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Mit Bauchtanz gegen Corona-Frust

In Döbeln Ost hatten Menschen jeden Abend mit Musik, Tanz und Jonglage Mut gemacht. Jetzt zum letzten Mal.

Shirin Flöter zeigte Bauchtanz auf dem Wäscheplan.
Shirin Flöter zeigte Bauchtanz auf dem Wäscheplan. © Lars Halbauer

Döbeln. Vor reichlich einem Monat hatten Bewohner der Häuser an Unnaer Straße begonnen, jeden Tag um 20 Uhr auf ihren Balkonen zu applaudieren, um den Leuten zu danken, die in der Corona-Krise das Leben aufrechterhalten. Daraus hatte sich eine richtige Corona-Event-Kultur auf dem Wäscheplan an der Meißner Straße entwickelt. 

Mittendrin: Lukas Schneider. Der schlaksige 20-Jährige jongliert mit Diabolo, Keulen und Bällen, auch schon mal die langen Beine hinter den Nacken verschränkt. Ein bisschen Abwechslung für die Bewohner, die wochenlang ihre Wohnungen nicht verlassen sollten. „Ich habe mal durchgezählt. 30 bis 50 Leute standen immer draußen“, sagte Roland Dietrich, der mit seiner Frau Roselinde das Treiben vom Balkon seiner Wohnung verfolgt. Es war der letzte Auftritt – die Ausgangsbeschränkungen sind vorbei.

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Jeden Abend eine Viertelstunde lang hatten Schneider und andere mit ihren Auftritten die Leute unterhalten. Biem letzten Corona-Auftritt wurde alles für ein längeres Programm aufgeboten. „Wir wollen euch noch mal zeigen, was wir in den vergangenen Wochen aufgeführt haben“, sagte Schneider. Shirin Flöter zeigte Bautanz. „Das habe ich in der Schule bei Franziska Franz gelernt. Danach habe ich zwei Jahre pausiert. Aber nach Corona will ich wieder damit anfangen“, sagte die 20-Jährige.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Auch öfter dabei war Anke Förster, die Zumba-Kurse unter anderem an verschiedenen Schulen in der Region anbietet. „Ich kenne Lukas vom Limmritzer Faschingsklub. Ich bin dabei, damit ein bisschen Abwechslung reinkommt“, sagte Anke Förster. Sie brachte die Leute mit ihren Zumba-Schritten in Bewegung.

Die Anleihen vom Fasching waren dem Programm anzumerken. Beim Piratentanz kam Heike Mittelstädt auf ihrem Balkon ins Schwitzen. „Den habe ich schon ein paarmal mitgemacht. Das ist eine schöne Sache“, sagte sie.

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