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Ministerpräsident überrascht mit Doppelehrung

Zum Mauergedenken zeichnet Michael Kretschmer einen Zeitzeugen aus – und einen verdienstvollen Görlitzer.

Am Donnerstag in Görlitz war auch Sachsens Ministerpräsident (l.) bei der Gedenkveranstaltung dabei. Neben ihm steht Landrat Bernd Lange.
Am Donnerstag in Görlitz war auch Sachsens Ministerpräsident (l.) bei der Gedenkveranstaltung dabei. Neben ihm steht Landrat Bernd Lange. ©  Nikolai Schmidt

Damit hatte Dietrich Rohrbeck wohl nicht gerechnet: Eine Medaille aus den Händen des Ministerpräsidenten. „Dietrich Rohrbeck hat erkannt, was für ein unglaubliches Unrecht der Mauerbau war und er hat seine eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt, um Menschen in die Freiheit zu holen“, würdigte Michael Kretschmer den 84-Jährigen, der kurz nach dem Mauerbau im August 1961 etwa 85 Erwachsenen und 16 Kleinkindern in den Westen verhalf.

Buch erscheint Ende des Jahres

Rohrbeck hat von 1950 bis 1956 selbst in Görlitz gelebt und kommt auch heute noch regelmäßig in die Neißestadt zu Besuch. Am Donnerstag war er hier, um beim Gedenken anlässlich des 59. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer am Gedenkstein Reichertstraße 112 über seine Zeit als Fluchthelfer zu berichten – und bei der Gelegenheit nicht unerwähnt zu lassen, dass Ende des Jahres ein Buch mit seiner Geschichte erscheinen wird.

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„Ich habe den Ministerpräsidenten gebeten, dass das Buch mit einem Nachwort von ihm erscheint“, berichtete Rohrbeck den etwa 110 Teilnehmern der Gedenkveranstaltung. Dass es weit mehr waren als in anderen Jahren, dürfte am Kommen von Kretschmer und Rohrbeck gelegen haben.

Ehrung für den Ratsarchivar

Doch der Ministerpräsident vergab seine Medaille „30 Jahre friedliche Revolution und 30 Jahre deutsche Einheit“ noch an einen zweiten Mann: Den Görlitzer Ratsarchivar Siegfried Hoche. „Er hat Geschichte mit vielen eigenen Initiativen wach gehalten“, lobte der Ministerpräsident. Hoche war ganz gerührt – und versprach, seine Arbeit „mit Herzblut weiterzuführen“. Hoche bezeichnete die Berliner Mauer als „steinernes Symbol der Teilung der Welt in zwei Lager“. Und er erinnert sich noch genau an den Abend des 9. November 1989, als Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz die Öffnung der Mauer bekanntgab.

Die eigentlichen Gewinner der Einheit

„Da wussten wir: Das ist das Ende der DDR“, erinnert sich Hoche. Kretschmer indes beschreibt das, was danach kam, als Erfolgsgeschichte: „Wir hier im Osten sind die eigentlichen Gewinner der deutschen Einheit.“ Freiheit, Demokratie und soziale Marktwirtschaft seien im Vergleich zum Sozialismus das bessere Konzept. Doch Kretschmer erinnerte auch daran, dass viele Westdeutsche im Osten geholfen haben: „Es ist eine gemeinsame Leistung, wir können im Osten und Westen gemeinsam stolz darauf sein.“ Inzwischen ist die Mauer seit mehr als 30 Jahren Geschichte. Gestanden hat sie lediglich 28 Jahre.

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