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Ministerin bringt erste Million für Hauptturnhalle

Spätestens 2018 soll am Ring wieder geturnt werden. Im nächsten Jahr beginnt der Umbau.

© SZ Thomas Eichler

Von Mario Heinke

Großes Glück kann so klein sein

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In der kleinen Kaffeerunde müht sich Schulleiter Reinhard Koß redlich die Vorzüge des Christian-Weise-Gymnasiums zu preisen. „Ich kann mir keine bessere Schule vorstellen“, sagt er zu Brunhild Kurth, der sächsischen Kultusministerin und fügt hinzu: „Nur die Turnhalle fehlt“.

Das soll sich nun endlich ändern. Koß bekommt nicht nur eine neue Turnhalle, sondern auch den optimalen Standort in unmittelbarer Nähe des Gymnasiums. Nachdem Stadt und Landkreis mehr als ein Jahrzehnt um den Standort und die Mittel gerungen haben, hatte die Kultusministerin gestern einen Fördermittelbescheid samt symbolischem Scheck von rund 1,6 Million Euro dabei. Auch das Konzept für die neue Zwei-Feld-Schulsporthalle steht. Rund sieben Million Euro wird die Erweiterung der Hauptturnhalle kosten. Der Eigenanteil des Landkreises liegt bei 3,84 Millionen Euro, zusätzlich fließen Gelder aus dem städtebaulichen Denkmalschutz. Die geplante Sporthalle ist eine Kombination aus Neubau und Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Die drei stadtbildprägenden Hauptfassaden mit ihren großen Rundbogenfenstern am „Grünen Ring“ bleiben erhalten. Nur die nördliche Außenwand des spätklassizistischen Baus wird, quasi von der Rückseite her, abgebrochen. Auch der Anbau aus den 1970er Jahren muss weichen, um von hinten einen Neubau in den historischen Kern „einschieben“ zu können.

Haus-in-Haus-Prinzip nennt Michael Noack vom gleichnamigen Ingenieurbüro diese Lösung. Alt und Neu gehen dabei nahtlos ineinander über. Möglich wurde diese Variante nur, weil die Innenmauern der Ost- und Westhalle weit genug auseinander stehen. Es scheint so, als hätte Stadtbaumeister Emil Trummler bei der Planung des Gebäudes um 1872 schon die Bauvorschriften der Zukunft gekannt. Die Turnhalle wird also quer zum Stadtring eingeschoben und nicht wie eine alternative Variante vorsah, längs zum Ring. In der Westhalle entstehen Umkleideräume auf zwei Etagen, in der Osthalle zwei kleine Hallen. Der neue Haupteingang für den Schul-und Vereinssport kommt unweit der Fußgängerampel an die Ecke Schillerstraße/Theaterring. Vom neuen Eingang aus sind alle Umkleide- und Sanitärräume, das öffentliche, barrierefreie WC, eine barrierefreie Umkleide und der Regieraum zugänglich. Ein zweiter öffentlicher Eingang an der Südseite ist für Wettkämpfe und Veranstaltungen in der Sporthalle vorgesehen. Der Baubeginn ist für das nächste Jahr geplant, derzeit laufen Planungen und Ausschreibungen. Nach Abschluss der Bauarbeiten am Haus sollen 2018 die Sportanlagen im Außenbereich folgen.

Normalerweise kostet ein Turnhallenneubau rund vier Millionen Euro. Dass die Zittauer Halle so viel teurer wird, liegt an der Einbindung des denkmalgeschützten Bestands und dem innerstädtischen Standort. Landtagsabgeordneter Stephan Meyer (CDU) – seinerzeit selbst Schüler des CWG – dankte deshalb gestern allen am Projekt Beteiligten, dass die gefundene Lösung trotz der Mehrkosten möglich werden kann. „Wir brauchen Bildung in hoher Qualität im ländlichen Raum“, sagte die Ministerin feierlich. Mit der Formulierung „ländlicher Raum“ konnten sich weder Schulleiter Koß noch Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger) anfreunden und widersprachen sofort.

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