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„Mit 36 000 Euro wäre uns sehr geholfen“

Der Palais-Sommer-Planer Andrej Krabbe sammelt Geld für das Festival und erklärt, warum Kultur kostenfrei aber nicht kostenlos ist.

© steffen füssel, steffen fuessel

Mit Picknick-Korb am Arm suchen sich Sommerfrischler einen Platz auf der Wiese. Am besten, es gibt dort auch Musik, Kino, Elbblick, einen Ausschank und Leute, die man trifft – beim August-Event am Japanischen Palais. Kostenlose Geselligkeit und ein Quantum Kultur, das kostet zumindest den Veranstalter Geld. Der bekam einst 70 000 Euro aus einem Topf des Finanzministeriums für die Belebung des historischen Baus. Inzwischen ist das Programm auf Spender angewiesen. In diesem Jahr soll ein Teil des Budgets über eine Crowdfunding-Aktion gesammelt werden.

Herr Krabbe, wie viel Geld braucht der Sommer im Japanischen Palais?

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Mit den 36 000 Euro, die wir über die Internet-Plattform Startnext sammeln, wäre uns sehr geholfen. Außerdem haben wir treue Unterstützer, die uns weiterhin mit Dienstleistungen und Technik, aber auch mit Geld helfen.

Was muss alles bezahlt werden?

Wir brauchen den Flügel und eine kleine Bühne für die Klavierkonzerte, eine Leinwand für die Filmabende und Tontechnik für die Hörspielnächte. Außerdem Beleuchtung. Ansonsten funktioniert das wie üblich im Kulturbetrieb über Selbstausbeutung vieler Enthusiasten.

Die Künstler treten kostenlos auf?

Die Besucher zahlen keinen Eintritt, aber wir bezahlen die Akteure. Sie erhalten Gagen, wenn auch keine allzu großen.

Es fehlen die Mittel, aber das Angebot bleibt eintrittfrei. Warum?

Die Fläche ums Japanische Palais ist von allen Seiten zugänglich und einsehbar. Es gehört zum öffentlichen Raum und soll auch allen Dresdnern und Gästen offenstehen. Außerdem müssten wir das ganze Areal absperren, um Eintritt kassieren zu können. Das wäre mit einem großen Aufwand verbunden. Ganz abgesehen von der Atmosphäre, die das zerstören würde.

Kultur ist kostenlos zu haben, dieses Signal finden Sie gut?

Das ist auch eine philosophische Frage. Entlohnung kann verschieden stattfinden. Wir verlangen zwar keinen Eintritt, aber wir haben ein anderes Modell für die Bezahlung gefunden, unter anderem durch eine Spendenbox und auch durch unsere Crowdfunding-Aktion. Das ist eine Variante, das Publikum freiwillig zu beteiligen.

Was passiert, wenn nicht genug Geld zusammenkommt?

Beim Crowdfunding gibt es nur alles oder nichts. Wenn das Ziel der 36 000 Euro nicht erreicht wird, bekommen alle Unterstützer ihr Geld zurück.

Und der Palais-Sommer fällt aus?

Davon gehen wir nicht aus. Teile unserer Planung würden dann nicht möglich sein, doch wir werden trotzdem versuchen, ein gutes Programm zu bieten.

Sie sprechen von kulturtypischer Selbstausbeutung. Warum tun Sie das?

Ich will, dass sich in dieser Stadt kulturell noch mehr tut. Mein Geld verdiene ich mit meiner Firma Subdesign, der Palais-Sommer ist eine Art Freizeitvergnügen.

Interview: Nadja Laske

www.startnext.de/palais-sommer