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Minion-Invasion auf dem Kottmarsdorfer Berg

Rocco Häschke baute sich auf seinem Grundstücke ein paar Dutzend der Animationsfiguren aus Schnee. Für ein Foto davon landete so mancher Fan im Graben.

Von Markus van Appeldorn
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Mehrere Dutzend frostige Minions stehen im Garten.
Mehrere Dutzend frostige Minions stehen im Garten. © Rafael Sampedro

Das ewige Eis ist die angestammte Heimat der Minions, der kleinen gelben Eiermänner aus dem gleichnamigen Animationsfilm. Nun ja, ewig währten Eis und Schnee dieser Tage in der Oberlausitz nicht - aber oben auf dem Kottmarsdorfer Berg durften sich die ulkigen Schurken wenigstens ein paar Tage lang austoben.

Schöpfer der Schnee-Minions ist Rocco Häschke. Der junge Mann bewohnt einen alten Bauernhof mit einer großen Wiese direkt an der S 148. Der Garten soll auch im Winter was hermachen. Eine Weile hat Rocco Häschke bei den Herrnhuter Sternen gearbeitet. "Da bin ich richtig damit infiziert worden, zu Weihnachten schön zu dekorieren", sagt er. 60 Herrnhuter Sterne hat er in die Obstbäume gehängt. Der viele Schnee der letzten Woche schenkte dem Garten dann eine weitere Attraktion. "Einfach bloß Schneemänner zu bauen, ist mir zu langweilig", sagt Rocco. Die Fernsehwerbung für Überraschungs-Eier brachte ihn dann auf die Idee mit den Minions. "Ich bin gar kein Minion-Fan, fand die Idee aber witzig", sagt er. Im Gegensatz zum klassischen Schneemann seien die Figuren auch viel einfacher zu bauen. Ein Minion ist nicht genug. Zur Serienherstellung schuf sich Rocco Häschke eine regelrechte Minion-Manufaktur. "Unter meinem Carport habe ich mit einem Mörteleimer die Körper aufgeschichtet, in unterschiedlichen Größen", erzählt er. Gut 30 Stück formte Rocco Häschke so. Mit Säge und Reibebrett optimierte er die Form. Damit sie schön fest werden, ließ er die Rohlinge eine Nacht durchfrieren.

So sahen Rocco Häschkes Minions als Rohlinge aus. 
So sahen Rocco Häschkes Minions als Rohlinge aus.  © privat

Mit Sprühfarbe verpasste Rocco Häschke seinen Minions schließlich ihr charakteristisches Gelb, ihre blauen Latzhosen und Gesichter. "Für mich ist das ein bisschen Kunst", sagt er. Um die 20 Stunden hat er früh morgens und nachts an den Minions gearbeitet. Mit Hilfe seiner Freundin und einer Schneeschaufel verteilte er die Männchen in seinem Garten. "Ich wollte aber nicht, dass die da einfach bloß rumstehen. Ich wollte Geschichten mit denen erzählen", sagt Rocco Häschke. Deshalb baute er kleine Minion-Themenwelten. Da ist etwa eine Minion-Familie mit dem Rodel unterwegs, andere schippen Schnee, einer hat es sich mit ein paar Flaschen Bier gemütlich gemacht. "Einer betankt einen von meinen VW Golf", erzählt Rocco Häschke - seine Sammlung verschiedener alter Golfs von Polizei, ADAC oder Rotem Kreuz sind eine Ganzjahresattraktion auf seinem Grundstück. 

Dieser Minion sehnt sich nach Sonne. Foto: Rafael Sampedro
Dieser Minion sehnt sich nach Sonne. Foto: Rafael Sampedro
Hoch vom Schneeberg beobachten die Minions, wer so vorbeikommt. Foto: Rafael Sampedro
Hoch vom Schneeberg beobachten die Minions, wer so vorbeikommt. Foto: Rafael Sampedro
Dutzende Minions tummeln sich im Garten. Foto: privat
Dutzende Minions tummeln sich im Garten. Foto: privat
Prost Minion! Foto: privat
Prost Minion! Foto: privat
Die Minions paarschippen jetzt. Foto: privat
Die Minions paarschippen jetzt. Foto: privat

Rocco Häschkes Minions bekamen in ihrer kurzen Lebenszeit viel Aufmerksamkeit. "Es war schon lustig zu beobachten, was Leute alles angestellt haben, um zum besten Foto von den Minions zu gelangen. Manche waren wirklich sehr kreativ", erzählt Rocco Häschke. Neben seinem Grundstück verläuft nämlich kein Gehweg und zwischen Straße und Gartenzaun ist eine kleine Böschung. "Die sind da durch den tiefen Schnee gestapft und manche sind in den Graben gerutscht", sagt Häschke. Ihn freut aber, dass so viele Menschen Freude an seinem Minion-Garten hatten. Mittlerweile sind die Figuren zusammengeschmolzen. Aber das macht Rocco Häschke nichts aus. "Ich find's schön, dass es vergänglich ist. Ich will ja nicht ewig Minions im Garten stehen haben", sagt er. Wenn der Winter mit Schnee zurückkommt, hat er auch schon das nächste Projekt geplant. Aber dafür müsste es dann ein paar Tage länger kalt bleiben.

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