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„Mir geht da schon mal der Hut hoch“

Thomas Mutze ist seit zehn Jahren Bürgermeister. Gerüchten zu seinem Rückzug erteilt er im SZ-Gespräch eine Abfuhr.

© Daniel Förster

Thomas Mutze (parteilos) kann sich zurücklehnen. Während in den meisten Kommunen im Landkreis am 7. Juni Bürgermeister gewählt werden, hat er noch vier Jahre vor sich. Im Januar vor drei Jahren wurde er wiedergewählt, war einziger Kandidat. Reichlich ein Drittel ging zur Wahl, von denen stimmten aber 98,3 Prozent für ihn. Nun gibt es Gerüchte, Mutze bereite schon langsam seinen Rückzug vor. Dazu und wie er mit dem frischen Wind der neuen Stadträte umgeht, sprach er mit der SZ.

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Was ist dran, dass Sie nach drei Jahren schon daran denken, in vier Jahre nicht wieder anzutreten?

Von wem stammen denn solche Gerüchte? Momentan keinerlei Diskussion.

In dem im vergangenen Jahr gewählten Stadtrat sind einige Neue, von denen Ihnen zum Teil ein heftiger frischer Wind entgegenweht …

Frischer Wind und andere Blickwinkel sind hilfreich. Wichtig ist ein vernünftiger Umgang miteinander. Und das ist ja der Fall. Wir reden doch auch außerhalb der Sitzungen miteinander.

In den Sitzungen sind Sie aber auch schon mal ungeduldig geworden und wirkten etwas genervt. Warum?

Ja, da ist richtig, mir geht da schon mal der Hut hoch, vor allem, wenn sporadisch Proebleme in der Sitzung angesprochen werden, die man hätte vorher klären können, auch in den Fraktionen. Oft wird zudem manches miteinander vermengt.

Gibt es ein konkretes Beispiel?

Als den Freien Trägern vorgeworfen wurde, sie hätten die Kindereinrichtungen nur, weil sie damit verdienen wollen, standen die natürlich sofort bei mir auf der Matte.

Und nun?

Wir haben uns darauf verständigt, dass wir das Prinzip der Finanzierung anhand eines anonymisierten Haushalts eines Freien Trägers erklären.

Für die Neuen ist es mitunter auch schwer, alle Zusammenhänge, Hintergründe und Gesetze zu kennen und den eigenen Spielraum richtig einzuschätzen. Wie helfen Sie ihnen dabei?

Am besten ist es, komplizierte Situationen vor der Sitzung zu klären, damit in der Beratung dann Zeit für die Diskussion ist, ohne dass eben Sachverhalte erst von Grund auf erklärt werden müssen. Das ist dann auch für die alten Hasen im Stadtrat unter Umständen langweilig. Auch die haben eine ähnliche Entwicklung durchgemacht, mussten an manchen Stellen einfach die Grenzen der kommunalen Selbstverwaltung erkennen.

Was ist aus Ihrer Sicht für dieses Jahr die größte Aufgabe, vor der Bad Gottleuba-Berggießhübel steht?

Die Fertigstellung des Umbaus des Feuerwehrgerätehauses in Bad Gottleuba ist eine der wichtigsten Investitionen, die in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Eine weitere Herausforderung ist die Sanierung des Hauses des Kindes in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein. In der Verwaltung hat die Fortschreibung des Personalentwicklungskonzeptes Priorität. Bedingt durch den hohen Altersdurchschnitt der Angestellten ist die geordnete planmäßige Verjüngung eine der Hauptaufgaben der nächsten Jahre.

Das Gespräch führte Heike Sabel.

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