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Mit Cowboyhut und Mokassins

Die 18. Karl-May-Festtage gingen gestern zu Ende. Rund 30000 Besucher strömten am Wochenende über das Festgelände.

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Von Nicole Laube

Radebeul verwandelte sich am Wochenende einmal mehr in eine Wallfahrtsstätte für Karl-May- und Indianerfans. Rund 30000 Besucher ließen sich beim Karl-May-Fest von Freitag bis Sonntag in die abenteuerlichen Gefilde des Schriftstellers entführen. Die 500 Mitwirkenden aus aller Welt verzauberten dabei Groß und Klein mit einem vielseitigen Programm.

315 Kilometer mit dem Pferd

Höhepunkte in diesem Jahr waren „Die Nacht der magischen Tänze“ und der Auftritt von über einhundert sächsischen Linedancern am Sonnabend sowie die traditionelle Sternreiterparade am Sonntagvormittag. Fast 230 Reiter von nah und fern trafen sich dabei vor dem Weissen Ross in Radebeul. Mit 315 Kilometern legten Martin Hentschel, Volkmar Krause, Maria Götze und Cornelia Jungrichter aus Frohburg/Rohda im Leipziger Land den weitesten Weg zurück. Als Sieger der Sternreiterparade bekamen die vier vom Winnetou der Landesbühnen Sachsen (Marc Schützenhofer) schließlich die Friedenspfeife überreicht.

Dem diesjährigen Motto „Magische Tänze“ getreu, präsentierten stündlich Indianergruppen und Gäste aus aller Welt ihre Tänze am Hohen Stein. Erstmals war neben dem Galata Mevlevi Ensemble aus Istanbul in diesem Jahr die Acostas Company aus Argentinien mit ihrer „Gaucho-Show“ zu erleben. Mit Tangoelementen und Lassokugeln boten sie einen eleganten Kontrapunkt zu den beim Karl-May-Fest schon tradtionellen Kriegstänzen der Cree-Indianer aus Canada und Nordamerika. Das Azteken-Ensemble Ometeotl aus Mexiko erschien jedoch trotz vorheriger Zusage wider Erwarten nicht in Radebeul.

Auch der Schirmherr der diesjährigen Festtage, Chef des Bundeskanzleramts Dr. Thomas de Maizière, hatte sein für Sonntag geplantes Kommen abgesagt. Ihm entging damit seine Taufe auf einen indianischen Namen.

Schatz im Silbersee

Die Besucher genossen dennoch bis in die Nacht das amerikanische Flair der Saloons auf dem Festgelände – zunehmend selbst in Mokassins und mit Cowboyhüten gekleidet. Andrang herrschte auch im neuen „Fort Henry“, das erst am Freitag eingeweiht worden war. Die Landesbühnen Sachsen präsentierten wieder Ausschnitte aus dem „Schatz im Silbersee“. Arne und Daniela Götz aus Bannewitz gehören schon zu den zahlreichen Stammgästen der Karl-May-Festtage. Bereits zum siebten Mal waren sie mit Söhnchen Cornelius (2,5 Jahre) dabei. „Wir kommen seit 2003 hierher. Die Atmosphäre ist einfach einmalig, wie im Wilden Westen eben“, sagte Arne Götz. Und so schallte natürlich auch dieses Mal – ganz im Sinne Karl Mays – von fern das Kanonenfeuer der Räuber im Santa-Fé-Express durch den Lößnitzgrund.