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Minis bevölkern den Straußenhof

In Pappendorf hat sich Nachwuchs eingestellt. Die kleinen Laufvögel wurden alle künstlich ausgebrütet.

Von Ute George

Die typischen langen Hälse haben sie schon. Ansonsten wirken die Mini-Strauße mit ihrem „gestrichelten“ Daunenkleid aber eher wie Igel, als wie „Wächter der Savanne“. Um die 30 Küken recken derzeit auf dem Straußenhof Striegistal den Besuchern neugierig ihre Köpfchen entgegen, jede Woche werden es mehr. „Die Eierlegesaison ist von März bis Oktober“, berichtet Marcus Reißig. Der 24-jährige Agrarwirt kümmert sich mit seinen Eltern im Nebenerwerb um den Hof. In der Brutzeit ist einiges zu tun, denn alle Eier werden künstlich im Brutautomaten ausgebrütet.

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Damit sind die Straußeneltern allerdings nicht immer einverstanden. „Die Eier wegzunehmen, ist schon gefährlich“, berichtet der junge Mann. Die Hähne verteidigen ihr Revier, und das nicht, indem sie den Kopf in den Sand stecken. Der Tritt eines ausgewachsenen Tieres kann einen Löwen töten. „Wir haben deshalb neben den Sandnestern eine Tür“, sagt Marcus Reißig, sozusagen als schnellen Fluchtweg. „Den Hahn lenken wir mit Futter ab.“ Bisher sei deshalb auch noch nichts passiert.

Die Eier, die so groß sind, dass eine Familie davon satt werden könnte, kommen sechs Wochen lang in die Brutmaschine. Die Küken sind, wenn sie schlüpfen, im wahrsten Sinne des Wortes Sonntagskinder. „Wir legen die Eier immer an einem Sonntag ein, also schlüpfen sie auch nach sechs Wochen an einem Sonntag“, erzählt Reißig. Das hat einen ganz einfachen Grund: „Sonntags sind wir alle auf dem Hof, da muss keiner arbeiten“. Aber warum überlassen Reißigs nicht den Straußen das Brüten? „Wenn die Vögel brüten, legen sie keine Eier mehr, wir hätten weniger Nachwuchs“, so der Experte.

Die kleinen Laufvögel kommen anschließend in Gehege, wo sie Auslauf und ein Dach über dem Kopf haben, Gras rupfen können und Futter-Pellets bekommen. Ein Jahr lang dürfen sie ihr Straußenleben genießen, bevor sie in einen Schlachthof nach Tanneberg kommen. „Wir haben etwa 50 Schlachttiere im Jahr. Das Fleisch vermarkten wir ausschließlich über unseren Hofladen“, sagt Reißig.

Die zwei Zuchthähne samt ihrer fünf Haremsdamen dürfen natürlich länger leben. „Theoretisch können Strauße 40 Jahre lang für die Zucht verwendet werden“, erklärt der Agrarwirt. Immerhin werden Straußenvögel 60 bis 70 Jahre alt. Hahn Lui ist mit zehn Jahren im besten Alter, und, wie Marcus Reißig sagt, „vor allem in der Brutzeit im Sommer ziemlich aggressiv. „Wenn der Schwanz oben ist oder er sich aufplustert, sollte man Abstand nehmen“, weiß er aus Erfahrung. Der zweite Hahn ist erst drei und neu auf dem Hof. „Wir überlegen, ob wir ihn Engelbert nennen.“

Der Striegistaler Straußenhof in Pappendorf lädt für den 14. Juni ab 10 Uhr zum Hoffest ein. Geplant ist ein kleiner Bauernmarkt mit Imker, Brotbäcker, Pilz- und einem Käsestand. Für die Kinder gibt es Basteln und Schminken. Familie Reißig wird bei Führungen den Hof vorstellen und Straußenprodukte im Hofladen anbieten sowie auf den Grill legen.

Da die Pappendorfer Ortsdurchfahrt gebaut wird, erreicht man den Hof von Hainichen aus am besten, wenn man in Kaltofen der Umleitung folgt. Gäste, die aus Richtung Freiberg kommen, sind von der Umleitung nicht betroffen. Mittweidaer Besuchern wird die Anfahrt über die A 4 empfohlen.