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Ministerin Stange gegen Konzerthaus in Dresden

Neubau für Staatskapelle und Philharmonie? Der Freistaat winkt ab.

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Von Hans Eggert

Sachsens Kunstministerin Eva-Marie Stange (SPD) hat Überlegungen eine Absage erteilt, in Dresden ein Konzerthaus zu errichten. Das stehe „nicht oben auf der Prioritätenliste des Freistaates“, erklärte sie gegenüber der SZ.

Damit reagierte Stange auf Vorschläge, für Staatskapelle und Philharmonie ein Konzertgebäude zu schaffen, das modernsten Maßstäben entspricht. Die Ministerin verwies darauf, dass der Freistaat bereits jetzt stark für die Dresdner Kultur engagiert sei. Deshalb sei für den Neubau eines Konzerthauses einzig die Stadt zuständig.

Nach einem SZ-Gespräch mit Fabio Luisi, dem Generalmusikdirektor der Semperoper, waren Vermutungen laut geworden, Stadt und Freistaat könnten sich darauf einigen, gemeinsam eine Konzertstätte zu schaffen. Luisi hatte daran Interesse geäußert, es jedoch abgelehnt, mit der Staatskapelle im Kulturpalast aufzutreten selbst dann, wenn dort eine moderne Spielstätte entstünde. Stange betonte nun gegenüber der SZ, die Staatskapelle verfüge „mit der Semperoper über eine Spielstätte erster Qualität“. Sie lehnte es ab, eine von ihr angeregte Machbarkeitsstudie für ein Konzerthaus in Auftrag zu geben. In ihrem Haushalt 2009/10 seien dafür keine Mittel vorgesehen, da Dresden den Umbau des Kulturpalastes favorisiere. Den lehnt Stange ab: „Als Dresdnerin würde ich mir den Erhalt des Kulturpalastes im Sinne einer kulturellen Mehrzwecknutzung wünschen.“