merken
PLUS

Minister gesucht

Wen die Deutschen gerne im Kabinett sehen würden – und wen lieber nicht. Noch ist das Regierungspersonal geheim.

© dpa

Von Peter Heimann

Angela Merkel, die alte und neue Chefin, kann schweigen, weiß aber alles. Horst Seehofer, der CSU-König, weiß zumindest genau, wen er für seine Partei in die Berliner Regierung schickt. Nur Sigmar Gabriel, der SPD-Chef, muss erst noch die Entscheidung seiner Basis abwarten, ob die Sozis überhaupt mitregieren dürfen. Deswegen gibt er vor, die Ressortverteilung und Ministerbesetzung seien noch offen und nicht entschieden.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Diese drei Herren gehören mit einiger Wahrscheinlichkeit der neuen schwarz-roten Regierung an. Auch die Bürger können sich laut einer Umfrage SPD-Chef Sigmar Gabriel (li) und Wolfgang Schäuble (Mitte) als Minister vorstellen. Nur bei CSU-Generalsekretär A
Diese drei Herren gehören mit einiger Wahrscheinlichkeit der neuen schwarz-roten Regierung an. Auch die Bürger können sich laut einer Umfrage SPD-Chef Sigmar Gabriel (li) und Wolfgang Schäuble (Mitte) als Minister vorstellen. Nur bei CSU-Generalsekretär A © dpa
Diese drei Herren gehören mit einiger Wahrscheinlichkeit der neuen schwarz-roten Regierung an. Auch die Bürger können sich laut einer Umfrage SPD-Chef Sigmar Gabriel (li) und Wolfgang Schäuble (Mitte) als Minister vorstellen. Nur bei CSU-Generalsekretär A
Diese drei Herren gehören mit einiger Wahrscheinlichkeit der neuen schwarz-roten Regierung an. Auch die Bürger können sich laut einer Umfrage SPD-Chef Sigmar Gabriel (li) und Wolfgang Schäuble (Mitte) als Minister vorstellen. Nur bei CSU-Generalsekretär A © picture alliance / dpa

Die Deutschen dagegen wissen sehr genau, wer welches Haus bekommen soll und welches Personal regieren soll – und wer besser nicht zum Minister berufen werden sollte. Für das wichtigste Amt nach der Kanzlerin, das Finanzressort, wünschen sie sich laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend unbedingt jemanden von der CDU – dafür plädieren sechs von zehn Bürgern. Nur 28 Prozent würden lieber einen Sozialdemokraten in dieser Position sehen. Lediglich sieben Prozent vertreten die Auffassung, dass die CSU das Ministerium übernehmen sollte.

Wie es aussieht, wird dieser Bürgerwunsch auch in Erfüllung gehen. Derzeit spricht wenig dagegen, dass der amtierenden Finanzminister Wolfgang Schäuble sein Amt behält. Nicht mal er selbst. Schäuble will sein Ressort in einer schwarz-roten Koalition behalten. „Wenn ich von der Bundeskanzlerin gefragt werden würde, lehne ich nicht ab. Ich traue mir das zu“, sagte der CDU-Politiker dem „Südkurier“.

Zwar erzählen Gabriel und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles immer noch, dass ihre Partei den Anspruch auf das Bundesfinanzministerium noch nicht aufgegeben habe. Aber es klingt wenig besitzergreifend. Außerdem: Von den derzeit gehandelten Ministerkandidaten erhält Wolfgang Schäuble die größte Zustimmung. Knapp drei Viertel der Deutschen wünschen sich, dass er auch in der künftigen Bundesregierung sein Amt behält.

Zwar würden die Bürger auch das Wirtschaftsministerium gern der CDU überlassen. Das aber wird nicht funktionieren. Wahrscheinlich wird es Sigmar Gabriel, erweitert durch die Kompetenz für die Energiewende, als eine Art Superminister übernehmen. Manche spekulieren allerdings noch darauf, dass der SPD-Chef den Fraktionsvorsitz übernimmt. Aus Sicht von 66 Prozent sollte Gabriel allerdings ein Ministeramt übernehmen, lediglich ein knappes Drittel spricht sich dagegen aus.

Relativ klar fällt das Votum für die SPD aus, wenn es um die Besetzung des Auswärtigen Amtes und des Arbeitsministeriums geht. Das Arbeitsministerium sollte nach Ansicht von 55 Prozent von der SPD geführt werden, nur 31 Prozent sehen das Ressort besser bei einem CDU-Politiker aufgehoben. Andrea Nahles, die wahrscheinliche Arbeitsministerin, kommt dagegen nicht so gut weg. Knapp die Hälfte der Bürger wollen sie nicht im Kabinett, nur 37 Prozent sind dafür.

Auch Manuela Schwesig, die SPD-Sozialministerin aus Schwerin, soll wohl Familienministerin in Berlin werden. Das will nur ein Viertel der beim Deutschlandtrend Befragten – die Hälfte von ihnen kannte die Blonde aus dem Norden gar nicht. Noch unbekannter ist Barbara Hendricks, derzeit SPD-Schatzmeisterin. Sie könnte Entwicklungshilfeministerin werden: Weil sie ins Kabinett will, aus Nordrhein-Westfalen kommt, eine Freundin von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist und für diese wie für den starken SPD-Landesverband der Vorposten im Bundeskabinett sein soll.

Größere Bürgerunterstützung hat Frank-Walter Steinmeier, den rund sieben von zehn Befragten wieder am Kabinettstisch sehen wollen – wohl als Außenminister. Nur 26 Prozent sind dagegen. Auch die CDU-Politiker Ursula von der Leyen, Thomas de Maizière und Peter Altmaier wollen die Leute mehrheitlich im nächsten Bundeskabinett sehen.

Eher kritisch sehen die Bürger hingegen die Ministeranwartschaft des jetzigen Kanzleramtsministers Ronald Pofalla. Dies gilt auch für die drei CSU-Politiker, die derzeit als wahrscheinliche Regierungsmitglieder gelten. Am deutlichsten ist hier die Ablehnung bei dem aktuellen CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt: 18 Prozent wollen ihn, 38 Prozent nicht. Aber auch von Verkehrsminister Peter Ramsauer (40 zu 49 Prozent) und Innenminister Hans-Peter Friedrich (32 zu 40 Prozent) sind die Bürger nicht sonderlich begeistert.

Nur in Bayern wird es begrüßt, dass Ramsauer und Friedrich wohl im Kabinett bleiben werden. Bei Dobrindt, der von Seehofer eine Minister-Garantie bekommen hat und mit einiger Wahrscheinlichkeit Verbraucherschutz und Landwirtschaft übernehmen wird, sind allerdings sogar die Bayern skeptisch.