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Minister auf Kontrollgang durch die Oberlausitz

Frank Kupfer (CDU) wollte die Entwicklung der Landwirtschaft überprüfen. Stattdessen kam er unverhofft ins Kreuzverhör.

© SZ Thomas Eichler

Von Marcus Scholz

Sachsens Minister für Landwirtschaft, Frank Kupfer (CDU), besuchte gestern den landwirtschaftlichen Familienbetrieb von Familie Nahrstedt in Krappe nahe Löbau. Eigentlich wollte sich der Minister davon überzeugen, wie die Nahrstedts die erhaltenen Fördermittel aus dem Projekt Integrierte ländliche Entwicklung in ihren Betrieb investiert haben. Das geriet aber gestern schnell zur Nebensache. Bei der knapp einstündigen Begehung des Landwirtschaftsbetriebs wurde der Minister unverhofft von allen Seiten ins Kreuzverhör genommen. Am Gehege der 140 Damhirsche von Familie Nahrstedt kam es zu regen Diskussionen. Immer öfter wurden dort nämlich Wölfe im Umkreis des Damwilds gesichtet. Einmal wurde sogar schon ein Tier gerissen. Doch Hartmut Nahrstedt sind die Hände gebunden und Schutzmaßnahmen vor den gefährlichen Wildtieren sind schwer realisierbar. Das ist auch dem geschuldet, dass das Lausitzer Wolfsbüro für solche Zwischenfälle schwer zugänglich sei und über offensichtliche Probleme hinwegsehe, kritisiert Nahrstedt. Er warf die Frage auf, was Minister Kupfer gegen das Problem Wolf tun könne. „So lange der Wolf da ist, muss dieser geschützt werden“, entgegnete der Minister und wiegelt das Problem schnell ab.

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Doch kurzerhand kam Hartmut Nahrstedt auf ein weiteres Problem in der Umgebung zu sprechen: die Ruhestörung durch das Kittlitzer Pelletwerk. „Die damit verbundene Lärmbelästigung wird von den zuständigen Behörden nicht ernst genommen“, sagt der Landwirt. Minister Kupfer versprach hier sofort, sich dem Problem anzunehmen und die Sachlage prüfen zu lassen. Abseits der vielen Diskussionen konnten aber auch der Minister und der CDU-Abgeordnete Heinz Lehmann erkennen, wo mit Fördergeldern in den Betrieb investiert wurde. Neben Wohn- und Büroräumen baute Familie Nahrstedt auch ein EU-konformes Schlachthaus auf dem Betriebsgelände. „Ohne die Unterstützung durch den Freistaat wäre vieles nicht möglich gewesen“, sagte Hartmut Nahrstedt.