge hatte in den vergangenen Wochen immer mehr Kontakt zu den Elefantenkühen Rani und Don Chung aufgebaut. Sie tragen schon den Ehrentitel „Eletanten“. Der kleine Bulle durfte mehrere Stunden am Tag unter Aufsicht der Tierpfleger mit den beiden Elefantenkühen zusammen sein. Nach sechs Wochen war eine Gewöhnung sogar ohne Schutznetz erlaubt. Die Tierpfleger, die rund um die Uhr dabei waren, ziehen sich mittlerweile schrittweise aus der Betreuung des Kalbes zurück. Allerdings füttern sie den kleinen Dickhäuter weiterhin mit einer eigens angerührten Ersatzmilch. Für feste Nahrung ist es noch zu früh. Wann und wie oft der Minifant in Zukunft wieder ins Freie kann, so Junhold, könne er noch nicht sagen.

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