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Mit Cardo geht alles schneller

Seit gut zwei Wochen arbeiten die Mitarbeiter im Landratsamt mit dem geografischen Informationssystem Cardo. Das ermöglicht den einzelnen Ämtern, am Computer auf Daten der anderen Bereiche zurückzugreifen.

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Von Falk Hofer

Seit gut zwei Wochen arbeiten die Mitarbeiter im Landratsamt mit dem geografischen Informationssystem Cardo. Das ermöglicht den einzelnen Ämtern, am Computer auf Daten der anderen Bereiche zurückzugreifen.

Die Technik macht‘s möglich: Vieles geht im Landratsamt seit Anfang Oktober schneller. Ein Beispiel: Bürger X will im Dorf Y ein Haus bauen und stellt dafür beim Genehmigungsamt einen Antrag. Der zuständige Mitarbeiter muss nun prüfen, ob öffentlich-rechtliche Belange dem Hausbau entgegenstehen. Das heißt, ob zum Beispiel Trinkwasser- oder Naturschutzgebiete in der Nähe sind. Dazu schaltet er den PC an und klickt auf das Cardo-Symbol. Auf einer Rasterdatenkarte des Ortes lässt er sich die jeweiligen Schutzgebiete anzeigen.

„Musste der Mitarbeiter früher immer beim Sachgebiet Umwelt nachfragen, macht er dies heute nur noch, wenn es wirklich nötig ist. Das erkennt er auf der Karte“, sagt Sven Hölzel, Teamleiter des Info-Systems im Landratsamt. Jeder Mitarbeiter könne auf die Informationen aller anderen Fachämter zugreifen. Vor allem das Genehmigungsamt und letztlich die Bürger würden davon profitieren, denn die Bearbeitung der gestellten Anträge gehe nun schneller.

Die Anfänge von Cardo liegen weit zurück. 1992 begannen Mitarbeiter des Landratsamtes mit der Digitalisierung von Karten. Zwei Jahre später arbeitete das Umweltamt mit ersten vernetzten Datenpaketen. Vom Jahr 2001 an konnten Bauaufsichts- und Umweltamt per Computer auf die Daten des anderen zugreifen. Vor einem Jahr schließlich stellte das Landratsamt das Konzept zum nun verwirklichten Informationssystem vor.

Landrat Günter Vallentin findet dafür vor allem lobende Worte: „Die Einführung des Systems ist ein Meilenstein in der Geschichte der öffentlichen Verwaltung.“ Zumindest für Sachsen scheint das zu stimmen: „In den Landratsämtern von Bautzen und Meißen gibt es zwar Ansätze für solch ein Informationssystem. Aber der Landkreis Löbau-Zittau ist auf dem Gebiet Vorreiter“, sagt Dietmar Bothmer, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft für Datenverarbeitung und Umweltschutz mbH, die das Cardo-Programm entwickelt hat.

Und das kann Cardo: Den Mitarbeitern im Landratsamt stehen vom gesamten Landkreis Rasterdatenkarten in den Maßstäben 1:200 000 bis 1:10 000 und von allen Orten Luftbilder zur Verfügung. Auf den einzelnen Karten und Bildern werden per Mausklick alle denkbaren Informationen angezeigt, wenn nötig auch gleichzeitig. Zum Beispiel Bebauungspläne, Jagdgebiete, kulturelle und soziale Einrichtungen sowie Sportanlagen. Nicht zu vergessen die Bereiche Umwelt, Verkehr und Wasser. Für jedes auf der Karte befindliche Objekt hält eine Legende Hintergrundinformationen bereit.

Ein Teil der Daten des internen Informationsprogrammes Cardo sollen in ein bis zwei Monaten über die so genannten Geonetz-Datendienste vor allem auch den Gemeinden, Ver- und Entsorgungsunternehmen sowie Ingenieurbüros im Landkreis Löbau-Zittau zur Verfügung stehen.